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Reisen und mehr
© Hans Schönherr

Timmis Seite

meine Tagebücher

Jahr 2018

26. Januar 2019

Heute ist Sonntag, und seit gestern regnet es Bindfäden. Meine Chefin und ich sind pitschenass von unserer Morgenrunde nach Hause gekommen. Das wird ein ganz fauler Sonntag, soviel ist gewiss. Meine Chefin ist mit meinem Tagebucheintrag total im Rückstand – sie wundert sich immer wieder, wo die Woche geblieben ist –, dass jetzt aber schon über ein Jahr fehlt, ist wirklich skandalös! Aber nun sitzt sie an ihrem PC, daneben ihr Kalender vom Jahr 2018 und schreibt wie wild darauf los. Da habe ich das doch wirklich gut, denn ich liege neben ihr faul auf der Decke. Da meine Operationswunde am hinteren rechten Bein noch immer nicht vollständig verheilt war, mussten wir Anfang des Jahres noch insgesamt viermal zum Tierdoc. Diese Besuche waren aber nicht mehr so stressig. Und dank eines coolen Gummistiefels gab es dann auch wieder richtige Spaziergänge. Nur ins Wasser durfte ich nicht. Unter uns gesagt macht das im Winter ja auch nicht wirklich Spaß. Abgesehen von den regelmäßigen Besuchen bei Dr. Voß habe ich die Monate Januar und Februar als ganz faul in Erinnerung. Ein paar Mal allerdings musste ich meinen Lieblingsplatz räumen und wurde ein wenig hin und her gescheucht, denn wir hatten den Maler zu Besuch. Der sollte dem Treppenhaus und der Küche wieder frische Farbe verpassen. Und ich war dann doch auch ab und zu ein bisschen im Weg, aber es war ja auch spannend, wie das alles so ablief. Hermann, unser Maler hatte auch immer das eine oder andere Leckerli für mich in der Hosentasche, denn er hat selbst ein Hundemädchen zu Hause. Ich hatte demzufolge nichts dagegen, wenn Hermann morgens an der Tür geklingelt hat. Ende Februar war es dann mit der Winterpause endgültig vorbei, denn wir wollten am 03. März wieder mit unserem Wohnmobil auf große Fahrt gehen, und es gab vorher eine Menge und zu packen und zu erledigen. Und es wurde doch tatsächlich auch noch richtig Winter mit Eis und Schnee. Mein Chef hat dann noch ganz schnell eine Firma aufgetrieben, die den Winterdienst für uns übernommen hat. Und das war auch gut so, denn der Winter sollte bis Anfang April anhalten. Andalusien war unser erstes Reiseziel in diesem Jahr. Wir hatten uns auf warme und sonnige Tage eingestellt, aber zunächst einmal ging es bei eisiger Kälte los. Immer, wenn mein Chef den Motor angelassen hat, habe ich mich sofort auf die dicke Matratze zwischen Fahrer- und Beifahrersitz geschmissen und genüsslich vor mich hin geträumt. Und während der Pausen haben wir viele spannende Spaziergänge unternommen, bei denen ich nach Lust und Laune schnüffeln und stöbern konnte. Auf den Campingplätzen musste ich mich dann aber immer benehmen und durfte auch nicht den vielen Katzen hinterher jagen, die dort umherschlichen und mich schier zum Wahnsinn getrieben haben. Obwohl es immer wieder kalt und stürmisch war und auch ganz oft geregnet hat, hat mir die Reise gut gefallen. Viele Orte, durch die wir gefahren sind, kannte ich bereits, und trotzdem war es wieder ganz anders als beim letzten Mal. Meine Zweibeiner fanden die Reise auch sehr abwechslungsreich und spannend. Was ihnen aber überhaupt nicht gefallen hat, waren die vielen Gewächshäuser, die die schöne Natur in Andalusien verschandelt haben. Aber wenn man auch im Winter