© Hans Schönherr 2018
15. Tag - 26. Juli 2017: Gusum – Börrum – Stegeborg – Söderköping – Vreta Kloster (Sandviks Camping) ( H ) Abends schauen wir uns immer den Wetterbericht von Deutschland an, um dann festzustellen, dass es hier in Schweden wesentlich besser ist. Auch wenn die Sonne heute Morgen etwas verhangen ist, ist es gleichwohl so schön, dass wir – wie fast jeden Morgen – vor dem WoMo im Freien frühstücken können. Wir lassen uns viel Zeit mit dem Aufbruch – vorher muss noch die (elektronische) KN gelesen werden. Nach ent- und versorgen verlassen wir den hübschen kleinen Campingplatz Yxningens Camping, durchqueren Gusum und fahren auf landschaftlich reizvollen, meist sehr schmalen und kurvenreichen Sträßchen Richtung Nordosten. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit für unseren Poldi liegt teilweise deutlich unter 70 km/h. In Stegeborg suchen wir die verfallene Burgruine auf, schießen ein paar Fotos, bewundern die Landschaft und fahren schließlich weiter nach Söderköping. Hier beginnt der Göta-Kanal, und wir möchten einen kleinen Stadtbummel machen, um von dem Städtchen einen Eindruck zu bekommen. Allerdings gestaltet sich die Parkplatzsuche etwas schwierig, da Poldi doch etwas größere Abmessungen als ein PKW hat. Schließlich aber sind wir erfolgreich. Wir besichtigen die hübsche gotische Kirche mit dem separaten Glockenturm, laufen anschließend durch die kleine, aber recht hübsche Fußgängerzone zum Göta-Kanal. Angeblich gibt es hier an der Schleuse die beste Eisdiele Schwedens. Nach der Menge der davor in einer langen Schlange wartenden Kunden mag das auch stimmen – für uns war sie einfach zu lang, und wir machen uns auf zum WoMo. Neben dem Glockenturm der Kirche finden wir ein kleines Café, wo wir für 50 SK jeder einen Kaffee und eine Waffel genießen können. Wir verlassen nun unsere Route gen Norden. Wir wollen den Göta-Kanal ein wenig nach Westen begleiten, um dann zwischen Vänern- und Vättern-See wieder gen Süden zu fahren – am 31. Juli müssen wir ungefähr wieder Malmö erreicht haben, da am 1. August unsere Fähre gebucht ist. Vor dem Roxensee warten wir ein paar Minuten, bis die Klappbrücke über den Göta-Kanal wieder frei ist, fahren auf ganz schmalen, idyllischen Sträßchen nördlich des Sees nach Westen, um schließlich unser heutiges Ziel, den Sandviks Camping in Vreta Kloster zu erreichen. 16. Tag - 27. Juli 2017: Vreta Kloster (Sandviks Camping) ( C ) Als ich nach der Morgenrunde mit Timmi zurück bin und wir gemütlich beim Frühstück sitzen, fragt Hans mich, ob wir noch einen Tag hierbleiben wollen. Gesagt – getan, wir sollten es nicht bereuen, denn es wartet ein herrlich sommerlicher Tag mit viel Sonne auf uns. Gegen Abend wird es allerdings sehr wolkig, wovon wir uns aber nicht beirren lassen und draußen unser Abendessen genießen: Der gefürchtete Regen bleibt aus. 17. Tag - 28. Juli 2017: Sandviks Camping – Berg – Motala – Vadstena – Rök – Gränna ( C ) Der Campingplatz, auf dem wir zwei Nächte zugebracht haben, liegt malerisch gelegen am Roxensee, der wiederum den Göta-Kanal beheimatet. Früher als sonst sind wir heute auf den Beinen und nehmen bald Fahrt auf nach Berg, von wo aus der Göta-Kanal über die größte Schleusentreppe mit sieben Schleusenstufen mit dem Roxensee verbunden ist. Wir sehen uns das