© Hans Schönherr 2018
8. Tag - 19. Juli 2017: Kosta – Faulenzertag ( H ) 9. Tag - 20. Juli 2017: Kosta – Nybro – Kalmar – Öland ( C ) Da wir den gestrigen Tag mit faulem Nichtstun außer schlafen, essen, lesen und spazieren gehen verlebt haben, wollen wir heute weiter bis auf die Insel Öland. Beim Entsorgen unseres WoMos stellt jedoch Hans fest, dass der Abluftschlauch der Toilettenanlage gerissen ist. Das schwarze Tape, das wir normalerweise für kleinere Reparaturen dabei haben, ist nicht auffindbar.  So machen wir uns trotzdem auf den Weg, denn wir sind zuversichtlich, auf dem Weg nach Öland einen Baumarkt zu finden. Die Straße führt uns erst ein kurzes Stück nach Süden, danach biegen wir nach Osten Richtung Nybro ab. Die Straße verläuft streckenweise durch riesige Waldgebiete, aber auch immer wieder bestaunen wir kleinere Siedlungen mit den uns mittlerweile vertrauten „Schwedenhäusern“. Alles wirkt sehr gepflegt, überall blühen Sommerblumen, die Sonne scheint und der blaue Himmel ist ohne eine Wolke: Uns könnte es gar nicht besser gehen! Auf unserem Weg nach Öland passieren wir Kalmar. Hier wird Hans in einem Einkaufszentrum der Superlative fündig und ergattert eine Rolle Tape für die Reparatur des Abluftschlauches. Wir statten Kalmar keinen ausgiebigen Besuch ab, denn dafür bleibt auch noch auf dem Rückweg Zeit. Wir überqueren die Ölandbrücke, die mit 6.072 m eine der längsten Brücken Europas ist und genießen die herrlichen Ausblicke zu beiden Seiten. Radfahrer und Fußgänger können wir nicht entdecken, denn sie werden mit einem kostenlosen Bus hin und her transportiert. Als wir den schmalen Kalmarsund überquert haben, befinden wir uns auf der beliebtesten Sommerinsel Schwedens. Wen wundert es, auch die königliche Familie verbringt ihren Urlaub gerne in ihrem Sommerschloss auf dieser Insel. Was uns sofort fasziniert, sind die vielen Windmühlen – einst waren es mehr als 2.000, wovon noch rund 400 von ihnen erhalten sind – die das Wahrzeichen der Insel darstellen und unter Denkmalschutz stehen. Je weiter wir uns nach Norden bewegen, desto mehr Fahrzeuge befinden sich auf der Inselstraße. In der einzigen Stadt der Insel, in Borgholm stehen wir sogar kurz im Stau. Uns wird ein wenig bange, da es in Anbetracht des gewaltigen Trubels durchaus denkbar ist, dass wir keinen Platz für die Nacht ergattern. Doch weit gefehlt: In unserem Schwedenführer lesen wir von einem Campingplatz mit einer Panorama- Aussicht, viel Ruhe, Platz und Meeresrauschen. Der Wikegards Semesterby heißt uns willkommen und ist ein Platz ganz nach unserem Geschmack. Es ist nichts parzelliert und wir dürfen stehen wo wir wollen, nur mit der Mülltrennung nimmt man es hier sehr genau. Es gibt sogar einen grünen Beutel für den Biomüll. Die Einrichtung ist sehr einfach, was uns aber nicht stört. Sogar ein „Plumsklo“ ist in Strandnähe zu finden. Wir sind rundherum zufrieden und genießen den herrlichen Sommertag, der uns noch bleibt. Morgen bleiben wir gerne noch einmal für einen weiteren Tag hier. 10. Tag - 21. Juli 2017: Wikegards Semesterby (Faulenzertag) Schade, heute ist das Wetter nicht so sonnig wie gestern. Es ist zwar sehr bewölkt, aber trotzdem warm, und wir können den Faulenzertag im Freien verbringen. Am Abend wundern wir uns, wie schnell auch dieser Tag wieder vorüber gezogen ist. Morgen soll es weiter gehen, gibt es doch noch vieles Schöne auf unserer Rundreise zu entdecken. 