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Reisen und mehr
© Hans Schönherr

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meine Tagebücher

Jahr 2017 21. Dezember 2017 Endlich, endlich, endlich habe ich meine Chefin dazu gekriegt, wieder über meine Erlebnisse zu schrei- ben. Eigentlich sollte es ja ein Tagebuch werden mit regelmäßigen Einträgen, aber wie es halt immer so ist, alles andere ist dann doch noch viel wichtiger. Nachdem Sylvester 2016 das Büroschild zugeklebt worden ist, hat meine Chefin im Januar und Februar ihr Büro ausgeräumt. Erst stand ein riesiger Container im Flur für das Altpapier, danach flogen die Büromöbel raus und ganz zum Schluss wurden die Wände blau gestrichen und ein großes Schlafsofa an- geschafft. Das ist für meine beiden Zweibeiner jetzt der „Blaue Salon“, der für unsere Gäste reserviert ist. Mir ist das aber ziemlich egal, denn seit ich einmal nachts (meine Zweibeiner haben davon gar nichts mitbe- kommen) von der Treppe gestürzt bin, ist die Treppe einer meiner größten Feinde, die von mir ignoriert wird: Selbst, wenn oben jemand mit der al- lerleckersten Wurst steht, gehe ich da nicht mehr hoch, sondern schlafe nur noch im Flur im Erdgeschoss. Nach den Umbaumaßnahmen sind wir sofort mit unserem neuen Wohnmobil, an das ich mich erst einmal gewöhnen musste, das aber gar nicht so schlecht ist) nach Sizilien aufgebrochen: Sechs Wochen am Stück waren wir unterwegs. Für mich war das aber nicht immer so lustig: Zuhause habe ich ganz viel Wald, in dem ich meine wichtigen Geschäfte erledigen kann, und was gab es dort: So gut wie nix! Einmal musste ich mich sogar mit einer kleinen grünen Verkehrsinsel und einem winzigen Busch begnügen. Und dann die vielen wilden Hunde, die sich mir gegenüber manchmal ganz schön blöd benommen haben: Einmal musste mein Chef sogar mit dem Fuß dazwischen gehen, weil so ein ungepflegtes Etwas von Hund aus dem Schlaf hochsprang und auf mich losging. Da lobe ich mir doch Südschweden, da waren wir nämlich im Juli. Da konnte ich bei schönem Wetter nach Herzenslust im Wald stöbern und auch sonst die Zeit wunderbar genießen. Die Leute waren da sehr nett und sogar als Hund war man auch gerne gesehen. Im August haben uns dann Bettina und Florian, der Sohn von meinem Chef besucht. Da war dann fast die ganze Zeit von Hochzeit die Rede. Die sollte im Oktober in Bayern, wo die beiden zu Hause sind, stattfinden. Sehr schnell musste ich feststellen, dass ich nicht mit eingeladen war. Schade eigentlich, aber durchaus auch vernünftig, hatte ich doch keine Lust, die ganze Hochzeitsfeier über im Wohnmobil bleiben zu müssen. Und das wollten mir auch meine Zweibeiner nicht antun. Im Oktober wollten Chefin und Chef eigentlich eine Radtour ent- lang der Elbe machen. Leider fiel das ins Wasser, da Chefin Probleme mit ihrem Rücken bekam. Also fiel die Radtour ins Wasser. Stattdessen fuhren wir ins Zittauer Gebirge und machten dort ein paar gemeinsame Wandertage mit Margit und Gerald, die just zu diesem Zeitpunkt dort schon gebucht hatten. Wir standen mit dem WoMo auf dem Campingplatz. Alles in allem waren wir in diesem Jahr viel unterwegs. Seit 1. November steht das Wohnmobil nun trocken in der Halle, und wir dür- fen erst am 1. März wieder los (Saisonkennzeichen). Seitdem schlagen wir