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Reisen und mehr
© Hans Schönherr

Timmis Seite

meine Tagebücher

Jahr 2019 23. Februar 2019 Stellt Euch mal vor: ich habe heute eine E-Mail bekommen von Bruno! Es ist kaum zu glauben - Bruno ist ein richtiger Bruder von mir aus dem gleichen Wurf. Somit sind auch beide Eltern dieselben. Wir sind also Zwillinge - genauso wie Max und Diego!!! Die E-Mail hatte folgenden Text: „Hallo Timmi, hier meldet sich dein Bruder Bruno (Elliot im Ahnennachweis). Ich habe immer mal in deine Seite geschaut, leider 2018 nichts mehr von dir gehört. Meine Alten haben ähnliche Sachen mit mir gemacht wie deine z. B. Sizilien, Norwegen, Schweden, iberischen Halbinsel umrundet. Wie geht es dir? Ich bin ein ziemlich ruhiger Kunde, so wurde ich auf Wunsch meiner Alten von Renate Hibbeln auserwählt. Sie hat wohl die richtige Wahl getroffen. Meine Alten sind glücklich mit mir. Seit drei Jahren sind sie Beide in Rente und haben gaaanz viel Zeit, vorher war ich der totale Streßabbauer. Eine ganz schöne Aufgabe für mich, aber ich glaube, dass ich das geschafft habe. Sie hatten jedenfalls gute Laune, wenn wir zusammen waren. Wir würden uns über eine Nachricht freuen. Hoffentlich bald! Bis dahin Bruno, Horst und Christine aus Halle an der Saale.“ Ihr könnt Euch denken, dass ich sehr überrascht gewesen bin, als ich das hörte. Nun habe ich sogar schon drei Brüder: Diego, Max und Bruno. Das ist wirklich toll. Und offensichtlich haben die „Alten“ von Bruno das selbe Hobby wie meine: Mit dem WoMo durch die Gegend fahren und Stellen entdecken, wo wir Hunde wunderbare neue Gerüche erschnüffeln können. Vielleicht können wir uns mal treffen?!?! Rückblick auf die erste Jahreshälfte Erst am 03. August haben wir den runden Geburtstag von meinem Chef gefeiert und das, obwohl er schon im Juni Geburtstag hat. Eigentlich wollten wir ja schon im März mit dem Wohnmobil auf große Fahrt nach Korsika gehen. Doch dann wurde mein Chef sehr krank und musste operiert werden. Bis er dann wieder richtig fit war, sind etliche Wochen vergangen, und so konnten wir erst am 05. Juni losfahren. Unser Reiseziel sollte nun die Bretagne sein. Und so kam es, dass wir an seinem eigentlichen Geburtstag nicht zu Hause waren. Da mein Chef aber gerne feiert, wurde der Geburtstag nachgeholt und das mit allem Drum und Dran. Ich freue mich ja immer über Besuch, aber der „Happy-Birthday-Gesang“ geht mir ganz fürchterlich in die Ohren, und so habe ich meinen Unmut darüber durch ganz lautes Bellen zum Ausdruck gebracht. Mein Geburtstag am 30. April, an dem ich nun schon neun Jahre alt geworden bin, ist zwar auch immer etwas Außergewöhnliches, denn da nehmen wir immer viele besondere Leckereien mit, über die sich meine Kumpels und ich wie verrückt freuen: Gesungen wird da zum Glück aber nicht! Die ersten Monate vom Jahr waren irgendwie blöd. Auf den Spaziergängen morgens und abends war es über viele Wochen dunkel, oft hat es auch noch geregnet, und ich wäre am liebsten erst gar nicht vor die Tür. Aber meine Zweibeiner betonen ja immer, dass sie nur wegen mir spazieren gehen, also habe ich keine Wahl und muss mit. Auch zu Hause war es nicht immer so, wie ich es gewohnt war, denn es lag oft traurige Stimmung in der Luft, was wohl an der Krankheit von meinem Chef lag. Durch viele lustige Aktionen (z. B. Schuhe klauen, Spielzeug durch die Luft wirbeln, an den Hosenbeinen vom Chef ziehen) ist es mir aber meistens gelungen, meine Zweibeiner aufzumuntern. Im März