nicht auf Tomaten und Gurken verzichten will, darf man sich darüber auch nicht aufregen. Auf unserer Heimreise verbrachten wir die Ostertage bei sonnigem, aber windigem Wetter in Frankreich auf einem wunderschönen kleinen Campingplatz. Da hatten wir es doch viel besser als unsere Lieben zu Hause, denn Elisabeth und Bernd schickten uns eine E-Mail und teilten uns mit, dass es in Kiel noch einmal dick geschneit hätte. Eine Woche später war unsere fünfwöchige Andalusienreise dann aber doch zu Ende. Zu Hause angekommen, war alles wie immer. Zwischen den Spaziergängen am Morgen mit meiner Chefin, den Fahrradtouren zu Mittag mit meinem Chef und den Abendrunden konnte ich nach Herzenslust chillen. Abends haben wir uns meistens Hundefreunden angeschlossen. Manchmal waren wir so viele Hunde, dass man denken konnte, wir wären eine Hundeschule. Die Abendrunden waren auch immer besonders schön, denn es gab bei so manchem Zwischenstopp dann für uns alle ein oder mehrere Leckerlies. Regelmäßige Besuche in der Hundeschule standen auch wieder auf dem Programm. Ganz besonders sportlich ging es immer samstags bei Agility zur Sache, denn da muss Hund über Hürden springen oder sich durch Tunnels zwängen und Zweibeiner rennt nebenher und gibt Kommandos. Das war nicht nur für mich anstrengend, nein auch meine Chefin war hinterher das ein oder andere Mal ganz schön groggy. Außerdem haben wir zwei Kurse besucht, um Zielobjektsuche auszuprobieren. Ziel des Ganzen ist, dass der Zweibeiner etwas versteckt und ich muss es finden und mich davor ablegen. Bis jetzt waren das aber nur Schnupperkurse. Bis zur Kür ist es schon noch ein weiter Weg. Anfang Mai waren wir dann an einem Wochenende auf Fehmarn auf einem Campingplatz „Belt Camping“, der uns immer total gut gefällt. Da gibt es einen supertollen wilden Strand, an dem die Hunde das ganze Jahr über frei laufen dürfen. Es gibt da ganz viele Hasen, die aber so schnell sind, dass es sich nicht lohnt, sie zu jagen. Also warum anstrengen? Sollen sich doch andere darum kümmern. Als wir wieder zurück waren, hat sich mein Chef sehr umtriebig benommen. Er hat sich ganz viele Sachen zurechtgelegt und war ganz schwer am Packen. Mein Chef wollte doch tatsächlich wieder einmal auf eine längere Fahrradtour mit seinem Liegerad gehen. Bis nach München wollte er fahren und erst Ende Mai wieder zurückkommen. Meine Chefin und ich sind zu Hause geblieben und haben uns das so richtig gut gehen lassen. Besonders toll fand ich es, wenn meine Chefin ihre Gartenklamotten angezogen hat, um im Garten zu buddeln. Jedes Mal sprang dabei ein Rinderohr für mich heraus. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was das für ein irrer Spaß ist, in der Sonne auf dem Rasen zu liegen und genüsslich ein Rinderohr zu verspeisen. Vor Wonne habe ich mich dann hinterher noch ein paar Mal auf dem Rasen gewälzt. Den Juni habe ich auch noch bestens in Erinnerung. Das Wetter war einmalig schön, und mein Chef hat ganz häufig den Grill angeheizt. Oft waren auch Freunde zu Besuch, und wir haben schöne Stunden auf der Terrasse verbracht. Natürlich durfte ich das ein oder andere Rinderohr vernichten. Darüber hinaus stand ein großes Ereignis bevor: Mein Chef wurde 70 und das wurde natürlich gefeiert. Zwar nur in kleinem Rahmen, denn die Familie meiner Chefin, die in Bayern und Baden-Württemberg verstreut ist, wollten wir im Herbst