uns mit Dauerregen herum. Dort, wo ich immer spazieren gehe, ist nur noch Matsche, was mich ja eigentlich überhaupt nicht stört, aber meine Chefin ist darüber überhaupt nicht glücklich. Das Jahr 2017 geht langsam aber sicher zu Ende, aber was mir in den letzten Wochen passiert ist, das wünsche ich nicht einmal meinem Erzfeind Paul, der ja eigentlich ganz friedlich ist, mich aber vor ganz langer Zeit vermöbelt hat, so dass ich ihn einfach nicht mehr leiden kann. Ende November stellt mein Chef fest, dass an meinem rechten hinteren Bein ein dicker Knoten zu spüren ist. Sollte das schon wieder so ein blöder Tumor sein? So sind wir natürlich gleich zu Doc Voß. Nachdem er aus dem Knoten eine Probe entnommen hatte, mussten wir im Wartezimmer auf das Ergebnis warten. Das dauerte ziemlich lange, und mein Chef meinte, das würde nichts Gutes verheißen. Um es kurz zu machen, es war wieder ein Tumor, der – wie sich später im Labor herausstellte – aber gutartig war, Am 28. November sollte ich operiert werden. Ich habe mir nur gedacht, noch einmal ziehe ich das alte T-Shirt von meiner Chefin, das ich nach meiner Operation von vor zwei Jahren ganz lange Zeit tragen musste, nicht an. Die Operation hat wohl ziemlich lange gedauert und als ich wach wurde, hatte ich so einen saublöden Kragen um, wohl um mich davor zu bewahren, an der Wunde zu schlecken. Meine Chefin wollte mir das aber ersparen und hat zwei Nächte mit mir im Wohnzimmer verbracht. Und nun habe ich immer eine Socke über dem Verband. Auf Socken herumzuschlecken macht keine Spaß, und so lasse ich das lieber. Leider konnte Dr. Voß die Stelle, wo er den Tumor hatte, nicht ganz schließen, weil an dieser Stelle kaum Gewebe und auch keine Haut zur Verfügung waren. Seitdem habe ich ein Loch mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimetern, das von selber zuheilen muss. Könnt Ihr Euch vorstellen, was das zu bedeu- ten hat? Regelmäßig zum Verbinden auf den Behandlungstisch von Dr. Voß – kein bisschen lustig, Schmerzen, bis der Arzt kommt – kein bisschen lustig, nur kurze Spaziergänge – kein bisschen lustig, Toben mit meinem Kumpels auch tabu – kein bisschen lustig, an der Leine laufen, damit ich nicht ins Wasser abhaue – kein bisschen lustig. Allerdings werde ich jedes Mal von Dr. Voß mit ganz vielen Leckerlies belohnt. Meine Chefin hat ihm aber gleich gesagt, dass er dann nicht schimpfen darf, wenn ich nicht unter 40 Kilogramm komme! Dr. Voß ist wirklich ein prima Arzt, auch wenn er mich immer wieder so zurichten muss. Aber da kann er ja gar nichts dafür. Und seine Mitarbeiterinnen habe ich auch alle so richtig gerne. Letztens hat Frau Völz meine Wunde versorgt, weil Dr. Voß keine Zeit hatte, und das hat sie wirklich ganz prima gemacht. Morgen müssen wir noch einmal zum Verbinden in die Praxis. Dann ist erst einmal Weihnachten, wir kriegen Besuch und ich hoffentlich gaaanz viele Geschenke und Rinderohren. Fröhliche Weihnachten Euch allen! Nach Weihnachten melde ich mich dann wieder: Meine Chefin hat hoch und heilig versprochen, mein Tagebuch im neuen Jahr immer auf dem Laufenden zu halten.
unsere Wandergruppe im Zittauer Gebirge alte Mühle in Schweden Hundebesuch bei uns im Garten ich habe gewonnen!!! und bin in der Ostsee!!! zurück zu Timmis Startseite zurück zu Timmis Startseite