kamen dann Helle und Ulrich aus Dänemark zu Besuch: Was für eine willkommene Abwechslung. Besonders froh war ich, als ich gemerkt habe, dass sie ihre zwei Zwergpudel-Hundedamen zu Hause gelassen hatten. Das hätte mir gerade noch gefehlt, dass die zwei durch mein Haus und meinen Garten fegen und mich dann auch noch ankläffen! So hatten wir ein gemütliches Wochenende und ganz viel Spaß zusammen. Dann war mein Chef plötzlich weg. Und meine Chefin ist jeden Tag nach Neumünster ins Krankenhaus, um ihn zu besuchen. Da war ich zwar etliche Stunden allein, aber meine Chefin ist vorher und hinterher immer ganz lange mit mir spazieren gegangen und hat mich auch sonst immer mal mit einem Rinderohr belohnt. Ende April ist mein Chef zur Reha nach Sankt Peter-Ording, und davor hatten wir häufig Besuch. Für mich gab es dann jedes Mal ein Rinderohr, vorausgesetzt aber, ich habe mich ordentlich benommen: Klappt immer, denn „himmlisch-leckere“ Rinderohren, die mein Chef extra aus Bayern importieren lässt, sind für mich der allergrößte Gaumenschmaus, und den lasse ich mir um nichts in der Welt entgehen! Im Mai bin ich mit meiner Chefin ein paarmal nach Sankt Peter-Ording gefahren, um den Chef zu besuchen. Beim Aussteigen waren immer so komische Geräusche in der Luft, das hörte sich an wie Geklapper. Ich konnte mir das überhaupt nicht erklären. Erst als unmittelbar vor mir ein Riesentier auf zwei langen Stelzenbeinen auf dem Rasen gelandet war, kam die Erkenntnis: Störche, Störche und nochmals Störche. Die saßen in ihren Nestern auf abgesägten Bäumen und klapperten um die Wette. Sowas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Den Storch, der da so frech vor mir gelandet war, habe ich zwar gewaltig ausgeschimpft, den hat das aber einfach kalt gelassen. Was ein Wunder, er war dort zu Hause und ich nur zu Besuch. Ach ja, im Mai musste ich auch noch zum Schnupperkurs „Treibball“ in der Hundeschule. Obwohl meine Lieblingstrainerin Laura den Kurs geleitet hat, konnte ich dem Ganzen so rein gar nichts abgewinnen. Ziel sollte es sein, dass wir riesige Bälle, sogenannte Schafe in ein Tor treiben. Nun bin ich ja ein Labrador. Labradore sind eigentlich dazu da, vom Jäger erlegte Beute zu holen. Treiben und holen widerspricht sich. Also habe ich mich von Anfang an einfach nur doof gestellt und die Übungen, die wir zu Hause machen sollten, schlichtweg boykottiert. Meine Chefin hat es zwar gut gemeint, aber warum soll ich Begeisterung vortäuschen, wo keine Begeisterung ist? Als mein Chef dann wieder zurück von der Reha war, hatten wir nur noch knapp drei Wochen, um unsere Reise in die Bretagne vorzubereiten. Ich hatte dabei ja nicht viel zu tun. Ich musste lediglich kontrollieren, ob genügend Hundefutter und Rinderohren mit an Bord genommen wurde. Und sehr zu meinem Leidwesen musste ich üben, wie ich in das Wohnmobil über eine Rampe komme. Da waren Chef und Chefin sich wieder einmal einig: Reinspringen war von nun an tabu! Am Anfang kam ich mir vor wie ein uralter Greis, und ich habe mich auf der Rampe extra beeilt, damit mich auch bestimmt niemand dabei beobachtet. Bald habe ich aber gemerkt, wie bequem das ist und dass das meinen Knochen bestens bekam. Mittwoch, den 05. Juni - 13. Juli 2019 Es geht endlich los - in die Bretagne. Ich habe es mir auf meinem gepolsterten Lieblingsplatz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz bequem gemacht, und wir sind ganz entspannt losgefahren. Als wir am frühen Nachmittag an unserem ersten Zwischenziel in