hs Reisen und mehr
Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
54. Tag - 24. Juli
54. Tag: Melide - Santiago de Compostela   Tagesleistung: 53 km Gesamtstrecke: 3119 km - 0 km bis Santiago - rund 818 km seit St. Jean-Pied-de-Port Wetter: vormittags stark bewölkt, manchmal Nieselregen, nachmittags sonnig mit einigen Wolken Wind: manchmal unterstützend von hinten : Temperatur: 17:00 Uhr 27 Grd. C Aufwärts: rd. 555 hm Abwärts: rd. 735 hm Es ist geschafft - ich habe heute Nachmittag die Pilgerurkunde erhalten. Damit ist die Reise sozusagen abgeschlossen, auch wenn ich noch nicht wieder zu Hause bin. Ich freue mich, dass ich mein Vorhaben habe realisieren konnte. Auch wenn ich manchmal geflucht habe, wenn ich manchmal daran gedacht habe, dass es mit und in dem Wohnmobil sehr viel besser wäre, ich habe es durchgezogen. Heute Morgen habe ich nach dem Zusammenpacken und dem Desajuno (ich erspare mir, es zu beschreiben) kurz nach 8:00 Uhr die letzte Etappe in Angriff genommen. Wie der Rad-Pilger-Führer so trefflich beschreibt: Es ist eine Achterbahn. Kurze steile Anstiege, teilweise schöne lange Abfahrten. Das Wetter ist nicht so besonders, ab und zu nieselt es ein wenig (insbesondere bei den schnellen Abfahrten kondensieren die feinen Tröpfchen an der Brille selbst wenn es nicht regnet), und es ist kalt - irgendwie lässt der Atlantik grüßen. Bei der Hälfte der heutigen Etappe gibt es eine Stärkung: Schinken-Käse-Bocadillo mit einem Kaffee. Mit zwei Spaniern erörtere ich das Für und Wider von Liegerädern. Gegen 13:00 Uhr komme ich schließlich in Santiago de Compostela an. Schnell finde ich den Campingplatz, buche dort für drei Nächte ein, baue das Zelt auf, dusche mich und mache mich auf in die City. Ich laufe die letzten zwei Kilometer bis zur Kathedrale auf dem Pilgerweg (ohne Fahrrad, das auf dem Campingplatz bleibt). Ich schaue mir das Treiben der Pilger rund um die Kathedrale an, wie sie sich gegenseitig umarmen und in Tränen ausbrechen - Glücksgefühle.  Ich habe so etwas nicht verspürt. Ich freue mich zwar, aber nicht besonders überschwänglich. Ich lasse mich allerdings vor der Kathedrale von einem Mitpilger fotografieren. Im Pilgerbüro stelle ich mich in die lange Reihe der Pilger, die auch eine Compostela (Pilgerurkunde) haben möchten. Nach einer viertel Stunde ist es geschafft, ich habe sie. Da überkommt mich dann doch ein bisschen Wehmut. Anschließend mache ich einen Stadtbummel, gehe in ein paar Bars (Kaffee oder Bier), schaue mir die Souvenirs an, die ein echter Pilger mit nach Hause nehmen kann oder soll. In Santiago ist alles mit Gittern abgesperrt, Lautsprecher- und Multimedianlagen sind und werden aufgebaut. Offensichtlich sind dieses Wochenende und der morgige 25. Juli (Montag) Ausnahmetage in Santiago. Während meines Spaziergangs steht plötzlich das holländische Ehepaar, das ich auf dem Campingplatz in Portomarin kennen gelernt habe, vor mir. Sie sind schon einen Tag vor mir angekommen. Wir haben ein bisschen geratscht und uns gegenseitig fotografiert. Ich werde noch ein bisschen hier im Zentrum bleiben und zu Abend essen. Morgen ist Faulsein angesagt und Mitmachen bei der Fiesta. Erkenntnis des Tages: Man schafft alles, wenn man es nur wirklich will!
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