11. Tag - 22. Juli 2017: Wikegard Semesterby (Faulenzertag) ( C ) Morgens werden wir von herrlichem Sonnenschein geweckt. Ich mache mich mit Timmi auf den Weg und denke mir, dass es eigentlich schade ist, dass wir dieses herrliche Fleckchen Erde schon wieder verlassen müssen. Beim Frühstück bringe ich meine Gedanken zur Sprache und auch Hans gesteht mir, dass er kurzfristig darüber nachgedacht hat, noch einen Tag hier zu bleiben. Fazit: Wir bleiben und verleben einen herrlichen Sommertag mit viel Sonne! 12. Tag - 23. Juli 2017: Wikegard Semesterby – Kappelluden – Ismantorp – Sördra Udde – Degerhamn ( C ) Auch heute Morgen scheint die Sonne. Nach meinem Spaziergang mit Timmi und unserem Frühstück im Freien machen wir unser WoMo wieder reisefertig, denn nun soll es endgültig weitergehen. Unsere Fahrt geht zunächst nach Süden. Die Straßen sind immer wieder von alten Windmühlen, den Wahrzeichen Ölands, flankiert. Manchmal stehen sogar fünf wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt in einer Reihe. Was darüber hinaus hier gang und gebe ist: Ganz häufig finden wir am Straßenrand selbstgebaute Schilder mit der Aufschrift „Loppis“. Schnell kommen wir dahinter, dass die Leute hier auf einfache Art und Weise ihren Krempel sprich nicht mehr benötigten Hausrat loswerden wollen. Wir machen einen Abstecher zur Kapelle der Hl. Birgitta auf Kapeludden. Im Mittelalter lag dort ein bedeutender Hafen. Heute sind nur noch spärliche Reste davon über. Auch von der Kapelle ist nur noch eine Mauer übrig. Und doch ist alles um die Kapelle schön gepflegt und lädt den Urlauber zum Spaziergang ein. Wir aber wollen weiter. Wir fahren weiter und zweigen ab zum absolut ruhigen Wanderparkplatz Ismanstorpsborg. Trotz der Hochsaison sind hier nur wenige Autos zu finden. Über einen kleinen Waldweg gelangen wir zu einer Lichtung, die beeindruckende Überreste einer Fluchtburg, die 300 bis 600 nach Christi erbaut wurde, freigibt. Die Steine, die zu sehen sind, lassen unschwer erkennen, wie viele Familien hier in Notzeiten untergekommen sind. Unser Reiseführer berichtet von über 80 Familien. Die letzte Station für heute ist der Leuchtturm „Langer Jan“ ganz im Süden, der mit imposanten 42 m zum höchsten Leuchtturm Skandinaviens wurde. Auf der Straße zum Parkplatz ist Vorsicht geboten, denn weidende Kühe und Schafe haben absolut Vorfahrt und finden das Gras auf der anderen Straßenseite schmackhafter. Verkehrsstaus sind dadurch nicht ausgeschlossen. Wir machen einen Spaziergang zum Leuchtturm. Auch eine Vogelwarte ist zur Besichtigung freigegeben. Überall stehen Ferngläser, mit denen man die Wasservögel, die sich in Strandnähe befinden, beobachten kann. Zurück auf der Hauptstraße biegen wir noch einmal ab, um auf einem hübsch angelegten Rastplatz eine ausgiebige Kaffeepause einzulegen. Dort beschließen wir, nicht noch über die Ölandbrücke nach Kalmar zu fahren. Vielmehr bleiben wir noch eine Nacht auf Öland auf einem WoMo-Stellplatz rund 10 Kilometer weiter in Degerhamn. Aber vorher passieren wir noch die Schneise durch die Mauer, die sich König Karl X. aufschichten ließ, um seine Hirsche bequemer jagen zu können. Die Mauer ist ziemlich gut erhalten und führt auf der einen Seite bis ans