Celle ankommen, sind wir beim Aussteigen erst einmal über die große Hitze geschockt, die uns empfängt. Mir zuliebe haben wir dann erst gegen Abend einen kleinen Spaziergang gemacht. Davor haben meine Zweibeiner meinen Rücken mit einem nassen Handtuch gekühlt, worüber ich ganz schön froh war. Am Freitag machen wir dann noch einen Besuch in Obertshausen bei einem langjährigen Wanderfreund meiner Zweibeiner. Ich freue mich riesig über das Wiedersehen mit Rainer, kenne ich ihn doch schon fast mein ganzes Leben lang. Er hat auch überhaupt nichts dagegen, dass ich mich erst einmal gründlich in seinem Haus umsehe. Meine Chefin mag das gar nicht, wenn ich so neugierig bin, aber es ist einfach zu spannend, alles genau in Augenschein zu nehmen. Von unseren nächsten Tagesetappen kriege ich während der Fahrt nicht so viel mit, weil ich meistens genüsslich vor mich hin döse und nur dann munter werde, wenn wir Pause machen oder einen Platz für die Nacht suchen. Auf unseren Spaziergängen habe ich dann immer genug Zeit, um die Gegend zu erkunden und des Öfteren mein Bein zu heben, denn es sollen ja schließlich alle Artgenossen wissen, dass ich hier gewesen bin. Nach sieben Tagen erreichen wir St. Coulomb und wollen hier ein paar Tage bleiben. Der Campingplatz liegt auf hohen Dünen mit direktem Strandzugang und einer herrlichen Aussicht für die Buchten links und rechts. Hier dürfen auch Hunde an den Strand, und so springe ich immer wieder in den Atlantik. Bei einem unserer Spaziergänge laufen wir auf einem schmalen Pfad die Klippe hoch und um den Felsen herum. Hier ist es so eng, dass meine Chefin mich vorsichtshalber an die Leine nimmt, hat sie doch tatsächlich Angst, ich könnte abstürzen! Etliche Tage sind wir jetzt schon unterwegs und mittlerweile führen wir ein richtiges Lotterleben. Bin ich zu Hause gegen 8.00 Uhr schon von meinem Morgenspaziergang zurück, werde ich hier frühestens gegen 8.30 Uhr wach. Meinen Zweibeinern geht es ebenso, was uns aber nicht weiter stört, uns treibt ja nichts. Ach ja, bevor ich es vergesse, hier in der Bretagne erreicht uns dann auch ein ganz außergewöhnlicher Anruf. Es ist die Familie von Bruno (siehe oben), die jetzt mit ihrem WoMo vor unserer Haustür in Kiel stand, weil sie auf der Durchreise waren und gedacht haben, sie könnten doch bei uns vorbeischauen, damit wir uns alle kennenlernen. Schade, dass wir nicht zu Hause waren - ich hätte doch so gerne einmal mit Bruno getobt! Unsere weitere Reise führt uns durch viele schöne Landschaften, dazwischen erkunden wir spannende Orte mit viel altem Gemäuer, und auch etliche Leuchttürme stehen auf dem Programm. Dazwischen haben wir aber immer wieder längere Faulenzerpausen auf gemütlichen Campingplätzen. In Pont Croix wollen wir auch wieder ein paar Tage bleiben, denn mein Chef hat am 26. Juni Geburtstag, und den will er nicht fahrend im Wohnmobil verbringen. Hier haben wir dann auch zwei richtig heiße Tage, an denen mich meine Zweibeiner immer wieder mit dem Schlauch nass machen: Was für eine Wohltat! Bevor wir nach gut vier Wochen langsam wieder an die Rückreise denken müssen, wollen wir noch einmal ein paar Tage richtig faul sein und fahren einen Campingplatz in Landrellec an. Dieser Campingplatz ist das Beste, was einem Labrador passieren kann: Wir haben einen Stellplatz mit dem Atlantik quasi vor der Haustür. Ich kann vom Wohnmobil aus auf direktem Weg ins Wasser springen. Blöd war nur, dass die große Badewanne regelmäßig total leer ist. Meine Chefin hat mich