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Jakobsweg 2011
14. Tag - 14. Juni
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14. Tag: Leiwen - Trier   Tagesleistung: 37 km Gesamtstrecke: 906 km Wetter: morgens etwas Nieselregen, mittags und nachmittags heiter bis wolkig, Wind: manchmal leichter Gegenwind Temperatur mittags: 26 Grd. C Eigentlich habe ich keine Lust, Tagebuch zu schreiben, denn heute ist für mich ein trauriger Tag. Gestern Abend rief mein Sohn Florian an und teilte mir mit, dass sein Großvater gestorben ist. Diese Nachricht hat mich sehr erschüttert, und ich überlege, ob ich meine Reise unter- oder abbrechen soll. Diese Überlegungen ziehen sich über den ganzen Tag hin, so dass ich kaum merke, dass und wie ich die 35 km bis Trier hinter mich gebracht habe. In Gedanken habe ich außerdem die Zimmerschlüssel des Gasthofes, in dem ich übernachtet habe, eingesteckt. In Trier fahre ich zunächst einmal zu der Fahrradwerkstatt "Velopoint", zu der die stärkere Ersatzfeder hingeschickt werden sollte. Gerade als ich dort ankomme, bringt der Postbote die Feder. Ich fahre mit dem Taxi ins Hotel (42 € mit Frühstück), das ich bereits über HRS gebucht hatte. Das Hotel ist billiger als normalerweise ein Einzelzimmer in der DJH! Nachmittags besorge ich mir einen Briefum- schlag und schicke den Schlüssel an die Gaststätte in Leiwen zurück. Danach mache ich einen ordentlichen Stadtbummel und kaufe eine Radwan- derkarte von Trier nach Metz. Da der ausgeschilderte Jakobsweg doch etwas mühselig - insbesondere hügelig - ist, beschließe ich, ihn mal wieder etwas für mich abzuwandeln und weiter an der Mosel bis Metz zu fahren. Im Dombüro hole ich mir meinen Stempel. Ich werde von den dortigen Mitarbeitern tatsächlich gefragt, ob sie mir bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich sein könnten - sehr freundlich! Vor dem Domeingang warten bestimmt zweihundert Kindergartenkinder auf Einlass. Als ich drinnen bin, sind dort schon mehrere hundert, die schnattern und auf das warten, was da kommt. Ich fragte eine Ordner, was das zu bedeuten hätte: "Alle Kindergärten der Diözese besuchen an diesem Tag den Dom, um einen gemeinsamen Kindergottesdienst zu feiern." Anschließend gehe ich zu Fuß zur Fahrradwerkstatt und hole mein Toxy mit der härteren Feder ab. Das Fahrgefühl ist tatsächlich etwas unkomfortabler (weil härter gefedert), aber ohne Gepäck geht es ansonsten ab wie ein Rennrad. Im Hotel angekommen, bespreche ich telefonisch mit meinem Sohn und seiner Mutter, ob es sinnvoll sei, die Pilgerreise zu unterbrechen. Da noch nicht klar ist, wann die Urnenbeisetzung erfolgen soll (jedenfalls nicht kurzfristig), entscheide ich mich dafür, die Reise morgen fortzusetzen. Erkenntnis des Tages: Jeder Tag, den man genießen kann, darf nicht vergessen lassen, dass Leben endlich ist.
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© Hans Schönherr 2012-2015