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Jakobsweg 2011
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34. Tag - 4. Juli
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34. Tag: Périgueux - Mussidan - Ste.-Foy-la-Grande   Tagesleistung: 74 km Gesamtstrecke: 2.016 km - (578 km von Vézelay) Wetter: ganztägig wolkenlos Temperatur: 18:00 Uhr 32 Grd. C Wind: schwach aus verschiedenen Richtungen, häufig von vorne In der Nacht schlafe ich schlecht, irgendwie passt alles nicht: Der Boden ist uneben, ich rutsche von der Isomatte, die Nachbarn, eine Motorradfahrergang aus Polen, bauen bis in die Dunkelheit hinein ihre Zelte auf, eine Deutsche und ihr englischer Ehemann unterhalten sich ziemlich lange und laut, morgens werden die Vögel frühzeitig wach. Dennoch stehe ich relativ ausgeruht auf, baue alles ab und stelle fest, dass das Baguette von gestern härter als Zwieback und damit nicht mehr essbar ist. Also gibt es heute jetzt noch kein Frühstück. Ich fahre los. Die Wegweisung aus Périgueux heraus ist katastrophal. In einer kleinen Bar organi- siere ich mir einen Kaffee und bekomme drei Scheiben Toast- brot mit Butter. Gleich- wohl beginnt der Tag damit um einiges besser als ursprünglich vermutet. Verschiedene Leute, die ich frage, ob ich auf dem richtigen Weg bin, versichern mir das mit heftig bejahenden Gesten. Natürlich bin ich nicht auf dem richtigen Weg. Ich lande auf der linken statt auf der rechten Seite der Isle. Aber nach fünf Kilometern auf der Route National überquere ich den Fluss auf einer kleinen Brücke, nachdem ich schnell noch ein Dampflokomotiven-Denkmal fotografiert habe, und bin damit auf dem geplanten Weg. Gegen Mittag bin ich schließlich in Mussidan. Rund 40 km sind geschafft, es ist aber alles relativ einfach gewesen, da der Weg meist eben auf Höhe des Flusses verläuft. Nun geht es durch den FORET DU LANDAIS nach Süden. Um 15:00 Uhr überquere ich die Dordogne und erreiche die kleine Ortschaft Ste.-Foy-la-Grande, eine Bastide. (Bastiden wurden während des 100jährigen Krieges als Stadtgründungen angelegt, um die Gegend, die durch den Krieg entvölkert war, wieder mit Menschen zu besiedeln. Die Bastiden wurden streng geometrisch im Schachbrett-muster angelegt - zumindest dort, wo es von der Topografie her möglich war.) Nach der Überquerung der Dordogne habe ich das Wein- Anbaugebiet des Bordeaux erreicht. In Ste.-Foy-la-Grande suche ich das Tourist Office auf, frage nach einem Pilger-Stempel und nach dem Campingplatz. Dieser liegt rund 1 km vom Stadtzentrum direkt an der Dordogne. Er wird von sehr zuvorkommenden und aufmerksamen Engländern betrieben. Auf meine Bitte hin tragen sie mir sogar eine Tisch-Bank-Kombination zu meinem Stellplatz. Nach dem Zeltaufbau, Duschen und Wäsche-waschen gehe ich erst einmal in den Swimmingpool: herrlich. Ich genieße das erfrischende kühle Bad in sauberem Wasser. Danach marschiere ich noch einmal ein paar hundert Meter nach Ste.-Foy-la-Grande, kaufe ein paar Dinge ein (insbesondere einen neuen Sonnenhut, da ich den bisher verwendeten verloren habe) und schaue mir die gotische Kirche an. Die Stadt selbst gibt - außer der schachbrettartigen Anlage und ein paar älteren Häusern nicht so viel her.   Zurück auf dem Campingplatz unterhalte ich mich eine lange Zeit mit einem Belgier aus Antwerpen, der mich auf ein Bier einlädt. Wer den Vorspann aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass ich nunmehr die 2.000-km-Marke hinter mich gebracht habe. Damit sind 2/3 der Gesamtstrecke bewältigt. Deshalb die heutige Erkenntnis des Tages: Hurra - 2.000 km!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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