hs Reisen und mehr
Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
49. Tag - 19. Juli
49. Tag: Mansilla - Leon - Astorga   Tagesleistung: 67 km Gesamtstrecke: 2.845 km - noch ungefähr 260 km bis Santiago - rund 544 km seit St.-Jean-Pied-de-Port Wetter: ganztägig sonnig, einige Wolken Wind: meist stark seitlich von vorn Temperatur: 19:00 Uhr 27 Grd. C Die letzte Nacht habe ich gut geschlafen, obwohl es kalt war und der Wind kräftig geweht hat: ich habe mich einfach in meinen Schlafsack gekuschelt und den Reißverschluss zugemacht. Morgens gibt es zum Frühstück ein paar "Madeleines" und einen kleinen Kaffee vom Automaten. Dann mache ich mich auf die Strecke nach Leon. Ich fahre auf der N 601 auf dem breiten Randstreifen. Links von mir brodelt der Verkehr. Es geht im Prinzip 16 km nur bergan und der Wind kommt fast von vorne. Das ist sehr Kräfte raubend. Gegen 10:00 Uhr erreiche ich Leon. Den Weg, den der Reiseführer beschreibt, finde ich nicht. Also radele ich stolz wie ein König auf dem Randstreifen der vierspurigen N 601 nach Leon hinein. Ein besorgter Spanier weist mir den Weg, als ich grübelnd den Stadtplan studiere. Ich schiebe das Toxy die letzten paar hundert Meter bis zur Kathedrale (wegen einer Einbahnstraße, nicht etwa wegen eines Berges), schließe es am Gitter der Kathedrale an und mache eine kleine, etwa einstündige Stadt- und Kathedralenbesichtigung. Anschließend kaufe ich mir in einer Bar meinen Kaffee und ein Schinkensandwich. Ich suche mir den Weg stadtauswärts, durchquere etliche Industriegebiete und fahre weiter auf dem breiten Randstreifen der N 620 Richtung Astorga. Die Landschaft ist relativ eintönig. Der Radwanderführer schreibt dazu, dass man diese 46 km als Transit betrachten solle. Kurz vor Astorga gibt es noch einmal einen Anstieg über 100 hm auf über 900 m. Unterwegs überholt mich kurz hinter Leon beim bergauf fahren eine Gruppe von Mountainbikern, die ich bei Abwärtspassagen dann wieder hinter mir lasse. Kurz vor Astorga treffen wir uns dann wieder. Nachdem ich schon um 15:00 Uhr in Astorga ankomme, überlege ich, evtl. noch 10 km weiter zu fahren. Ich bin aber lieber faul und frage im Hotel Gaudi direkt neben der Kathedrale und dem Gaudi-Palast nach einem Zimmer. Für 45 € ist es zu haben, und ich akzeptiere. Ich rufe zu Hause an, und meine Frau erzählt mir, dass eine Freundin von uns zur Zeit in Gijon (an der Nordküste Asturiens) Urlaub macht und mit mir in Astorga essen gehen möchte. Na fein, ich freue mich sehr darüber und setzte mich mit ihr telefonisch in Verbindung - sie ist noch 50 km entfernt. Eine ¾ Stunde später treffen wir uns auf dem Platz vor der Kathedrale, besichtigen diese und machen anschließend einen Stadtrundgang. (Ich war schon zweimal in Astorga, habe es aber nie geschafft, die Kathedrale von innen anzuschauen, da auch diese nachmittags Mittagspause hat.) Abends gehen wir gemeinsam in ein Restaurant, das von außen unscheinbar aussieht, aber innen gemütlich ist und in dem man gut essen kann. Der Zufall hat es gut mit uns gemeint. Man soll sich nicht immer vom ersten Eindruck täuschen lassen. Ich bringe meinen Besuch noch zu ihrem Auto. Ich habe mich über diesen Überraschungsbesuch sehr gefreut. Anschließend schlendere ich zum Hotel zurück, wobei ich mir auf einem Platz anschaue, wie die Jugend für ein hier Ende des Monats stattfindendes Ritterspektakel mit Holzschwertern trainiert. Morgen soll es auf die höchste Stelle des Jakobsweges gehen: über den Rabanal-Pass zum Cruz de Ferro mit ca. 1500 m Höhe. Da Astorga aber schon auf 900 m liegt, sind nur 600 hm zu bewältigen, die Abfahrt nach Ponferrada geht dann auf 540 m hinunter - darauf freue ich mich schon sehr. Erkenntnis des Tages: Man soll sich nicht immer vom ersten Eindruck täuschen lassen
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