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Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
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37. Tag - 7. Juli
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37. Tag: Bazas - Captieux - Roquefort - Mont-de-Marsan   Tagesleistung: 75 km Gesamtstrecke: 2.165 km - (727 km von Vézelay) Wetter: ganztägig stark bewölkt, ab abends etwas aufgelockert, mittags ein lang anhaltender Niesel-Regenschauer Temperatur 18:00 Uhr: 25 Grd. C Wind: schwach aus verschiedenen Richtungen, häufig von vorne Heute Morgen der erste Weg zu den Sanitäranlagen, der zweite Weg war von Flucht geprägt: So etwas von verdreckt habe ich noch nie gesehen, so dass ich ohne Duschen, Zähneputzen usw. heute in den Tag starte. Es ist schon unverschämt: Luxuspreise und dann solch eine Kloake! Um 8:00 Uhr bin ich bereits unterwegs. Der Jakobsweg verläuft heute im Wesentlichen auf Wald- und Feldwegen ziemlich parallel zu einer D-Straße, die ich dann auch wähle, obwohl etwas Verkehr zu verzeichnen ist. Die Straße geht ziemlich eben, auf langen Abschnitten völlig geradeaus dahin. Eingerahmt ist sie am Anfang von endlosem Mischwald. Links und rechts der Straße sind "Farnwälder" zu sehen. Teilweise hat die Straße einen Randstreifen, der für Radfahrer gut geeignet ist. Wo er nicht vorhanden ist, beobachte ich immer wieder die rücksichtsvolle Fahrweise der Franzosen, die teilweise bei nicht einsehbaren Streckenteilen mehrere hundert Meter hinter mir herfahren, um mich nicht zu gefährden. Im Übrigen glaube ich, dass Liegeräder nicht so sehr übersehen werden, wie landläufig angenommen wird, sondern aufgrund ihrer speziellen Bauform besondere Aufmerksamkeit hervorrufen - und natürlich wegen des tollen leuchtend grünen Wimpels, den ich habe! Bereits mittags habe ich mit rund 50 km in Roquefort mein eigentlich geplantes Tagesziel erreicht. In einer Bar mit Blick auf ein kleines Flüsschen und eine alte Brücke verdrücke ich im Stadtzentrum ein Schinkensandwich und trinke einen Grand Kaffee Creme. Allerdings ist es mir noch etwas zu früh, jetzt auf den Campingplatz zu fahren. Also beschließe ich noch bis Mont-de-Marsan (noch 21 km) weiterzufahren.   Es fängt jetzt allerdings an zu nieseln. Ich lasse mich nicht schrecken, sondern fahre weiter. Aufgrund der vielen Platanenalleen, unter denen die Straße entlang führt, bekomme ich vom Regen kaum etwas ab. Schließlich erreiche ich Mont-de-Marsan. Die Einfallstraße ist so richtig hässlich: Werbeschilder in allen Varianten, Läden, Autohändler, Möbelgeschäfte, Schrotthändler und alles was man sich sonst in einem derartigen Gewerbegebiet vorstellen kann. Scheußlich!   In der Stadt selbst finde ich keine Hinweise auf das Tourist Office oder einen Campingplatz. Ich kämpfe mich schiebenderweise durch verschiedene Straßen- baustellen zum Hotél de Ville durch (Rathaus) und finde dort prompt das Tourist-Office. Ich erhalte einen Stadtplan, und eine freundliche junge Frau zeichnet mir den Weg zum rund 2½ km entfernten Camping Municipal ein. Auf dem weitläufigen Riesenplatz bin ich zunächst der einzige Besucher. Nach dem Aufbau des Zeltes das Übliche: Erst mich duschen, dann die Wäsche waschen und diese aufhängen. Dann geht es zu Fuß zur Stadtbesichtigung: Auf dem Rathausplatz ist ein Zelt aufgebaut, und es gibt eine Flamenco-Vorstellung. Die Stadt selbst hat viele alte Häuser, eine Menge Bars sind zu finden. Die Kathedrale hat geschlossen, wahrscheinlich denkt man, ich nehme etwas mit. Im Tourist-Office hole ich mir noch meinen Pilgerstempel. Ich habe noch fünf Stempelfelder frei, das reicht gerade noch für Frankreich und ein bzw. zwei Tage in Spanien - gut dass ich noch einen zweiten Pilgerpass für Spanien habe. In der Innenstadt gehe ich in einen kleinen Laden und kaufe mir etwas zum Abendessen ein. Mit Wasser, Wein und Orangensaft gefüllt ist es eine ganz schön schwere Angelegenheit, die Tasche wieder zum Campingplatz zurück zu schleppen ist. Vorher stärke ich mich aber noch mit einem kleinen Bier.
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