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Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
3. Tag - 3. Juni
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3. Tag: Zeven-Badenstedt - Bremen - Delmenhorst   Tagesleistung: 57 km Gesamtstrecke: 223 km Wetter: Heiter Wind: 3 von rechts vorn bis rechts hinten Temperatur mittags 25 Grd. C Heute verlasse ich die Jugendherberge Zeven-Badenstedt nach einem ausgiebigen Frühstück gegen 9:00 Uhr in Richtung Bremen. Ich erspare mir den gekennzeichneten Pilgerweg zu suchen, sondern fahre auf der Hauptstraße auf dem Radweg über Tarmstedt. In einer Ortschaft kurz vor Bremen darf ich eine ungefähr 6 km lange Baustelle genießen, die ich auf schlechtem Radweg hinter mich bringe. Am Ende der Baustelle ist dann eine kaum sichtbare Längsrille unter dem Schotter versteckt, die ich leider nicht bemerke und deshalb stürze. Ergebnis ist eine ausgedehnte und in Teilen tiefe Schürfwunde am linken Unterarm, die ich mit viel Wasser ausspüle und anschließend mit "roter Salbe" desinfiziere. Schnell bin ich dann in Bremen. Die meisten Ampeln haben leider für Fahrradfahrer "Rote Welle", so dass ich sehr häufig anhalten muss. Als ich auf der Weserbrücke bin, stelle ich fest, dass es erst kurz nach 12 Uhr ist - bis Delmenhorst sollten es noch 15 km sein, und ich habe mich bei meinem ehemaligen Kollegen Dieter-Georg erst für 16:00 Uhr angemeldet. Sei's drum: Ich fahre weiter und bin kurz nach 13 Uhr am Ziel. Ich werde von Dieter-Georg und seiner Frau Ursula sehr herzlich aufgenommen. Nach einer Wunddesinfektion, die Dieter-Georg mit einem fürchterlich brennenden Spray vornimmt, und einem großen Pflaster genieße ich eine Flasche Mineralwasser und eine ausgiebige Dusche. Anschließend fahren wir mit dem Auto zur Pilgerkirche nach Schönemoor, wo ich einen Stempel für meinen Pilgerausweis bekomme. Eine Kirchenbesichtigung und 40 Tage Ablass gibt es gratis dazu. Den Ablass erhält man, weil in der evangelischen Kirche eine uralte Urkunde irgendeines ehemaligen Papstes an der Wand hängt, aus der dieses hervorgeht. Zur Kirchenbesichtigung händigt uns der Ehemann der Pastorin einen riesengroßen Schlüssel aus, den wir anschließend wieder in den Briefkasten des Pastorats werfen sollen. Abends sitzen wir gemütlich im hübschen Garten bei lauem Wetter beisammen, erzählen von alten und neueren Zeiten (Dieter-Georg kenne ich schon seit 1977, als wir beide noch Brandreferendare waren). Zum Abendessen gibt es köstlichen Zwiebelkuchen und guten Weißwein aus der Unstrutregion. Für die nächsten Tage habe ich beschlossen, die Hauptstraßen zu nutzen und nicht den teilweise über Feld- und Waldwege führenden willkürlich festgelegten Jakobsweg.
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