© Hans Schönherr 2013
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2013
7. Tag: Holzminden - Bodenwerder - Hameln - Hessisch-Oldendorf (Ortsteil Fuhlen) gefahrene Strecke: 68 km Gesamtstrecke: 380 km Wetter: vormittags leichter Dauerregen, nachmittags Regenschauer, Temperatur vormittags 9 Grd. C, nachmittags 10 Grd. C. Heute hat mein Smart-Phone auf  "www.wetter.com" für den Vormittag leichten Dauerregen, für den Nachmittag Regenschauer angesagt. Nach dem Weckruf durch die synthetische Stimme luge ich vorsichtig zum Fenster hinaus und stelle mit Erschrecken fest, dass die Wettervorhersage richtig ist: dunkelgrauer Himmel, Pfützen am Boden und leise plätschernder Regen. aber was soll's: Gegen Petrus kann man nichts ausrichten! Wir ziehen die Betten ab, packen unsere "sieben Sachen" und gehen zum Frühstück. Es gibt ein gutes Frühstücksbuffet, zwar nicht luxuriös, aber besser als in manch einer Herberge, die wir schon kennengelernt (Stichwort Philippsthal) haben. Wir stellen fest, dass wir in einer Jugendherberge übernachtet haben, dass wohl aber mehr als 75% der anwesenden Gäste älter als 27 Jahre und nur die wenigsten als Kinder oder Jugendliche zu bezeichnen sind. Nach dem Frühstück packen Helmut und ich unsere Fahrräder. Meinen Rucksack hülle ich in einen Müllbeutel, damit er nicht nass wird, und mich hülle ich in eine Regenhose und eine Regen-/Windjacke. Diese Sachen hatte ich schon auf dem Jakobsweg dabei und hatte sie in nicht so guter Erinnerung, weil ich darunter fürchterlich geschwitzt habe, so dass ich eher von innen, als von außen nass war. Wir starten auf der rechten Seite des Flusses und fahren weiter weserabwärts. Für heute haben wir uns eine Strecke von knapp 70 km vorgenommen. Der Regen ist für Brillenträger ziemlich unangenehm, da die Tropfen hängen bleiben und die Sicht behindern. Helmut und ich leiden beide darunter. Ein Scheibenwischer für Brillen wäre durchaus angebracht!   Nach etwa 15 Kilometern legen wir trotz des Regens eine kurze Pause ein, da mein Toxy an dieser Stelle die 5.000-Kilometer-Marke durchbrochen hat (sofern der Tacho auch ordentlich geeicht war, wovon ich aber natürlich ausgehe). Nach einem Erinnerungsfoto fahren wir weiter. Auf der Weser begleiten uns immer wieder Kanufahrer, sie sich vom Regen offensichtlich auch nicht abschrecken lassen. In Rühle treibt uns der Regen dazu, nach etwas Schutz zu suchen. Wir vertilgen bei dieser Gelegenheit jeder zwei Müsliriegel, bevor es weitergeht nach Bodenwerder, der Münchhausenstadt. Dort wird gerade heute am 12. Mai sein Geburtstag gefeiert, und die Geschäfte haben ab 13:00 Uhr, teilweise auch schon früher geöffnet. Wir fotografieren das Münchhausen-Haus und einige witzige Dinge, die an den Lügenbaron erinnern. Helmut lädt mich auf einen Cappuccino ein, den wir ziemlich lange genießen. Neben uns haben sich zwei Radler- Pärchen breit gemacht, die wir auf unserem heutigen Weg noch öfters wieder treffen sollten. Schließlich verlassen wir Bodenwerder und auch den Weser- Radweg, indem wir auf der "falschen" Weserseite bis nach Hehlen fahren, um dort die Weser wieder zu kreuzen. Wir wundern uns über die vielen Camping- und WoMo-Stellplätze, die die Weser säumen. Das Wetter ist zwischenzeitlich besser geworden, auch die Sonne scheint zuweilen, und blauer Himmel ist zu sehen. Wir passieren das Atomkraftwerk Grohnde, in dessen Vordergrund sich eine Schafherde gütlich tut. Uns begegnen heute wieder viele Radwanderer, ab und zu kommt es zu einem kurzen Plausch. Die Radwege sind am heutigen Tag eigentlich ziemlich gut, wir müssen kaum auf Straßen mit Autoverkehr fahren. Allerdings sind unserer Meinung nach diejenigen, die die Radwege projektieren, bisher wohl kaum selbst Fahrrad gefahren: Sehr enge Kurven sind nicht selten zu finden, und in diesen Kurven befinden sich dann auch noch starke Steigungen - völlig indiskutabel! Ich muss teilweise anhalten, um durch die Kurven zu kommen, allerdings hat das Toxy bauartbedingt auch einen ziemlich großen Wendekreis. Nach wenigen weiteren Kilometern erreichen wir dann die Rattenfängerstadt Hameln. Zunächst müssen wir uns im Zuge eines Flohmarktes durch viele Fußgänger quälen, die auf uns keine Rücksicht nehmen. Dann gelangen wir in die Altstadt und können den englisch sprechenden Rattenfänger höchstpersönlich bewundern. Schließlich lassen wir uns bei strahlendem Sonnenschein noch einen Cappuccino schmecken, bevor wir uns auf den Weg nach Hessisch- Oldendorf machen, wo wir in Loni's Radpension telefonisch ein Zimmer gebucht haben (54.--Euro). Kaum haben wir Hameln verlassen, sucht uns erneut ein heftiger Regenschauer heim, so dass wir bei einer Tankstelle Unterschlupf suchen müssen. Christl ruft mich unterwegs an und teilt mir stolz mit, dass sie und unserer Labrador Timmi beim Obedience-Wettbewerb in der Hundeschule heute den zweiten Platz belegt haben. Die letzten Kilometer haben wir, insbesondere aber Helmut, mit Gegenwind zu kämpfen. Da macht sich der geringere Luftwiderstand beim Liegerad doch bemerkbar. Wir erreichen unsere heutige Unterkunft. Loni stellt sich als ältere (70+?), freundliche Dame heraus. Das Zimmer ist eine ganze Wohnung und das Bad ist das größte und schönste, was wir bisher gehabt haben. Nach den üblichen Ritualen gehen wir gegen 18:30 Uhr in die Ortschaft, um uns ein wenig zu stärken (gut, reichlich und preiswert). Übrigens: wir haben heute Bergfest, da wir schon mehr als die Hälfte der Gesamtstrecke absolviert haben!
7. Tag - 12.5.2013
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