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Jakobsweg 2011
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28. Tag - 28. Juni
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28. Tag: St. Amand-Montrond - Le Chatelet - La Châtre - Montgivray   Tagesleistung: 54 km Gesamtstrecke: 1.662 km - (225 km von Vézelay) Wetter: morgens bis nachmittags blauer Himmel, dann ein paar Wölkchen Temperatur abends um 19:30 Uhr: 28 Grd. C Wind: gering, aber meist von vorne Morgens packe ich schnell zusammen. Steffen bringt mir tatsächlich einen Pott schwarzen Kaffee vorbei - wirklich sehr nett. Mit dem Pilger aus Gerolstein ratsche ich noch ein wenig. Er erzählt mir, dass er noch auf einen Bekannten aus Deutschland warten würde, der ihm einen Pilgerwagen mitbringen und dann mit ihm gemeinsam ein paar Etappen laufen würde. Steffen erklärt mir, wo ich ein Fahrradgeschäft finden würde, um mir eine Luftpumpe kaufen zu können. Glücklicherweise liegt das Geschäft genau in den Richtung, in der ich ohnehin fahren will. Es ist schon morgens wieder unheimlich "chaud", so dass das Fahren etwas zur Qual wird. Ich überlege lange, was besser ist: Regen oder Hitze? Ich komme zu keinem eindeutigen Ergebnis. Ich glaube aber, dass ich ein bisschen Regen vorziehen würde, da die Hitze auch meinem Kreislauf einige Probleme bereitet. Mein Hausarzt, den ich deshalb per E-Mail konsultiere, rät mir deshalb ebenfalls per E-Mail, meine Blutdruckmittel anders zu dosieren bzw. abzusetzen. (Ich finde es toll, was man heute mit moderner Technik alles abklären kann.) Heute fallen mir wahnsinnig viele tote Tiere auf der Straße auf: u.a. Katzen, Igel, verschiedene Vögel (u.a. auch Bussarde) und undefinierbare Reste. Eigentlich habe ich vor, auch heute wieder um die 70 km zu fahren, aber die Hitze macht mir so zu schaffen, dass ich beschließe, nur bis La Châtre (ca. 50 km) zu fahren, zumal sich ab 14:00 Uhr auch merkwürdige Wolken am Himmel bilden, so dass ich die Befürchtung habe, in ein Gewitter zu geraten. Angeblich soll es in La Châtre einen Campingplatz geben. Dieser ist jedoch tatsächlich im Nachbarort Montgivray. Der Platz liegt hinter einem Schloss, das das Rathaus (Mairie) ist - sehr idyllisch. Schnell ist das Zelt aufgebaut, ich unter die Dusche und dann mal wieder Wäsche gewaschen und diese auf der Hecke zum Trocknen ausgebreitet. Die Wolken sind glücklicherweise wieder verschwunden, so dass es ein schöner "Resttag" wird. Ich gehe anschlies- send in den Miniort - zu besichtigen gibt es wenig, und nach La Châtre zu fahren, habe ich einfach keine Lust mehr. So setze ich mich auf die Terrasse vor einem Café/Restaurant, trinke dort zwei Kaffee Creme und lasse mir nun zwei Bierchen schmecken, während ich das Tagebuch verfasse. Ich habe heute einmal nachgerechnet, wie viele Kilometer ich noch bis Santiago de Compostela zu bewältigen habe: Es sind "nur" noch etwa 670 km in Frankreich und ca. 800 km in Spanien - damit ist mehr als die Hälfte geschafft. Erkenntnis des Tages: Weniger ist manchmal mehr!
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