dann jedes Mal getröstet und mir versprochen, dass das Wasser wieder zurückkommt. Und das war nicht gelogen. Einmal sind mein Chef und ich sogar über den Atlantik gelaufen, natürlich als das Wasser weg war. Das hat richtig Spaß gemacht, auch wenn meine Chefin mich hinterher ziemlich doll mit Wasser traktiert hat, weil wir von unserem Spaziergang ziemlich viel Matsch mitgebracht haben. Ach ja, und ich durfte auf der Liege zwischen den Beinen von meinem Chef liegen: Das war herrlich. Vier tolle Tage haben wir es uns hier bei bestem „Schleswig-Holstein-Wetter“ mit blauem Himmel, Sonne und auch ein paar Wolken gut gehen lassen. Dann mussten wir den Platz leider räumen, denn er war für die nächsten Urlauber vorgebucht. Unsere Rückfahrt ging auch wieder ganz gemütlich über die Bühne. Ich hatte viel Zeit zum chillen, und regelmäßig war ich mit meinem Chef oder der Chefin unterwegs, um die Gegend zu erkunden. Wenn wir dann für die Nacht einen Platz mit viel Wiese drum herum gefunden haben, habe ich mich erst einmal genüsslich im Gras gewälzt. Und natürlich gab es dann auch immer wieder noch das eine oder andere Rinderohr. Zum Schluss wurde es dann doch noch einmal langweilig, denn wir mussten am Fähranleger in Wischhafen eine geschlagene Stunden warten, um die Elbe zu überqueren. Als wir dann auf der Fähre waren, hat meine Chefin aber jedem von uns eine Bockwurst spendiert, die wir mit großem Genuss verspeist haben. Zurück von einer wunderbaren Reise kehrt der Alltag schnell wieder ein. Nach meinen regelmäßigen Spaziergängen morgens und mittags lasse ich es gerne ruhig angehen, und abends bin ich ganz oft mit meinen Kumpels unterwegs. Und es dauert auch nicht mehr lange, bis wir noch einmal mit dem Wohnmobil verreisen, denn wir wollen die Korsikareise, die wir im März nicht machen konnten, nachholen. Natürlich werde ich davon berichten. 12. August 2019 Heute ist wieder so ein ganz besonderer Tag, denn Bettina und Florian haben sich für ein paar Tage angemeldet. Wenn die Beiden vor der Haustür stehen, gibt es für mich kein Halten mehr und ich bin fest davon überzeugt, dass sie deshalb so gerne kommen, damit sie mit mir toben können. 19. August 2019 Wir bekommen schon wieder Besuch. Ute, eine langjährige Freundin aus Ismaning kommt für eine Woche zu uns nach Kiel. Meine Chefin will ihr ganz viel von Schleswig-Holstein zeigen, so dass ich dabei nicht viel zu tun habe. Das ist mir ganz recht, denn bei der großen Wärme, die wir zurzeit haben, verziehe ich mich gerne in eine kühle Ecke. 26. August 2019 Heute bringen wir Ute zum Bahnhof, denn ihre Tage in Kiel sind zu Ende. Jetzt bleiben auch nur noch ein paar Tage, bevor wir am 30. August Richtung Korsika aufbrechen. Bis das Wohnmobil endgültig startklar vor der Tür steht, muss noch ganz viel erledigt werden. Ich muss nur dafür sorgen, dass meine Zweibeiner ausreichend Futter für mich mitnehmen und dass sie mich nicht aus Versehen zu Hause vergessen. 02. September 2019 Ein paar Tage sind wir jetzt schon unterwegs und immer bei großer Hitze, so dass ich froh bin, dass wir in der Nähe von Pisa einen kleinen Campingplatz mit einem See finden. Auf meinem Spaziergang mit meiner Chefin bin ich dann auch schneller im Wasser, als sie bis drei zählen kann. 03. September 2019 Von unserem Campingplatz ist es nicht weit bis zum Fähranleger in Livorno. Von den Formalitäten kriege ich nicht allzu viel mit. Auf der Fähre müssen wir dann feststellen, dass der Aufenthalt für Haustiere im Innendeck nicht gestattet