Spektakel aus der Nähe an, denn ein Passagierschiff nimmt gerade Kurs auf in die erste Schleusenstufe. Weiter geht unsere Fahrt nach Motala, das ebenfalls am Göta-Kanal liegt und den Vättersee mit dem Borensee verbindet. Diese Schleusentreppe ist zwar nicht so berühmt, aber für uns wesentlich spannender, denn die Schleusenstufen folgen ganz dicht aufeinander und sind nicht so weit verzweigt wie in Berg. So können wir beobachten, wie gleich mehrere Schiffe in den einzelnen Schleusenstufen auf die Weiterfahrt warten. Das sieht schon wirklich sehr imposant aus. Als nächsten Haltepunkt haben wir Vadstena ins Auge gefasst. Dort angekommen, gestaltet es sich zunächst einmal gar nicht so einfach, einen Parkplatz für unser WoMo zu finden. Mit ein wenig Geduld werden wir aber doch fündig und so führt uns unser Weg zunächst einmal zum Hafen mit seinem trutzigen Wasserschloss. Begonnen wurde der Bau im Jahre 1545, danach hat das Schloss im Laufe der Jahrhunderte viele spannende Epochen erlebt und wurde später zu einem eleganten Renaissanceschloss umgebaut. Steht man im Innenhof, blickt man auf hohe Mauern und man kommt sich ganz klein vor. Weiter geht es auf der Strandpromenade zum Birgittakloster und der 1430 geweihten gotischen Klosterkirche. Timmi nimmt auf dem Weg dorthin ein erfrischendes Bad im Vättersee, der gewaltige Ausmaße vorweist. Die Klosterkirche wirkt nicht weniger beeindruckend auf uns sowohl von außen als auch von innen. Der größte Schatz dieser Kirche ist der Birgitta-Flügelaltar, eine Lübecker Arbeit aus dem 15. Jahrhundert. Beim Verlassen des Kirchenhofes fällt unser beider Blick auf das Kloster Café und so sitzen wir ziemlich bald bei Kaffee und Kuchen in der Sonne. Eine weitere Sehenswürdigkeit steht noch auf dem Plan: Der wohl berühmteste Runenstein der Welt, der hinter Ödeshög in Rök zu finden ist. Die Straße dorthin ist denkbar schmal, aber wann immer uns ein Auto entgegenkommt, fährt einer zur Seite, man bedankt sich dafür und weiter geht die Fahrt. Der Runenstein befindet sich unter einem Pyramidendach vor der Kirche und ist über und über mit Runenzeichen bedeckt. Sicher ist, dass der Wikingerhäuptling Varin im 9. Jahrhundert den „Rökstenen“ zum Gedenken an seinen verstorbenen Sohn Värmod aufstellen ließ. Das sollte die letzte Besichtigung für den Tag sein. Im nahegelegenen Gränna finden wir einen Campingplatz am Vättersee. Hier schlagen wir unser Domizil für die Nacht auf. 18. Tag - 29. Juli 2017: Gränna – Asens By – Eksjö ( H ) Morgens sieht es schon etwas ungemütlicher aus als die letzten Tage. Trotz des Windes gibt es aber noch einmal Outdoor-Frühstück. Bald verlassen wir den Platz und rollen gemütlich gen Süden. Wir wollen uns das Kulturreservat „Asens By“ anschauen, das im “Bruckmann- Reiseführer“ wärmstens empfohlen wird – leider steht in diesem Reiseführer nicht, wo sich das Reservat genau befindet, sodass wir nach einigen Fehlversuchen eher zufällig auf das Museumsdorf mitten in der Einöde treffen (wir müssen 7 km auf mäßig ausgebauten Waldwegen bis zum Ziel fahren). Dafür werden wir aber mit dem, was wir sehen entschädigt: Schweden auf dem Lande, so wie es vor 100 Jahren ausgesehen hat. Wir schauen zu, wie Hufschmiede ihre Eisen schmieden und erfahren, dass in dem Museumsdorf auch heute noch alte landwirtschaftliche