Meer. Was sich die Menschen, die diese Mauer aufschichten mussten, wohl dabei gedacht haben? Der Stellplatz, den wir danach bald erreichen, ist offiziell ausgewiesen, aber wirkt doch sehr verwaist. Mit uns gesellen sich im Laufe des Abends noch ein paar wenige WoMos auf den an einer Mole gelegenen Platz. Ob hier Jemand kommt, um die Gebühr von rund 12 Euro einzufordern, ist allerdings fraglich. Warten´s wir ab. Zunächst sitzen wir noch draußen. Aber der Wind ist doch ganz schön pustig und so ziehen wir uns bald in WoMo zurück und verbringen den Rest des Tages gemütlich. 13. Tag - 24. Juli 2017: Degerhamn – Gettlinge – Kalmar – Paskallavik ( C ) Nachts werde ich vom Regen geweckt, der ganz schön laut auf unser WoMo brettert, und doch kann ich schnell wieder einschlafen. Gegen 8 Uhr werden wir wach, es regnet kaum noch, der Himmel ist aber ziemlich verhangen. Heute soll es zurück aufs Festland gehen. Auf unserer Fahrt an der Westküste entlang Richtung Ölandbrücke passieren wir das Grabfeld von Gettlinge. Hier befinden sich Gräber aus der Wikingerzeit, die durch riesige Felsfinger, die in den Himmel ragen und die Form eines Schiffes erkennen lassen, erkennbar sind. Auch eine alte Mühle steht am Rand dieser Gräber, und Hans schießt etliche Schnappschüsse für das Reisetagebuch. Nachdem wir die Ölandbrücke überquert haben, macht Hans einen unverhofften Schlenker nach rechts, hätte er doch fast die Abfahrt zum ausgeschilderten Parkplatz verpasst. Hier halten wir kurz an, denn der Blick nach oben auf die imposante Brücke muss auf jeden Fall im Bild festgehalten werden. In Kalmar machen wir zunächst Station bei Lidl, denn die Vorräte müssen aufgefüllt werden. Da Lidl auch in Schweden nach ähnlichem Vorbild wie in Deutschland angeordnet ist, ist der Einkauf bald erledigt. Ich staune immer wieder darüber, wieviel ich ohne Probleme entziffern kann: Viele Wörter sind der deutschen Sprache nicht unähnlich. Nachdem wir unser WoMo auf einem preisgünstigen zentrumsnahen Parkplatz unterbringen konnten, machen wir uns zu Fuß auf den Weg und besuchen zuerst den schon von außen prächtig anzusehenden Barockdom von Kalmar. Auch das Innere mit der imposanten Orgel und dem gewaltigen Altarbild ist nicht weniger prächtig anzusehen. Mir fällt besonders die Kinderspielecke ins Auge. So eine Einrichtung habe ich in einer Kirche bisher noch nie gesehen, und ich finde die Idee äußerst gelungen, denn was kann für kleine Kinder schlimmer sein, als während eines für sie langweiligen Gottesdienstes still sitzen zu müssen! Danach führt uns unser Spaziergang durch die Fußgängerzone. Da ist ordentlich was los. Nach dem Überqueren einer Bahnlinie gelangen wir in einen gepflegten Park und haben einen herrlichen Blick auf ein Renaissanceschloss, das umgeben von Wasser in einem hervorragenden Zustand ist. Wir laufen über einen alten Friedhof, an den eine große Wiese angrenzt, und so haben wir von dieser Seite einen anderen, aber nicht weniger schönen Blick auf das Schloss. Obwohl das Schloss über die Jahre viel mitgemacht hat und sowohl Gefängnis, Getreidespeicher als auch Schnapsbrennerei war, ist es heute auch innen prächtig anzusehen. Wir begnügen uns unserem Vierbeiner zuliebe mit der äußeren Ansicht und nachdem wir uns satt gesehen haben, laufen wir zurück zum Parkplatz. Unterwegs gönnen wir