ist, und dass ich außerdem einen Maulkorb tragen soll. Glücklicherweise hält sich niemand an diese „blöden“ Vorschriften, und so verbringen wir die Überfahrt auf einer bequemen Bank im Innendeck. In Bastia angekommen, geht es weiter nach Pietracorbara und dort auf einen Campingplatz mit einer großen Wiese. Hier richten wir uns schnell gemütlich ein. 05. September 2019 Nach einem gestrigen Faulenzertag beginnt heute unsere Rundreise. Da ich dabei nicht viel zu tun habe, mache ich es mir auf meinen gepolsterten Liegeplatz bequem und lasse mich durch die Gegend kutschieren. Morgens, mittags und auch abends gibt es dann genügend Möglichkeiten für mich, nach Herzenslust zu schnüffeln – meine Zweibeiner nennen das Zeitunglesen – und meinen dringenden Bedürfnissen nachzugeben. Alle anderen Vierbeiner sollen ja schließlich wissen, dass ich hier gewesen bin. 07. September 2019 Heute machen wir einen Abstecher nach Calvi, einem Ort, der von sich behauptet, der Geburtsort von Christoph Kolumbus zu sein, was aber auch die Städte Genua, Lissabon und Sevilla von sich behaupten. Mir ist das zwar ziemlich schnuppe, aber ich bin total glücklich über die Kugel Eis für 2,50 Euro, die meine Chefin mir spendiert. Auch mein Chef und meine Chefin gehen nicht leer aus, obwohl mein Chef erst ein bisschen schimpft, dass meine Chefin so viel Geld für Eis ausgibt. 10. September 2019 Nach einer spannenden und abwechselungsreichen Fahrt durchs Gebirge sind wir gestern Abend in Tattone auf einem netten Campingplatz gelandet, der rund 800 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Bei unserer Ankunft ist es demzufolge kühl und windig. Mein Chef macht den Vorschlag, heute das Wohnmobil stehen zu lassen und mit der Eisenbahn nach Corte zu fahren. In Corte machen wir einen ausgiebigen Spaziergang durch die Altstadt, müssen aber auf einen Besuch des Aussichtspunkts der Zitadelle verzichten: Für Hunde kein Zutritt! Trotzdem ist es ein spannender Tag für mich, denn in der Stadt riecht es ganz anders als in der Natur, und so habe ich genügend mit „Zeitungslesen“ zu tun. 12. September 2019 Die Wetterapp prognostiziert für die nächsten Tage heiße Temperaturen, und so planen meine Zweibeiner ein paar faule Tage am Meer. Gestern Abend haben wir uns dafür in Olmeto auf einem gemütlichen Campingplatz häuslich eingerichtet. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zur nahegelegenen Bucht mit einem riesigen Sandstrand. Plötzlich verschwinden meine Zweibeiner im Wasser. Meine Chefin ist erst mit den Beinen im Wasser, aber von meinem Chef ist nur noch der Kopf zu sehen, so dass ich ganz schnell hinter ihm herschwimme, um ihn zu retten. Ich kriege den Daumen vom Chef zu fassen und lasse nicht mehr los. Mein Chef ist gar nicht so sehr davon angetan und muss seinen Daumen mit Kraft aus meiner Schnauze befreien, was aber nicht ohne eine blutige Schramme abgeht. Zufrieden bin ich aber erst, als beide Zweibeiner wieder an Land sind. Die können sich gar nicht vorstellen, welche Angst ich um sie ausgestanden habe. 14. September 2019 Trotz des Zwischenfalls mit meinem Rettungsversuch hatten wir in Olmeto eine tolle Zeit. Dennoch sollte es heute weitergehen. Nächste Station ist Filitosa mit einer prähistorischen Anlage, die bis 8.000 Jahre zurückreicht. In Anbetracht der großen Hitze wird es nur ein kurzer Spaziergang, und danach geht es schnurstracks zurück nach Olmeto, wo wir den Nachmittag und den Abend gemütlich ausklingen lassen. 