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Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
2. Tag - 2. Juni
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2. Tag: Glückstadt - Wischhafen - Stade - Hollenbek - Zeven-Badenstedt   Tagesleistung: 79 km Gesamtstrecke:166 km Wetter: Heiter Wind: 3 von rechts vorn bis rechts hinten Temperatur mittags: 25 Grd. C Heute lerne ich beim Frühstück in der DJH Glückstadt eine "ältere" Frau, die schätzungsweise mein Alter hat ;-) kennen. Sie erzählt mir von ihrer Fahrradtour. Sie ist eineinhalb Wochen lang von Glückstadt auf dem Mönchsweg bis nach Puttgarden und anschließend nach Süden bis Lüneburg und auf dem Elbe-Radwanderweg zurück nach Glückstadt gefahren (rd. 800 km). Meine Erkenntnis: Es gibt also noch mehr solche Verrückte wie mich. Gegen 9:00 Uhr geht es wieder los - das heißt, es soll losgehen. Leider ist die Naben-Schaltung wieder nicht mehr zu gebrauchen - nur der erste Gang funktioniert. Ich beschließe, dennoch los zu fahren - eben ein bisschen langsamer, Himmelfahrt hat kein Fahrradladen geöffnet. Ich über-quere die Elbe auf der Fähre "Glückstadt" und lande schließlich in Wischhafen. Es ist immer wieder eindrucksvoll, die großen Container-schiffe an sich vorbeiziehen zu sehen. Von da aus fahre ich bis kurz vor Stade auf dem Elbe-Radwanderweg meist auf dem Elbdeich weiter - kein Wind - eine herrliche Aussicht auf die vorbeifahrenden Schiffe, die Schafe und Kühe. Unterwegs plaudere ich längere Zeit mit einer Frau, die mit ihrem Hund auf einer Bank am Deich sitzt. Stade ist ein wirklich hübsches und teilweise sehr romantisches Städtchen, das es lohnt angesehen zu werden. Hinter Stade treffe ich in einigen Wegabschnitten auf den ausgeschilderten Jakobsweg, dem ich dann auch mal folge. Schon stecke ich in einem Wald, wo ich wegen des Sandbodens prompt umfalle. Also geht es wieder zurück und weiter - parallel zum Jakobsweg - auf einer anderen Strecke. Die Sonne knallt ganz schön runter - nur gut, dass ich mich ordentlich eingeschmiert habe. Außerdem kann mit langen Hosen und langärmeligen Oberhemd nicht viel passieren, und der Fahrradhelm nimmt auch einiges an Einstrahlung weg. Endlich ist Zeven erreicht - leider aber nicht die Jugendherberge, die zwischen Zeven und Badenstedt mitten im Wald liegt. Auf alle Fälle ziehen sich die letzten Kilometer endlos dahin. Der Jugendherbergsvater (ein junger Mann von etwa 25 Jahren) ist sehr nett, er zeigt mir sofort alle Räumlichkeiten. Ich vereinbare mit ihm, dass ich auch Abendessen in der Herberge bekomme - ich habe einfach keine Lust mehr, noch einmal wer weiß wie viele Kilometer zu fahren, um eine Kneipe mit Abendessen zu finden. Das wichtigste aber zuerst: eine ausgiebige Dusche. Anschließend "kleine Wäsche" meiner (Funktions)-Kleidung, die bei solch warmen Wetter doch leicht durchgeschwitzt ist und dann auch entsprechend "riecht". Danach nehme ich mir mein Fahrrad vor und stelle fest, dass die Mitarbeiter von Toxy gestern den Bowdenzug viel zu lang gelassen haben. Ich hoffe, dass das Problem nach viel Fummelei nunmehr erledigt ist, ansonsten muss ich morgen einen Fahrradladen aufsuchen. Beim Abendessen unterhalte ich mich mit zwei Radfahren (etwa um die 60 - jeder). Sie beiden sind heute in Bielefeld gestartet und bis Zeven 190?km gefahren. Morgen wollen sie bis Heide kommen. Mir versuchen sie eine ganz andere Strecke als ich sie geplant habe einzureden - ich solle doch am Rhein bis Basel fahren, das wäre viel gemütlicher. Und außerdem: Liegerad - damit kann man wohl kaum solch weite Touren machen. Na ja, ich habe keine Lust zum Diskutieren und lasse sie bei ihrem Glauben. Übrigens: ich bin heute Abend ein kurzes Stück ohne Gepäck gefahren - ich habe das Gefühl gehabt, das Liegerad würde nichts mehr wiegen. Die dreißig Kilogramm Gepäck machen sich schon ganz schön bemerkbar, auch wenn es bis jetzt nur auf leichten Steigungen bergan geht. (Wie soll es da nur im Central-Massiv in Frankreich oder nachher in Spanien werden?) Heute schlafe ich in einem Zweibettzimmer, das ich für mich allein habe. Das Zimmer hat sogar einen Balkon, auf dem ich die Abendsonne und ein Weizenbier genießen kann. Wirklich sehr schön, und nach solch einem Tag kann man wirklich etwas Erholung brauchen.
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