Methoden praktiziert und alte Sämereien gezogen und verwendet werden. Auf dem Hof kann man auch alte Hühner-, Schaf-, Pferde- und Rinderrassen zu sehen bekommen. Wir genehmigen uns im Museums-Café noch Kaffee und Kuchen und bekommen erste Regentropfen ab. Also machen wir uns auf die weitere Fahrt und genießen dabei die herrliche Landschaft, bei der kleine Hügel, Wälder und reizvoll gelegene Seen miteinander abwechseln. Unser heutiges Tagesziel wird Eksjö sein. Eksjö soll ein gut erhaltenes Stadtbild haben, das wir uns morgen ansehen werden. 19. Tag - 30. Juli 2017: Eksjö – Vetlanda – Tolg – Vislanda – Älmhult ( C ) Um Eksjö herum gibt es eine Menge Wald mit markierten Wegen. So ziehen Timmi und ich frühmorgens los und machen bei herrlicher Morgensonne einen ausgiebigen Spaziergang. Nach einem leckeren Sonntagsfrühstück, das Hans in der Zwischenzeit liebevoll zubereitet hat, packen wir zusammen und fahren ins Zentrum von Eksjö. Auf dem Hauptplatz ist eine prächtige Kirche zu sehen, die im Vergleich zu den Kirchen, die wir bereits gesehen haben, noch sehr jung ist. Das Stadtbild selbst ist geprägt von vielen bis zu 400 Jahre alten Holzhäusern. Im Laufe der Jahrhunderte ist der Ort mehrmals vom Feuer heimgesucht worden, aber immer wieder neu entstanden. Wir flanieren durch die engen Straßen und blicken immer wieder in liebevoll gestaltete Innenhöfe, in denen kleine Läden und auch Cafés zu finden sind. Es sind nur wenige Menschen unterwegs, da die Läden wegen des Sonntags geschlossen haben. Bald sind wir dann auch wieder beim Wohnmobil angekommen und überlegen, wie wir weiterfahren wollen. Bis Malmö sind es noch rund 300 Kilometer, und da wir am Montagabend in Malmö ankommen wollen, haben wir heute rund 150 Kilometer vor uns. Da wir aber noch ein wenig etwas von der herrlichen Landschaft genießen wollen, füttern wir unser Navi mit Alternativrouten. Bis zu unserem Etappenziel Älmhult haben wir daher 190 Kilometer zu bewältigen. Zunächst geht die Reise nach Süden, dann aber nach Westen und zum Schluss wieder nach Süden. Immer wieder fahren wir durch kleinere Siedlungen mit hübschen und gepflegten Holzhäusern. Die Farbe schwedenrot ist zwar vorherrschend, aber auch gelbe, graue und grüne Häuser können wir entdecken. Die Farben sind allerdings nicht fröhlich leuchtend, sondern edel und matt gehalten. Unterwegs legen wir eine kleine Kaffeepause ein und genießen zum Cappuccino schwedische Kekse, die es auch bei Ikea in Deutschland zu kaufen gibt. Immer wieder gibt es nette Begebenheiten: Das ein oder andere Mal hüpft ein Hase im Eiltempo über die Straße, mal ist es auch ein Mini-Zebrastreifen, an dem Schilder „Hühner queren“ angebracht sind. Wir müssen aber nicht anhalten, denn von den Hühnern ist weit und breit nichts zu sehen. Und kurz vor dem Campingplatz passieren wir einen Kreisverkehr, auf dem wir Wegweiser in allen nur erdenklichen Sprachen erkennen können. Vielleicht gelingt es uns morgen, ein Foto davon zu machen. Als wir in Älmhult ankommen, werden wir von dem weithin sichtbaren IKEA-Logo begrüßt. Darüber hinaus finden wir ein Hinweisschild auf ein IKEA-Museum. Der Blick in unseren Reiseführer klärt uns auf: Der Gründer von IKEAist in der Nähe von Älmhult geboren. Hier hat er auch hier sein erstes Möbelhaus eröffnet. Das