hs Reisen und mehr
Jakobsweg 2011 nächste Seite nächste Seite
10. Tag - 10. Juni
vorherige Seite vorherige Seite
10. Tag: Köln - Bad Godesberg   Tagesleistung: 41 km Gesamtstrecke: 641 km Wetter: bewölkt Wind: windstill Ich wache nach einer etwas unruhigen Nacht, die ich wegen des Lärms vor dem Fenster mit Ohrstöpseln zugebracht habe, gegen 7:00 Uhr auf. Meine beiden Zimmergenossen sind schon verschwunden (sie mussten schon zur Arbeit), so dass ich in Ruhe meine Morgen- toilette erledigen kann. Das anschließende Frühstück ist weniger ein kulinarisches als eher ein sensorisches Erlebnis. Wieso? Irgendwie sind Kinder mehrerer Schul- klassen, Jugendliche aus aller Herren Länder sowie auch ein paar Erwachsene im Frühstücksraum. Es herrscht ein Sprachgewirr, Geschrei und ein heilloses Durcheinander. Irgendwie beeindruckend. Eigentlich führt der ausgeschilderte Jakobsweg von Köln über die Eifel nach Trier. Ich habe jedoch einen etwas weiteren Weg entlang den Wasserläufen Rhein und Mosel geplant, da hier weniger Steigungen zu erwarten sind. Aber wie bereits erwähnt: jeder Weg, den man nach Santiago geht, ist der Jakobsweg! Nach dem Frühstück packe ich mein Fahrrad und fahre rheinaufwärts - zunächst rechtsrheinisch. Es geht auf sehr guten Radwegen durch wenig Stadtgebiet, sondern hauptsächlich durch Parkanlagen oder direkt am Rhein entlang. Kurz vor Bonn wechsele ich mit der Fähre die Rheinseite (das zweite öffentliche Verkehrsmittel nach der Fähre über die Elbe). Auf der Fähre ist sogar eine Möglichkeit gegeben, den Luftdruck zu prüfen und Luft nach zu füllen. Am Rhein mache ich zweimal je eine halbe Stunde Pause und schaue mir die vorbeifahrenden Schiffe an bzw. mache ein zehnminütiges Nickerchen. Die Schiffe fahren stromaufwärts relativ langsam: Mit dem Fahrrad war ich jedenfalls schneller. Allerdings kann ich sie erneut beobachten, als ich in Bonn an der Uferpromenade meine zweite Pause mache. Gegen 13:00 Uhr komme ich bei Ulrika und Uso in Bad Godesberg an, nachdem ich die letzten Höhenmeter zu ihrem Haus das Toxy schnau- fend den Berg hinauf geschoben habe. Ich werde sehr herzlich empfangen. Herrlich ist die Dusche, das warme Mittagessen schmeckt vorzüglich, und die Wäsche ist in der Waschmaschine gelandet. Nach- mittags machen wir einen kleinen Spaziergang zur Burgruine oberhalb von Bad Godesberg. Heute erreicht mich die E-Mail meines Fahrradherstellers, dass er eine stärkere Feder für das Hinterrad nach Trier zu einem Geschäftspartner schicken würde, so dass sie dort eingebaut werden kann. So etwas nenne ich "Service". Erkenntnis des Tages: Wenn man Pausen macht, holen andere wieder auf!
The map is copyrighted under CCBYSA 2.0 by http://openmtbmap.org zurück zur Seitenauswahl zurück zur Seitenauswahl
© Hans Schönherr 2012-2015