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3. Tag: Philippsthal - Heringen - Untersuhl - Creuzburg gefahrene Strecke: 51 km Gesamtstrecke: 122 km Wetter: vormittags Nebel, nachmittags heiter, abends 23 Grd. C Wie bereits schon gestern weckt uns morgens die synthetische Stimme von Helmuts Handy. Bis zum Frühstück ist schon alles zusammengepackt. Das Frühstück wäre ganz akzeptabel gewesen, wenn die Brötchen einigermaßen in Ordnung gewesen wären: sie fühlen sich an, als ob sie bereits dreimal aufgebacken worden sind, und sie schmecken auch entsprechend. Helmut und ich amüsieren uns über einen anderen Fahrradfahrer am Nachbartisch, der schon die ganze Zeit laut lamentiert und seinem Tischnachbarn erzählt, dass man sich in Ostfriesland bei Gewitter flach hinlegen muss, um nicht vom Blitz getroffen zu werden. Wir meinen, dass da bereits genügend Kühe sind, die dann erwischt werden, weil sie sich nicht so flach hinlegen können, wie dieser Radfahrer. Die Bedienung ist auch etwas wenig zugänglich, eigentlich sogar ausgesprochen muffig, so dass wir dieses Lokal nicht unbedingt weiter empfehlen können. Punkt 9:00 Uhr starten wir unsere heutige Tour bei trüben und nebeligem Wetter. Schnell sind wir wieder über die Werra gefahren und stellen fest, dass das der falsche Weg ist. Nachdem wir an einigen noch in Betrieb befindlichen Kaligruben vorbei gefahren sind, treffen wir wieder auf den Werra-Radweg. Bei Heringen macht uns ein langer Anstieg zu schaffen, so dass wir lieber beide das Radl schieben. Langsam klart das Wetter auf. Nach einiger Zeit kommt die Sonne durch, und wir können unsere Jacken ausziehen. Die Rapsfelder machen sich durch ihren betörenden Duft bemerkbar. Links von uns können wir den riesigen "Monte Kali" bewundern, der aus dem Abraum des Kalibergbaus entstanden ist. Drei Störche begleiten bei Berka unseren Weg, indem sie über uns im Himmel ihre Kreise ziehen. Einer von ihnen landet in kurzer Entfernung von uns, so dass wir ihm zusehen können, wie er Frösche oder andere Kleintiere erbeutet. Wir fahren bei Widdershausen längere Zeit auf einem aufgeständerten Weg, weil es zu sumpfig ist. Wir bewundern den Anblick der sich entfaltenden Natur. Schließlich erreichen wir Gerstungen-Untersuhl, wo wir eine Rundkirche anschauen können, die leider wegen Renovierungsarbeiten von außen eingerüstet ist, dafür aber von innen umso schöner ist. Auf unserer weiteren Fahrt sehen wir die Burgruine Brandenburg aus einiger Entfernung. Interessant ist, welch unterschiedlichen Anblick sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln bietet. In Gerstungen kaufen wir bei einem REWE-Markt Mineralwasser ein und gönnen uns bei einem Thüringer-Wurst-Grill unser Mittagessen. Kein Vergleich zur gestrigen Wurst in Bad Salzungen: Diese hat richtig gut geschmeckt. Bald erreichen wir Hörschel, wo der Rennsteig- Wanderweg beginnt. Helmut und ich können es uns nicht verkneifen, uns "Gut Runst" zuzurufen, dem Gruß der Rennsteig-Wanderer. Dort steht auch eine nicht zugängliche Kirche, die im Stil des Historismus als neugotisches Bauwerk errichtet wurde. In Spichra machen machen wir bei einer kleinen, niedlichen Barock-Kirche (Dreifaltigkeitskirche) halt. Diese hat sogar geöffnet, so dass wir sie besichtigen können. Auf der weiteren Fahrt überholen wir zwei Wanderinnen, von denen eine eine Jakobsmuschel am Rucksack trägt. Ich grüße mit "Buen Camino", womit die beiden wohl nichts anfangen können. Gleichwohl unterhalten wir uns längere Zeit miteinander, wobei wir feststellen dass eine der Pilgerinnen aus Nortorf in Schleswig-Holstein kommt. Sie pilgern von Eisenach nach Marburg und sind heute den ersten Tag unterwegs. Ich frage die beiden, ob sie denn auch mal nach Santiago wollen, was beide entrüstet ablehnen, weil dort alles überlaufen sei. Bald trennen sich unsere Wege wieder. Nach einiger Zeit erreichen wir die historische Werrabrücke bei Creuzburg von 1223. Die siebenbogige Werrabrücke ist die älteste Natursteinbrücke Deutschlands nördlich des Mains. Wir versuchen telefonisch eine Unterkunft für heute zu finden und sind schließlich im Gasthof "Torklause" in Creuzburg erfolgreich (50.--Euro mit Frühstück). Als wir den Berg heraufkommen, werden wir an der Straße schon von der Wirtin erwartet. Die Fahrräder sind schnell weggeschlossen, und wir können unser Zimmer beziehen. Das franz. Bett ist ziemlich schmal, Helmut und ich glauben aber, dass wir miteinander auskommen werden. Nach dem "stadtfein machen" gehen wir zur Burganlage Creuzburg und genehmigen uns im dortigen Hotelrestaurant einen Kaffee und ein Stück Stachelbeer-Baiser-Sahne-Torte. Anschließend machen wir einen Rundgang durch die Burganlage und bewundern die dortige Blütenpracht. Schließlich geht es steil abwärts ins Städtchen, wo wir uns noch die Kirche ansehen. Dann aber wollen wir doch etwas essen, die Bratwurst von Mittag hat nicht lange vorgehalten. Wir gehen in den Biergarten unseres Gasthofes in der dritten Etage und genießen dort unser Abendessen mit gut schmeckendem Dunkelbier. Die Wirtin des Gasthofes bedient uns und erzählt so einige Dinge aus der Historie des Örtchens. Heute macht es Spaß, draußen zu sitzen und unter blauen Himmel den ersten Abend im Freien zu erleben - immerhin sind es 23 Grd. C!   ...und dann noch Tagebuch schreiben!
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3. Tag - 8.5.2013
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