hs Reisen und mehr
Jakobsweg 2011
© Hans Schönherr 2012-2015
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21. Tag - 21. Juni
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21. Tag: Bar-s.-Aube - Essoyes - Gyé-s.-Seine - Les Riceys   Tagesleistung: 51 km Gesamtstrecke: 1.312 km - (406 km von Trier) Wetter: schönes Wetter, leicht bewölkt Temperatur: nachmittags um 16:30 Uhr: 29 Grd. C Wind: gering In der Nacht habe ich die Alternative bei geschlossenem Fenster zu ersticken oder bei offenem Fenster wegen des Verkehrslärms nicht schlafen zu können. Aber glücklicher- weise habe ich so kleine gelbe Schaumgummipfropfen, die ich mir ins Ohr stecken kann. So schlafe ich gut bei offenem Fenster. Morgens gibt es ein einfaches aber reichliches Frühstück mit ausrei- chend Kaffee für 5 €. Bevor ich losfahre plausche ich noch mit einem französischen Radlerehe- paar, das eigentlich auch auf dem Campingplatz hatte übernachten wollen. Die beiden machen eine Rundfahrt durch Frankreich, und wir erzählen uns einige Dinge mit Händen und Füßen.   Nach kurzer Flachetappe geht es (wie soll es auch anders sein) stetig bergauf. Einige Dinge schaffe ich noch mit "in die Pedale treten" - ansonsten heißt es wiederum "Schieben". Ich habe eigentlich gedacht, dass ich eine Radtour mache - eher ist es eine gemixte Tour aus Fahren und Gehen. Allerdings liebe ich inzwischen die langen und ungestörten Abfahrten, und davon habe ich heute einige.   Die Landschaft, durch die ich komme, ist vom Weinbau geprägt - schließlich ist es die Champagne, die ich durchquere. Viele hochrädrige Traktor-Maschinen fahren zwischen den Weinstöcken hin und her und besprühen sie mit einer ekligen “chemischen Keule”. Irgendwann erreiche ich Gyé-s.-Seine und überquere die Seine. Jede Flussüberquerung bedeutet auch wieder einen Anstieg auf der anderen Seite. Mittlerweile ist es sehr warm geworden, und ich freue mich darauf, in 10 km Les Riceys zu erreichen, wo ein Camping-platz sein soll. Leider wieder dasselbe Spiel wie in Bar-s.-Aube: Es gab mal einen Campingplatz, nun aber ist er geschlossen. Trotz meines zur Neige gehenden Wasservorrates und der doch recht hohen Temperaturen, beschließe ich, 40 km weiter zu fahren, da dort der nächste Campingplatz sein  soll. Doch kaum bin ich aus Les Riceys heraus, kommt die Versuchung: Ein wirklich hübsches Hotel am Wegesrand: "Le Magny". Ich fahre "standhaft” an ihm vorbei. Nachdem ich bereits 51 km hinter mir habe, denke ich mir: "Eigentlich ist es genug für heute!" und mache nach einigen hundert Metern kehrt, um nach einem Zimmer nachzufragen. Eines ist noch für mich frei (65 €). Trotz des Preises entschließe ich mich zu bleiben. Ich werde nicht enttäuscht: Ein wirklich hübsches und gemütliches Zimmer, in dem man sich zu hause fühlen kann und das nicht vergleichbar ist mit den Hotels, die ich bisher in Frankreich kennen gelernt hatte. Schnell dusche ich mich, dann wasche ich noch meine Wäsche. Anschließend gehe ich in die lang gezogene Ortschaft zum Einkaufen. Der Weg für den Fußmarsch summiert sich auf schätzungsweise 5 km. Der Ort ist geprägt von offensicht-lich wohlhabenden Weingütern. Überall wird zur Verkostung eingeladen. Nun sitze ich auf der Hotelterrasse, trinke ein Bier und schreibe Tagebuch. Das Hotel-Internet funktioniert bei mir leider nicht und auch über den Stick bekomme ich keine Verbindung - schlechte Funknetze. Nachher werde ich mit dem Netbook ein wenig spazieren gehen - in der Hoffnung, dass ich ein Netz finde und den Tagesbericht verschicken kann. Nachdem ich nun in der "Original-Champagne" bin, gönne ich mir abends noch ein Glas "Original-Champagner" - irgendwie schmeckt er viel besser als in Deutschland. Erkenntnis des Tages: Bergab fahren macht Spaß!
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