besuchen und dort noch das ein oder andere Mal auf den Geburtstag anstoßen. Zur Geburtstagsfeier in Kiel kamen dann auch Bettina und Florian. Wenn die Beiden uns besuchen, geht es immer ganz lustig zu bei uns, halt anders als sonst. Wenn alle Vier dann am Tisch sitzen und essen und quatschen, lege ich mich gerne drunter, damit mir auch nichts entgeht. Der Juli war ein außerordentlich heißer Monat. Was ein Glück, dass unser Fußboden im Haus aus Fliesen besteht. So hatte ich die Möglichkeit, mir immer wieder ein kaltes Fleckchen zu suchen. Mitte des Monats wollten wir nach Südengland aufbrechen: Schon wieder Abenteuer! Vorher musste ich noch zum Tierdoc, denn es war Impfen angesagt. Die Engländer sind da ein bisschen komisch mit ihren Vorschriften. Aber alleine zu Hause bleiben wollte ich auch nicht. In England angekommen, habe ich schnell gemerkt, wie toll das hier ist. Das Wetter war sonnig und zum Teil auch ganz schön heiß: Wer hat gesagt, dass es in England nur regnet? Auf den Farmcampingplätzen gab es immer viel Platz für unser Wohnmobil und noch viel mehr grünes Gras zum Wälzen. In den großen Parks, die um die großen Schlösser und Herrenhäuser angelegt waren, waren auch Hunde sehr willkommen. Einmal musste ich zwar meine lange Flexileine gegen eine kurze rote Leine tauschen: Wenn es die glücklich macht, mir soll´s egal sein! Die Damen beim Einlass waren immer total nett, nur geküsst werden wollten sie nicht so gerne! Am letzten Tag fuhren wir noch mit einer kleinen historischen Eisenbahn. Viel Platz war da nicht im Wagen. Zum Glück gab es auch keine Türen, so dass ich meine Nase in die frische Luft halten konnte. An der Endstation angekommen, habe ich gleich gemerkt, dass wir am Meer waren. Meine Zweibeiner waren ganz schön erstaunt, wie schnell ich im Wasser war. Was für eine herrliche Erfrischung bei dem warmen Wetter. Zurück in Kiel ging im August erst mal wieder alles seinen gewohnten Gang. Das Wetter war immer noch heiß. Unser Rasen zu Hause war nur noch Stroh, so dass das Wälzen gar keinen Spaß gemacht hat. Ende August waren wir dann schon wieder unterwegs. Diesmal aber nicht mit dem Wohnmobil. Wir haben Helle und Ulrich in Dänemark besucht. Die haben ein Ferienhäuschen direkt am Meer. Das Wochenende wäre perfekt gewesen, wenn die Zwergpudeldamen (Mutter und Tochter) von Helle und Ulrich nicht ständig auf mir herumgehackt hätten. Kaum habe ich mich bewegt, schon fingen alle Beide im Chor an zu keifen. Draußen war das ja noch erträglich, aber drinnen hat mich das ganz schön genervt. Und ich war froh, als wir wieder auf dem Heimweg waren. Am Montag darauf stand mir doch schon wieder eine Operation bevor. Ich hatte am Auge eine Warze. Da sich solche Wucherungen unter Umständen schnell ausbreiten und für das Auge dann ein großes Problem darstellen, sollte sie entfernt werden. Als ich wieder wach wurde, musste ich zu meinem Leidwesen feststellen, dass die Stelle am Auge nicht die einzige Stelle war, an der Dr. Voß herumgeschnippelt hat. Insgesamt hatte ich mindestens fünf, wenn nicht gefühlt sogar fünfhundert operierte Stellen. Das Schlimmste aber war, dass ich so eine blöde, doofe Tüte um den Hals tragen musste, damit ich die Stelle am Auge nicht aufkratzen konnte. Was für ein Nervkram!!! Am 12. September haben meine Zweibeiner wieder einmal das Wohnmobil gepackt, denn wir wollten Richtung Bayern und Baden-Württemberg