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Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
13. Tag - 13. Juni
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13. Tag: Reil - Kröv - Traben-Trarbach - Bernkastel - Piesport - Leiwen   Tagesleistung: 65 km Gesamtstrecke: 869 km Wetter: morgens: Regen, mittags und nachmittags: bewölkt, Wind: manchmal leichter Gegenwind Temperatur mittags: 24 Grd. C Ach was für ein schreckliches Geräusch, als ich morgens gegen 6:00 Uhr wach werde und Regentropfen auf das Dachflächenfenster plätschern höre! Da es bis Trier nur noch 100km sind, die ich in zwei Etappen absolvieren möchte, habe ich genügend Zeit und drehe mich noch einmal um (dem Pfingstmontag angemessen). Gegen 8:00 Uhr stehe ich dann auf, packe meine Sachen (langsam entwickele ich dabei Routine) und gehe zum Frühstück in die Gaststätte. Ich genieße ein ausgiebiges Frühstück. Draußen regnete es immer noch. Gegen 10:00 Uhr packt mich der Mut des Verzweifelten, und ich mache mich reisefertig. Also: Toxy aus dem Fahrradkeller holen, Packtaschen verstauen, und los geht es. Leichter Nieselregen kommt mir entgehen, der aber langsam weniger wird. Beim Fahren im Regen denke ich zum ersten Mal: "Warum tue ich mir das an?" Diese destruktiven Gedanken verschwinden aber bald wieder. Nach ca. einer Stunde hat es zu regnen aufgehört - allerdings bleiben weiter dunkle, bedrohliche Wolken am Himmel. Die Kleidung (ich habe kein Regenzeug angezogen) wird auch schnell wieder trocken. Ich passiere Traben-Trarbach, fahre durch Kröv, wo es den berühmten Nacktarsch gibt - sonst nichts Besonderes. Nach 40 km mache ich heute meine erste Pause, trinke Wasser und dusele auf der Bank mit Blick auf die Mosel langsam ein. Nach einer halben Stunde werde ich wach und fahre weiter. Es ist schon interessant: Verschiedentlich werde ich von Passanten oder anderen Radfahrern wegen meines Liegerades oder meines Weges angesprochen. Teilweise entwickeln sich daraus längere Gespräche. Es geht durch Kesten und durch Piesport, wo wir vor ein paar Urlauben bereits einmal mit dem Wohnmobil standen. Einige Male führt mich das Routenprogramm über die Mosel. Einige Teile der Strecke gehen direkt an der Mosel entlang, einige direkt auf der Straße, einige auf Radwegen oder Fahrstreifen entlang der Straße oder aber auch mitten durch die Weinberge - sehr abwechslungsreich. Am Ortsausgang von Leiwen fällt mir dann ein Hinweis auf einen Winzer-Gasthof auf, dem ich folge. Ich frage nach einem Zimmer. Es ist noch etwas frei (35,-€ mit Frühstück). Ich bin froh, so schnell eines gefunden zu haben. Das Zimmer ist sehr groß und hat einen Balkon mit Blick auf die Mosel. Nach einem guten Abendessen in einer Straußwirtschaft sitze ich dort, bewundere die Aussicht und schreibe das Tagebuch. Erkenntnis des Tages: Manchmal kann man Regen nicht gebrauchen - aber man muss nur den Mut behalten!
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© Hans Schönherr 2012-2015