uns noch einen Cappuccino, fahren anschließend die Ostküste nordwärts und gelangen schließlich auf Empfehlung unseres WoMo-Führers bei Paskallavik zum „Naturcamping Nötö“, wo wir mit unserem Poldi inmitten von naturbelassender Landschaft für eine Gebühr von 100 Kronen übernachten. (Naturcamping bedeutet offensichtlich, dass der Platz keinerlei Einteilung hat und man sich hinstellen kann, wo man will!) Das Wetter ist mittlerweile fast wieder sommerlich warm und die Sonne durchbricht immer mehr die Wolken. 14. Tag - 25. Juli 2017: Paskallavik – Västervik – Östra Ed – Gusum ( C ) Morgens ist es zwar warm, aber sehr bewölkt und windig, und so frühstücken wir entgegen unserer Planung vom Abend zuvor im Wohnmobil. Wir lassen uns viel Zeit, denn wir haben es nicht eilig. Nachdem wir wieder reisefertig sind, machen wir uns auf den Weg. Es geht Richtung Norden. Wir gelangen bald zur Hauptstraße, die sich ein wenig dahinzieht, obwohl sich die Landschaft links und rechts der Straße immer wieder anders präsentiert. Große Steinformationen lassen uns immer wieder staunen, denn diese sind recht üppig bewaldet. Ich frage mich, wie wohl die Wurzeln dieser Bäume beschaffen sind, dass sie es schaffen, sich auf diesen Felsbrocken festzukrallen? Bald gelangen wir in das Hafenstädtchen Västervik, ein kleiner beschaulicher Ort, der aber unserem Reiseführer nach zu urteilen, trotzdem eine Menge zu bieten hat. Wir begnügen uns damit, die Sehenswürdigkeiten wie die Gertrudskirche und das ehemalige Warmbadehaus, das im Jugendstil errichtet ist, vom Wohnmobil aus zu bewundern. Vielmehr noch faszinieren uns die Ausblicke aufs Meer hinaus sowie die prächtigen Motoryachten und Segelschiffe, die sich im Hafenbecken tummeln. Schnell noch ein paar Fotos gemacht, und schon geht die Fahrt weiter. Nach Västervik biegen wir ab und fahren auf einer kleinen Straße, die sich über eine schmale Halbinsel dahinschlängelt, weiter Richtung Norden. Wieder einmal mehr sind wir von der herrlichen Landschaft, die sich vor uns auftut, fasziniert. In Segers Gärde, einem ausgeschilderten Naturreservat legen wir eine Kaffeepause ein. Bis wir uns umsehen, ist der einzige Tisch von zwei Radfahrern, die ebenfalls eine Pause machen wollen, belegt, so dass wir uns mit der Sitzecke im WoMo begnügen müssen. Da es immer noch sehr bewölkt ist, sind wir aber nicht traurig darüber. Als nächsten Haltepunkt hat Hans Östra Ed ins Navi eingegeben. Freunde von uns haben uns dieses Naturreservat wärmstens empfohlen. Der Weg, der dorthin führen soll, ist aber so eng, dass wir davon Abstand nehmen und so fahren wir unser letztes Ziel für heute, Gusum an. Hier möchte ich gerne eine kleine Glashütte besuchen, deren Besitzer aus der Tschechischen Republik stammt und die böhmische Glasbläserkunst präsentiert. Ich werde freundlich willkommen geheißen und bin begeistert von der herrlichen Glasbläserkunst, die sich in dieser kleinen Hütte befindet. Nach einigem Überlegen erstehe ich eine Vase und einen kleinen schwarzen Elch. Nachdem ich meine Schätze verstaut habe, fahren wir den nahe gelegenen Campingplatz an, der uns als Domizil für die die Nacht dienen soll. Die Sonne scheint und wir sitzen noch lange draußen im Freien.
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12. Juli bis 1. August 2017 Sommerurlaub in Südschweden