aufbrechen. Meine Chefin hatte einen genauen Plan ausgearbeitet, wo wir überall hin wollten und erwartet wurden. Ganz besonders toll habe ich unseren Besuch in Tutzing in Erinnerung, denn da leben meine beiden Freunde Brulo und Sarah. Die wohnen in einem großen Haus mit einem riesigen Garten und zum Starnberger See ist es fast um die Ecke. Sarah und ich sind ausgiebig durch den Garten getobt, und wir haben tolle Spaziergänge am See und auf der Ilka-Höhe unternommen. Es war himmlisch! Und bei der Schwester meiner Chefin, der Ursel, mit der wir auch ganz toll wandern waren, hat der Blitz eingeschlagen. Ich lag gemütlich unterm Tisch, als ein greller Blitz zu sehen und ein ohrenbetäubender Lärm zu hören war. Nicht nur die Zweibeiner sind hochgeschreckt, auch ich war sofort auf den Beinen. Was für ein Abenteuer! Ich habe diese Tage leider auch sehr schmerzhaft in Erinnerung. Ich weiß nicht mehr genau, wann es war, aber beim Treppensteigen habe ich plötzlich diese heftigen Schmerzen gespürt. Meine Zweibeiner haben das natürlich nicht gemerkt, und wie sollte ich ihnen das mitteilen? Das Treppenhaus von Gitti in Feucht habe ich dann boykottiert, die Schmerzen waren einfach zu heftig. Als wir dann wieder in Kiel angekommen waren, ist meine Chefin dann auch gleich mit mir zum Agility, und in meiner Not bin ich an den Hürden vorbei gelaufen. Nun war es auch meinen Zweibeinern klar, dass mit mir etwas nicht stimmt. Der Tierdoc stellte dann fest, dass das Problem im Rücken und in den Ellbogengelenken der vorderen Beine saß. Zunächst einmal wurden mir Schmerzmittel verpasst. Erst beim nächsten Besuch gut zwei Wochen später sollte dann geröntgt werden, wenn die Schmerzen immer noch da waren. Um das Röntgen kam ich leider nicht herum: Stress pur war angesagt und es stellte sich heraus, dass Arthrose im Anmarsch war!! Zu allem Überfluss wurde auch noch eine bakterielle Entzündung am rechten vorderen Bein entdeckt, und so konnten wir uns erst nach drei Stunden die Praxis wieder verlassen. Der Tierarzt hat uns noch mit auf den Weg gegeben, dass Agility und Laufen am Rad gar nicht mehr gut sei, und das mit dem Toben: Besser nicht! Und das Schlimmste war, dass ich wieder das olle T-Shirt anziehen musste. Am 23. November hatten wir noch einmal einen Kontrolltermin beim Tierdoc. Die bakterielle Entzündung war verheilt und auch sonst ging es mir soweit ganz gut. Ich bin mir auch sicher, dass meine Zweibeiner nichts unversucht lassen, damit ich keine Schmerzen habe. Zur besonderen Versorgung meiner Gelenke mischen sie jetzt so ein komisch braunes Pulver in mein Futter. Der Dezember war dann alles in allem sehr entspannt. Wir hatten immer wieder Gäste zu Besuch: Für mich jedes Mal ein Fest mit Rinderohren!! Meine Zweibeiner trieben sich auch ganz häufig in der Küche rum, denn es wurde Zeit zum Plätzchen backen. Weihnachten haben wir es uns gemütlich gemacht und waren einmal zu Brunch bei Ingelore und Kalle. Sylvester waren wir bei Margit und Gerald eingeladen. Ich durfte sogar meine Hundematratze mitnehmen. Und Margit hatte eine ganz dicke Möhre für mich vorbereitet. Das Jahr 2018 war alles in allem ein wirklich ganz tolles Jahr, wenn man von den vielen zum Teil blöden Tierdoc-Besuchen einmal absieht. Ich wurde aber jedes Mal dick belohnt, darum habe ich mich dort auch extra brav benommen.
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