16. September 2019 Nach einer ruhigen Nacht auf einem kleinen Campingplatz in Zonza laufe ich morgens mit meiner Chefin zum Fluss, der über einen etwas abenteuerlichen Weg vom Campingplatz aus erreichbar ist. Schneller als meine Chefin bis drei zählen kann, bin ich im Wasser: Was für ein Genuss! Danach fahren wir drei Pässe an, die bis auf 1.350 Meter hoch gehen und kurvig ohne Ende sind. Das ist mir aber reichlich egal, denn ich liege ja bequem auf meinem Liegeplatz. Von der bunten Tierwelt (Pferde, Ziegen, Schweine und Rinder), die auf der Fahrbahn herummarschieren, kriege ich demzufolge auch nicht so richtig was mit. Dafür kommt mir aber der Campingplatz, den wir am frühen Nachmittag anfahren, doch sehr bekannt vor: Wir sind noch einmal in Tattone gelandet. Und ich weiß auch warum. Wie schon bei unserem letzten Besuch hier wollen sich meine Zweibeiner noch einmal mehr mit der herrlichen Pizza vollschlagen, die es hier im Restaurant gibt. Kann mir aber auch egal sein, solange ich ein Rinderohr spendiert bekomme. 17. September 2019 In zwei Tagen müssen wir wieder auf die Fähre, die uns ans Festland bringt, denn unsere Reise geht langsam zu Ende. Meine Zweibeiner sind sich schnell einig, dass wir noch einen Faulenzertag in Pietracorbara auf der großen Wiese, auf der wir schon zu Beginn unserer Reise gestanden haben, zubringen wollen. Auf dem Weg dorthin machen noch einen Zwischenstopp bei der höchsten und längsten Eisenbahnbrücke auf Korsika, die vom Erbauer des Pariser Eiffelturms konstruiert wurde. Während des Fotoshootings, das meine Zweibeiner veranstalten, weil sie so begeistert von dieser Brücke sind, nutze ich die Zeit, ja mit was denn wohl, mit „Zeitunglesen“! 19. September 2019 Heute Morgen mache ich mit meiner Chefin einen letzten Spaziergang zum Meer, und ich lasse mir die Gelegenheit für ein ausgiebiges Bad natürlich nicht nehmen. Die Fahrt nach Bastia ist kurz und die Überfahrt mit der Fähre langweilig, muss ich doch die ganze Zeit brav liegen bleiben. In Pisa angekommen, landen wir wieder auf dem Campingplatz, auf dem wir schon auf der Hinreise übernachtet haben, und ich werde mit einem Sprung in den See belohnt. 21. September 2019 Nachdem wir gestern über 500 Kilometer gefahren sind, und immer wieder lange im Stau stehen müssen, fahren wir nicht wie geplant bis Deutschland, sondern landen in Meierskappel in der Schweiz auf einem Bauernhofcamping. Sehr zu meinem Übel müssen meine Chefin und ich heute Morgen an einer mächtigen Rinderherde vorbei spazieren: Mann, glotzen die blöd und laufen auch noch auf uns zu! Und einen Lärm machen diese Viecher, dass es kaum auszuhalten ist. Da ich aber nicht zulassen kann, dass diese „Gang“ über meine Chefin herfällt, bleibe ich ganz tapfer und marschiere mit meiner Chefin im Schlepptau ganz cool dran vorbei. Was bin ich aber froh, als wir endlich wieder beim Wohnmobil gelandet sind. 22. September 2019 Heute liegt die letzte längere Teilstrecke mit dem Ziel Bienenbüttel vor uns. Zu Beginn unserer Fahrt mache ich es mir gemütlich, denn für mich gibt es keine Aufgaben zu erledigen. Mein Chef dagegen hat ganz schön zu tun, denn auf der Teilstrecke im Harz geben sich ganz viele Motorradfahrer bei dem sonnigen Wetter und den kurvigen Straßen dem Geschwindigkeitsrausch hin, und so sind wir am Nachmittag froh, als wir „heil“ in Bienenbüttel ankommen. Meine Chefin und ich machen uns dann auch gleich auf die Socken für einen ausgiebigen Spaziergang, und mein Chef belohnt sich nach der anstrengenden Fahrt mit einem kühlen Weißbier in der Sonne. 