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Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
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27. Tag - 27. Juni
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27. Tag: Nevers - Sancoins - St. Amand-Montrond   Tagesleistung: 71 km Gesamtstrecke: 1.608 km - (171 km von Vézelay) Wetter: morgens bis abends blauer Himmel, nachmittags ein paar Wölkchen Temperatur: abends um 21:00 Uhr: 33 Grd. C Wind: gering Heute Morgen stehe ich um 7:00 Uhr auf. In dem Moment kommt auch schon der nette Herr aus Neu-Ulm vorbei und sagt mir, dass das Frühstück um 7:30 Uhr fertig sei. Also beeile ich mich mit der Dusche und packe schon die wichtigsten Sachen zusammen. Es gibt bei den beiden Kaffee und Kastanienkonfitüre. Schmeckt gut. Und ich bin begeistert über so viel Freundlichkeit. Ria und Mart sind schon abmarschiert. Gegen 9:00 Uhr kann ich auch aufbrechen. Der Tag verspricht heiß zu werden. Ich verlasse die Hauptroute des Jakobsweges und folge einem Nebenweg. Zunächst fahre ich parallel zur Loire an einem Kanal-Veloweg entlang. Dann geht es, nachdem der Kanal die Allier überquert hat, an der Allier entlang. Unterwegs treffe ich noch einmal Mart - ohne Ria - er vermag mir nicht zu erklären, wo sie ist - merkwürdig, offensichtlich liegt das auch an Verständigungsproblemen. Nach etwa 30 km mache ich in einer Brasserie rund 1½ Stunden Pause, trinke zwei Tassen Kaffee und bestelle mir ein Schinkensandwich - das ist ein halbes Baguette mit gekochtem Schinken und Salat. Anschließend geht es bei brütender Hitze weiter. Im Gegensatz zum Vormittag, wo ich auf kleinen Sträßchen fahre, handelt es sich nun um eine etwas größere, verkehrsreiche Straße, die immer geradeaus geht - dabei natürlich immer bergauf und bergab. Ich muss heute aber kein Mal schieben. Zweimal mache ich Pause und schütte mir (absichtlich) Wasser über das T-Shirt. Das ist wirklich angenehm und kühlt.   In St. Amand-Montrond gehe ich erst einmal in den Leclerc (Supermarkt), kaufe neues Wasser, endlich einen Hammer, Brot, Käse und O-Saft. Den Liter O-Saft trinke ich anschließend auf einen Zug aus. Mit einem Franzosen unterhalte ich mich längere Zeit über das Fahrrad, über Deutschland und andere Dinge (Er war Soldat in Deutschland.). Ein junger Deutscher, der ebenfalls einkaufen war, lotst mich danach zum Campingplatz. Dort kaum angekommen macht es pffffff! Plattfuß im Hinterrad! Kein Problem, denke ich mir: Aber in dem Moment ist auch die Luftpumpe kaputt. Wahrscheinlich hat sie bei der Pannenhilfe ein paar Tage zuvor den Geist aufgegeben. Der Deutsche, der mich her gelotst hatte, bietet mir an, mit seinem VW-Bus zur nächsten Tankstelle zu fahren. Glücklicherweise findet sich auf dem Campingplatz dann noch eine "belgische" Luftpumpe, die funktioniert, und ich kann das Toxy reparieren, indem ich einen neuen Schlauch einziehe. Jetzt genieße ich ein Bier an der Bar bei Steffen, einem Südtiroler, der in Frankreich zu hause ist. Aus dem einen Bier werden vier, außerdem kommt noch ein deutscher Pilger dazu, der von Gerolstein (in der Eifel) bis hierher gewandert ist. Er erzählt mir, dass er zuerst nur rund 10 bis 15 km am Tag geschafft hätte, u.a. auch da er eine alte und zu schwere Ausrüstung gehabt hätte. "Glücklicherweise" wurde ihm diese in Chablis geklaut, so dass er sich neu ausstatten musste. Unsere Unterhaltung dauert noch ziemlich lange. Steffen erzählt, wie das Leben in Frankreich so ist und dass er und seine Lebensgefährtin ganz gut über die Runden kommen, wenn er in der Saison ein bisschen Barkeeper und Koch spielt. Er verspricht, mir am Morgen einen frischen Kaffee ans Zelt zu bringen.
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