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Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
6. Tag - 6. Juni
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6. Tag: Lengerich - Münster - Herbern - Werne   Tagesleistung: 86 km Gesamtstrecke: 448 km Wetter: morgens bewölkt und schwül, ab mittags blauer Himmel mit Wolken, abends Gewitter mit ein paar Tropfen Regen Wind: 1 aus allen Richtungen Temperatur nachmittags:28 Grd. C Heute Morgen gibt es Hotelfrühstück mit prima Rührei. Ich lasse es ruhig angehen und starte zum Fahrradladen. Die Exper- ten dort stellen die Schaltung genauso ein, wie ich es vorher getan habe. Kaum bin ich einige Kilometer gefahren, stelle ich als Ergebnis der Reparaturversuche fest: genau wie vorher! Also bastelte ich selbst noch ein bisschen herum und schmiere die Schaltbox mit Silikon- Spray. Nun funktioniert sie halbwegs, aber leider immer noch nicht narrensicher. Bis Ladbergen fahre ich auf Radwegen neben der Bundesstraße, überquere ab und zu den Dortmund-Ems-Kanal; weiter geht es dann bis Münster auf idyllischen kleine Forst- und Wirtschaftswegen. Natur pur - in den Feldern tolle Kornblumen!   Nachdem ich das Rad durch die komplette Fußgängerzone von Münster  geschoben habe, schließe ich es in der Nähe des Domes an ein Geländer an. Das Fahrrad selbst dürfte damit ausreichend gesichert sein - ich habe es auch gegen Diebstahl ordentlich versichert. Leider ist das Gepäck dabei immer relativ ungesichert, aber ich kann nicht fünf Taschen zu Besichtigungen mitnehmen. Also packe ich die Wertsachen in eine Packtasche, die ich bei mir trage und gehe das Risiko ein, dass der Rest gestohlen wird. Ich besichtige ausgiebig den den St. Paulus Dom von Münster: sehr schön und eindrucksvoll! Ein Stempel für meinen Pilgerausweis ist dort leider nicht zu bekommen. Nach einer kurzen Ruhepause geht es weiter Richtung Süden. Da ich früher schon sehr oft dienstlich in Münster gewesen bin und ich mich aus zu kennen glaube, verlasse ich mich auf meine Intuition und wähle prompt die falsche Richtung. So muss ich etliche Kilometer hinter Münster einsehen, dass das nicht ziel führend ist. Also strampele ich zusätzliche 10 km, um doch noch auf die B54 in Richtung Hamm zu gelangen. Auf dem Radweg der B54 nähert sich langsam von hinten ein Touren-Radler, der dann neben mir her fahrend längere Zeit mit mir Erfahrungen und Erlebnisse austauscht, sich dann aber verabschiedet, da er doch etwas schneller ist als ich. Der Wind kommt teilweise von vorne rechts, was auf Dauer schon etwas anstrengend ist. Am Ortseingang von Herbern werde ich durch großes Jakobsweg-Emblem begrüßt. Ich halte an, um mich zu orientieren. Neben mir packt eine Frau gerade den Einkauf aus ihrem Auto aus. Auf ihre Frage, ob sie mir helfen könne, bitte ich darum, meine Trinkflaschen mit Leitungswasser aufzufüllen. Sie nimmt stattdessen ein Flasche Mineralwasser und füllt damit meine Flaschen auf. Vielen Dank.   Hinter Herbern ist endgültig Schluss mit dem münsterländer Flachland: Es geht nun stetig bergauf und bergab, wobei ich zugeben muss, dass ich bergab eigentlich ganz gerne habe. Kurz vor Werne wird es Zeit, mich langsam um eine Unterkunft zu kümmern. In der DJH Lünen haben sie keinen Platz frei. Also rufe ich im Kapuzinerkloster Werne an, das im Pilgerführer als Unterkunft angegeben ist. Leider nimmt niemand das Telefon ab. Also suche ich kurz entschlossen die Adresse des Kapuzinerklosters in Werne auf. Ich läute an der Pforte und werde durch einen Mönch freundlich willkommen geheißen. Es zeigt mir mein Zimmer und lädt mich ein, morgen an der Messe um 7:00 Uhr teilzunehmen. Die Brüder würden sich dann auch freuen, wenn ich um 8:15 Uhr mit Ihnen frühstücken würde. Abends mache ich noch einen Stadtbummel durch Werne, sehe mir einen Nachtwächter an, der eine Gruppe Touristen führt und klöne ein Weile mit einer Frau, die ihren Hund dabei hat, über Hundeerziehung. Erkenntnis des Tages: Wer sich auf seine Intuition verlässt, muss mehr strampeln!
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© Hans Schönherr 2012-2015