23. September 2019 Der letzte Morgen unserer Reise ist angebrochen. Es ist sonnig, aber doch sehr kühl, so dass wir zu meiner großen Freude im Wohnmobil frühstücken, denn da fällt ganz oft die eine oder andere Leckerei für mich ab. Schade nur, dass es das zu Hause nicht gibt. Nach 25 Tagen, in der ich dank meiner Zweibeiner viele aufregend tolle Erlebnisse genießen durfte, erreichen wir nach 4.415 Kilometern fast punktgenau um 12.00 Uhr Mittag unser Zuhause. Der Alltag kehrt aber schneller ein, als mir lieb ist. Ich sage nur: Kein Frühstück im Wohnmobil! 02. Oktober 2019 Heute Morgen kommt mein Chef mit dem Wohnmobil vorgefahren. Sollte es schon wieder auf Reisen gehen? Nach dem das Wohnmobil gepackt ist, wundert es mich doch ein wenig, dass meine Chefin nicht einsteigt. Und schon fällt es mir wieder ein: Unsere jährliche Männertour steht auf dem Plan. Wir fahren nach Fehmarn auf den Campingplatz, auf dem wir immer gerne sind, denn hier gibt es einen unbewachten Naturstrand ohne Hundeverbot!!! 07. Oktober 2019 Bevor wir uns wieder auf den Weg nach Hause machen, machen wir auch noch einen Abstecher nach Pelzerhaken an der Ostsee. Hier ist es aber lange nicht so spannend wie auf Fehmarn. Das kann mir aber egal sein. Hauptsache ich bin mit meinem Chef zusammen, denn wir zwei Kerle sind schon immer ein supertolles Team, und ich bin immer stolz wie Bolle, wenn ich merke, wie uns die Leute bewundernd hinterher schauen. 25. Oktober 2019 Hier wird das aber auch nicht langweilig. Heute kommen Brigitte und Helmut zu Besuch. Das sind ganz alte Wanderfreunde von meinen Zweibeinern. Eigentlich hat Brigitte Angst vor Hunden – aber vor mir nicht!!! Und der Helmut ist ein ganz toller Kumpel. Was der auch immer für Blödsinn im Kopf hat. Und zaubern kann der auch, denn immer wieder kommt von irgendwoher ein Leckerli für mich zum Vorschein. 24. Dezember 2019 Sag ich doch, Weihnachten steht vor der Tür! Und die Ursel kommt zu Besuch. Ursel ist die jüngere Schwester von meiner Chefin und eine ganz coole Socke. Die war mal Weltmeisterin im Judo für Senioren und manchmal nimmt sie mich – einfach so zum Spaß – in den Schwitzkasten! Mein Chef und ich fahren zum Bahnhof und holen die Ursel ab und meine Chefin richtet das Abendessen her. Und dann werden die Geschenke ausgepackt. Ich bekomme so viele Päckchen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ein Hühnchen von der Ursel, zwei Gummischweine – die sehr zum Leidwesen meiner Zweibeiner ganz fürchterlich quietschen – von der Gitti und eine Gummibrezel von Bettina und Florian: Einfach nur super! Ganz zum Schluss darf ich auch noch ein Rinderohr auspacken, das ich sofort verschlinge. Ich wünschte, morgen wäre wieder Weihnachten!!! 31. Dezember 2019 Heute ist der letzte Tag im Jahr. Und ich fürchte, es wird wie in jedem Jahr an diesem Tag ganz viel geballert. Ich hoffe, Sylvester geht ganz schnell rum. Gegen Abend kommt Besuch. Margit und Gerald und Angelika und Johannes wollen mit uns Silvester feiern. Angelika und Johannes waren gaaaanz lange mit ihrem Schiff unterwegs und es gibt eine Menge zu erzählen. Ich liege ganz entspannt unterm Tisch, so dass ich gar nicht merke, dass es kurz vor Mitternacht ist. Bis auf meine Chefin rennen dann alle raus, um sich das Feuerwerk anzuschauen, und ich bin ganz sicher, dass sie mir zuliebe darauf verzichtet
Foto: Fam. Giessler Foto: Fam. Giessler zurück zu Timmis Startseite zurück zu Timmis Startseite und hier ist sie: die berühmte Brücke