ist schon lange her, denn Ingvar Kamprad ist bereit über 90 Jahre alt. Unser heutiges Nachtlager ist ein Campingplatz am See Möckeln. Der Platz heißt uns in der Beschreibung im schwedischen Campingführer als „Riviera von Smaland“ willkommen. Auf uns wirkt alles ein wenig chaotisch, aber für eine Nacht werden wir es schon aushalten. Doch zunächst einmal müssen wir ein gewaltiges Gewitter über uns ergehen lassen. Der Regen platzt in Sturzbächen hernieder und es donnert und blitzt in kurzen Abständen. Das Ganze dauert ungefähr zwei Stunden. Als der Regen nachlässt, drehe ich mit Timmi die Abendrunde, nicht ohne mich vorher entsprechend präpariert zu haben (Gummistiefel, Regenjacke etc). Das ist auch gut so, denn die Wege stehen teilweise unter Wasser und dicke Tropfen fallen von den Bäumen. 20. Tag - 31. Juli 2017: Älmhult – Kristianstad – Sjöbo – Skurup – Trelleborg – Höllviken ( C ) Nachts regnet es noch ein paar Mal ziemlich kräftig, so dass wir vom Prasseln der Tropfen aufs WoMo-Dach wach werden. Nach dem Frühstück verlassen wir relativ schnell den Campingplatz, der mit 245 SEK für doch ziemlich kleine und ungeordnete Stellplätze unserer Einschätzung nach relativ teuer ist. Wir fahren vorbei an einem Kreisverkehr mit sehr merkwürdigen Angaben zu Zielen in der ganzen Welt, füllen unseren Tank noch einmal mit Diesel, passieren das IKEA- Museum und düsen schließlich ab Richtung Süden. Wir wollen heute bis in die Nähe von Malmö, dort übernachten, um dann morgen bis nach Hause zu fahren. Eigentlich haben wir uns vorgenommen, auf dem Campingplatz in Sjöbo zu übernachten, allerdings gefällt es uns hier nicht so gut, sodass wir beschließen, weiter zu fahren. Über kleine und enge Sträßchen geht es durch malerische Dörfchen weiter, bis wir in Trelleborg ankommen. Hier schließt sich unsere Rundfahrt. Nachdem wir noch einmal sehr günstig nachtanken können, fahren wir entlang der Ostsee nach Höllviken auf denselben Stellplatz, an dem wir auch schon auf der Herfahrt übernachtet haben. Immerhin ist das Wetter inzwischen wieder sehr schön geworden: blauer Himmel, kaum ein Wölkchen. Wir freuen uns auf die morgige Heimfahrt. 21. Tag - 1. August 2017: Höllviken – Kopenhagen – Puttgarden – Kiel ( H ) Bei gutem Wetter verlassen wir bereits kurz nach dem Frühstück den Stellplatz Höllviken und machen uns Richtung Öresund-Brücke auf. Ohne nennenswerte Verzögerung durchqueren wir Dänemark und erreichen Rödby, wo wir allerdings rund 1 ½ Stunden warten müssen, bevor wir auf die Fähre fahren dürfen. Nach der ereignislosen Überfahrt erreichen wir nach rund 100 weiteren Kilometern  am frühen Nachmittag Kiel, wo wir uns gleich daran machen, Poldi wieder aufzuklaren. Timmi hat sich so an das WoMo gewöhnt, dass er es kaum verlassen möchte – anscheinend würde er gleich wieder wie sein Chef in den nächsten Urlaub starten wollen.
Söderköping- Kirche Söderköping- Kirche Söderköping- Kirche Söderköping- Kirche Einfahrt zum Götakanal Söderköping - Flussbett fast ausgetrocknet am Roxensee Schloss Vadstena Schloss Vadstena Klosterkirche Vadstena Museumsdorf Asens By Museumsdorf Asens By Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung Eksjö - Stadtbesichtigung
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12. Juli bis 1. August 2017 Sommerurlaub in Südschweden