hs Reisen und mehr
Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
46. Tag - 16. Juli
46. Tag: Belorado - St. Juan de Ortega - Burgos   Tagesleistung: 54 km Gesamtstrecke: 2.603 - noch ungefähr 500 km bis Santiago - rund 300 km seit St. Jean-Pied-de-Port Wetter: tagsüber sonnig, fast ohne Wolken Wind: fast nicht zu spüren Temperatur: 15:00 Uhr 30 Grd. C Ungewohnt ist es, in einem richtigen Bett zu schlafen. Ich habe es jedenfalls nicht geschafft, richtig fest und gut zu schlafen, zumal mich der Verkehr auf der nahen Nationalstraße auch manchmal wach werden lässt. Um 7:00 Uhr werde ich wach, packe meine Sachen, nehme ein "Frühstück" (Kaffee, O-Saft, Kuchen) zu mir, und dann geht es ab. Die ersten 15 km auf der National- straße - rund 350 Höhenmeter bergauf bis zum “La Pedraja”. Die letzten drei Kilometer schiebe ich klaglos. Irgendwie gehört das nun dazu. Dann verlasse ich für 12 km die Nationalstraße und fahre auf dem Fußpil- gerweg durch endlose Wälder bergab auf Schotterstraße nach St. Juan de Ortega, einem kleinen Ort, der wegen seiner Klosterkirche bekannt ist. Unterwegs über- hole ich dutzende von Pilgern. In St. Juan de Ortega unterhalte ich mich bei einem Kaffee und einer Cola ziemlich lange mit ein paar Fußpilgern. Es sind Dänen aus Kopenhagen, die morgen ihre letzte Etappe bis Burgos haben und dann per Bus nach Madrid wollen, von wo aus sie nach Hause fliegen. Ich besichtige die Klosterkirche und den separat aufgestellten Altar. Anschließend geht es zurück auf die Nationalstraße, der ich auf einem parallel geführten "Radweg" folge. Es ist eine Schotterpiste und wird als alternativer Jakobsweg bezeichnet. Unterwegs treffe ich einen Neuseeländer Pilger, mit dem ich mich längere Zeit unterhalte. Schließlich gelange ich nach Burgos. Ich versuche den Hinweisen des Radpilger- führers zu folgen, um den Weg zum Campingplatz zu finden. Das funktioniert leider nicht, und ich finde mich im Stadtzentrum wieder, um dann erneut vier Kilometer parallel zur bisherigen Strecke auf der anderen Flussseite zurück zu fahren. Na ja, dafür ist der Campingplatz sehr schön und sehr weit außerhalb mitten in einem Park gelegen. Heute sind es wieder nur rd. 50 km geworden - ich denke, morgen muss ich einmal etwas zulegen, da es auch ziemlich eben daher gehen wird. Die Gegend soll auch nicht so interessant, angeblich sogar sehr eintönig sein; sie wird Meseta genannt. Ich fahre mit dem Bus vom Campingplatz nach Burgos hinein, was mich 80 Cent kostet. Auf dem Pilgerweg schlendere ich durch die Straßen bzw. Gassen von Burgos in Richtung Zentrum und bewundere die schönen Veranden, die irgendwie Wohlhabenheit widerspiegeln. Schließlich gelange ich zu der berühmten Kathedrale, die stilistisch viele Ähnlichkeiten mit dem Kölner Dom aufweist, weil der damalige Baumeister auch am Kölner Dom mitwirkte. Vor 14 Jahren, als ich zuerst hier gewesen bin, konnte man sie ohne weiteres besichtigen. Heute kostet es Eintritt. Für den normalen Menschen 5 €, für den unnormalen - sprich Pilger unter Vorlage der Credential (Pilgerausweis) - 2,50 €. Ich gehe dennoch in die Kathedrale, die irgendwie nicht zu fassen ist, so groß und weitläufig ist sie. Nach dem kulturellen Teil meldet sich mein Magen heftig zu Wort - eigentlich hat er den ganzen Tag noch nichts richtiges zur Füllung bekommen, außer das Chorizo-Brötchen mittags in St. Juan de Ortega. Also suche ich mir ein Lokal, das schon um 18:00 Uhr Abendessen anbietet. Und was suche ich aus? Das Pilgermenü. Heute bestehend aus: Morcilla del Burgos (gebratene u.a. mit ein wenig Reis gefüllte Blutwurst), Trucha (Forelle) mit Pommes und Salat, Eis zum Nachtisch und Bier als Getränk.
The map is copyrighted under CCBYSA 2.0 by http://openmtbmap.org nächste Seite nächste Seite vorherige Seite vorherige Seite zurück zur Seitenauswahl zurück zur Seitenauswahl