hs Reisen und mehr Fahrradreise 2013
12. Tag: Rodenkirchen - Nordenham - Blexen - Bremerhaven - Cuxhaven gefahrene Strecke: 65 km Gesamtstrecke: 720 km Wetter: Nebelig, bedeckt, leichter Wind - meist von vorne, Temperatur 14 Grd. C In der Nacht hat es ein ziemlich heftiges Gewitter gegeben; ich habe nichts davon gemerkt, aber Helmut hat das Fenster zugemacht. Helmuts Unkerei, dass es zum Frühstück nur Toastbrot gibt, erweist sich als Fehleinschätzung. Unsere Vermieterin serviert uns auf der Veranda ein gediegenes und ordentliches Frühstück mit Schinken, Käse, Marmelade, gekochten Eiern, Joghurt und....frischen Brötchen. Das Frühstück steht so ganz im Gegensatz zum Innenausbau der Ferienwohnung, wo alles nur halbfertig und provisorisch aussieht und seeeeehr großzügige Toleranzen vorhanden sind. Die Vermieterin hat heute auch keine Lockenwickler in den Haaren! Ich sage zu Helmut: "Sie braucht heute keine Lockenwickler, weil sie sich mit unserem Mieteinsatz in Höhe von 50,-- Euro nun wahrscheinlich den Frisör leisten kann!" Wir haben jedenfalls beim Frühstück viel Spaß, weil wir immer wieder kleine Unzulänglichkeiten und Schlampereien an dem Haus und seinem Ausbau entdecken. Als wir unsere Räder packen, versucht der Haushund mein Fahrrad anzupinkeln - gelingt ihm aber nicht. Unsere Vermieterin erzählt uns zum Abschied noch, dass die Fähre von Blexen nach Bremerhaven u.U. wegen Bauarbeiten nicht fährt - das wäre eine tolle Geschichte, wenn wir hier kurz vor Ostfriesland stranden würden! Kurz nach 9:00 Uhr fahren wir los in den Nebel. Schafe und Lämmer begleiten unseren Weg, ab und zu auch ein paar Kühe. Das mit der Fähre lässt mir keine Ruhe, so dass ich kurz im Internet recherchiere, um festzustellen: Die Ampel steht auf grün! Wir fahren weiter am Deich entlang, es ist richtig ungemütlich. Wir gelangen nach Nordenham mit seinen ausgedehnten Hafenanlagen. Wir fahren eine ziemlich lange Strecke entlang der Hauptstraße durch diesen Ort, bis wir endlich Blexen erreichen. Dort geht es zur Fähre nach Bremerhaven, die auf uns zu warten scheint, weil sie gleich, nachdem wir auf sie gerollt sind, losfährt. Die Überfahrt durch den dicken Nebel kostet 3,70 Euro. Nach einer viertel Stunde kommen wir am anderen Weserufer an und wursteln uns durch Bremerhaven. Zunächst am Museumshafen vorbei, der sehr eindrucksvoll ist und der sicher auch einen längeren Besuch wert ist. Wir fotografieren hier ein bisschen. Dann geht es weiter durch ausgedehnte Hafenanlagen mit dem Containerterminal, mit der Autoverladung und vielen mehr oder weniger interessanten  sonstigen Verladeeinrichtungen. Wenn man sieht, welche Mengen an Gütern hier für Im- und Export verladen wird, dann kann man eigentlich nur annehmen, dass es der deutschen Wirtschaft immer noch gut geht! Wir fahren vorbei an riesigen Schiffen in den Trockendocks der Werften. Als uns ein rangierender Güterzug die weitere Fahrt unmöglich macht, trinken wir zur Feier des Tages ein Schnäpschen und prosten dem Rangierer zu! Dann sind wir nach mehr als zehn Kilometern bald draußen aus Bremerhaven, und der Deich hat uns endlich wieder. Eigentlich hatten wir vor, heute nur bis nach Berensch, ca. 20 km vor Cuxhaven zu fahren, um den Rest dann morgen zu bewältigen. Weil wir aber so gut drauf sind, beschließen wir, bis nach Cuxhaven Duhnen zu fahren und uns dort ein Hotel zu suchen, evtl. aber auch, wenn alle Stricke reißen, die Jugendherberge zu nehmen. Wir haben ziemlich mit Gegenwind zu kämpfen, auch wenn er eigentlich nicht besonders stark ist. Einige Streckenabschnitte, die vor dem Deich verlaufen, sind geschottert und nicht immer so ganz angenehm zu befahren. In Cuxhaven versuchen wir ein Zimmer zu finden, was uns erst im zweiten Anlauf gelingt. (Beim ersten Anlauf muss man mindestens zwei Nächte übernachten.) Wir mieten uns im Hotel Kamman für 75.-- Euro incl. Vier-Sterne-Frühstück - ein. Das Zimmer ist zwar klein, aber sehr ordentlich und hell. Nachdem ich mich "schön" gemacht habe, gehe ich in den Aufenthaltsraum des Hotels und schreibe diesen Bericht. Gleich werden wir unseren Abschiedsabend feiern, da unsere Radtour morgen zu Ende sein wird. Wir werden im Laufe des Vormittags ganz gemütlich zum Bahnhof radeln und von dort gemeinsam nach Hamburg mit der Bahn fahren. Ab Hamburg werden sich unsere Wege trennen: Helmuts nach Güstrow, meiner nach Kiel.
12. Tag - 17.5.2013
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