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Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
12. Tag - 12. Juni
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12. Tag: Kattenes - Cochem - Bullay - Zell - Reil   Tagesleistung: 75 km Gesamtstrecke: 804 km Wetter: morgens: blauer Himmel, mittags und nachmittags: heiter bis wolkig, Wind: windstill, manchmal leichter Gegenwind Temperatur mittags: 24 Grd. C Die letzte Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen. Irgendwie grübele ich im Halbschlaf die ganze Nacht darüber nach, warum das Internet am Abend vorher nicht funktioniert hat. Noch vor dem Frühstück komme ich auf die Idee, den Surfstick zu kontrollieren. Dabei stelle ich fest, dass ich die falsche "SIM-Karte" verwendet habe und das Guthaben dieser Karte aufgebraucht ist. So einfach geht das! Nachdem ich meine "Simyo-Karte" in Betrieb genommen habe, funktioniert das Internet wieder, und ich kann das Tagebuch des 11. Tages verschicken. Bei so viel Arbeit am frühen Morgen ergibt sich ein Heißhunger auf Frühstück, der dann auch bald gut gestillt wird. Die Wirtsleute sind sehr nett und erkundigen sich noch nach dem "Wohin" und "Woher". Dann geht es wieder auf den Mosel-Radwanderweg. Bis Trier sollen es noch rund 175 km sein. Ich über-lege mir, dass man das zwar in zwei Tagen schaffen kann, aber mal sehen, wie es weiter geht. Ich mache öfters Pausen (wobei ich mir die erste immer erst frühestens nach 20 km gestatte) und genieße das schöne Wetter und die tolle Mosellandschaft. Regelmäßig werde ich von Menschen angesprochen, die sich nach meiner Tour erkundigen. Viele staunen allein darüber, dass ich mit dem TOXY bereits von Kiel bis hier her gekommen bin. Es ist ein Genuss, anhalten zu können, wo man will, ohne getrieben zu sein, abends an einer bestimmten Stelle anzukommen. Mein Routenprogramm nötigt mich, ab und zu die Mosel zu überqueren, was immer ein bisschen Stress bedeutet, da es zur Brücke bergauf geht und auch die Autos ab und zu etwas nahe kommen. Ansonsten verläuft der Mosel- Radwanderweg entweder als gesonderte Fahrradstreifen neben der Bundesstraße oder vollständig separat direkt an der Mosel. Leider ist dort die gepflasterte Fahrbahn teilweise durch Baumwurzeln sehr uneben und holperig, so dass man sich wieder einmal mehr auf die Wegbeschaffenheit konzentrieren muss. Alles in allem ist der heutige Weg landschaftlich sehr schön. Burgen, Weinberge, kleine Ortschaften links und rechts der Mosel sind zu bewundern. Nach 74 km gelange ich in den Ort Reil. Nachdem heute Feiertag ist (Pfingstsonntag), überlege ich mir, dass es besser sei, auf die 2-Tages-Tour nach Trier zu verzichten und bereits jetzt die Nachtpause einzulegen. Ich finde direkt am Moselufer ein kleines Café mit hervorragenden Torten (vom Chef selbst gebacken), an das ein kleines Hotel Garni angeschlossen ist (Übernachtungspreis 34€). Das Liegerad darf ich im Gewölbekeller abstellen. Mit der Chefin plaudere ich längere Zeit über Jakobswege. Sie ist ganz erstaunt, als sie hört, dass es nicht nur in Spanien einen Jakobsweg gibt, sondern ein Geflecht davon ganz Europa durchzieht. Auch der Weg an der Mosel ist mit einem Jakobsweg-Symbol beschildert. Erkenntnis des Tages: Man soll sich nicht zu viel vornehmen! Ultreia, Ultreia, et Suseia, Deus, adjuva nos! ist ein alter Pilgergruß und bedeutet: Vorwärts, immer weiter und aufwärts (im geistigen Sinne) Gott helfe uns auf unserem Weg! Laut WiKi grüßen und motivieren sich auch heute noch Jakobspilger gerne mit diesem "uralten" Pilgergruß auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Ich habe dann später festgestellt, dass kaum jemand diesen Spruch tatsächlich verwendet.
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© Hans Schönherr 2012-2015