© Hans Schönherr 2018
1. Tag - 12. Juli 2017: Kiel – Fehmarn ( C ) Vorbemerkung: Die Tagesberichte von Christl sind in der Überschrift mit ( C ), die von Hans mit ( H ) gekennzeichnet. Eigentlich ist der Beginn unserer Schwedenreise für morgen geplant. Von Puttgarden wollen wir mit der Fähre nach Dänemark übersetzen; danach Richtung Kopenhagen und über die Öresundbrücke nach Malmö. Hans meint, es wäre entspannter, wenn wir bereits einen Tag vorher zu unserem Lieblingsplatz „Belt Camping“ auf Fehmarn aufbrechen. So wäre es möglich, ohne Hetze und trotz terminierter Buchung vielleicht sogar eine frühere Fähre zu nehmen. Also beginnt die Reise schon heute! Der Vormittag ist bei mir allerdings noch  für ein paar Termine reserviert . Eigentlich eine entspannte Angelegenheit, wenn wir nicht am Tag vorher von Mercedes eine Nachricht für eine Rückrufaktion in unserem Briefkasten gefunden hätten: Ein Teil der Hinterachsaufhängung unseres Sprinters muss ausgetauscht werden. Also noch früher los als geplant, das Wohnmobil holen und in die Werkstatt bringen. Gegen 10 Uhr ist das Wohnmobil wieder abholbereit. Seit Stunden kämpfen wir mit anhaltendem Dauerregen, und die Vorfreude ist ein wenig geschmälert. Auf Fehmarn angekommen, hört der Regen auf. Der blaue Himmel wird langsam sichtbar, allerdings gepaart mit einem heftigen Sturm, der auch morgens noch heftig weht. Das freut besonders die Surfer, die bereits um 8 Uhr auf dem Wasser zu sehen sind. Irgendwie sind wir ziemlich kaputt, Hans hat Ärger mit seinem Rücken, und mich plagen immer wieder heftige Kopfschmerzen (muss wohl am Wetter liegen), sodass wir bald in unserer Koje verschwinden. Sogar Timmi pennt für seine Verhältnisse ziemlich lange, was zu Hause nie vorkommt. 2. Tag - 13. Juli 2017: Fehmarn – Rödby – Malmö – Höllviken ( C ) Nach einem Spaziergang mit Timmi am Strand und einem ausgedehnten Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen, denn wir wollen schnell zum Fähranleger nach Puttgarden. Am Schalter müssen wir dann erfahren, dass das System uns maximal zwei Stunden vor geplanter Abfahrt einloggt. Was jetzt tun? Wir verlassen den Fähranleger und fahren auf einen nahe gelegenen Parkplatz, um noch einen Cappuccino zu genießen. Beim zweiten Anlauf klappt es, so dass wir fast 1 ½ Stunden früher in Rödby ankommen als ursprünglich geplant. Es ist immer noch sehr windig, so dass die Fähre ab und zu ein wenig schaukelt. Da wir aber in der Richtung schon einiges erlebt haben, macht uns das überhaupt nichts aus. Weiter geht die Fahrt durch Dänemark auf der Autobahn Richtung Kopenhagen. Zwischendurch genehmigen wir uns auf einem liebevoll angelegten Rastplatz eine kleine Mittagspause und erreichen Malmö erst durch einen Tunnel und dann über die Öresundbrücke. Ganz im Süden wollen wir uns in Skanör für die Nacht einrichten (Freunde von uns haben uns diesen Stellplatz empfohlen). Der Platz ist übervoll, wen wundert es, wir befinden uns ja schon in der Hauptsaison. Acht Kilometer weiter finden wir aber einen Stellplatz in Höllviken am Falsterbo-Kanal. Es ist noch so früh am Abend, dass wir Tisch und Stühle aufstellen und die schwedische Sonne genießen. 3. Tag - 14. Juli 2017: Höllviken – Ystad – Borrby ( C ) Heute Morgen lassen wir es ruhig angehen. Ich laufe mit Timmi durch das Naturreservat, das parallel zum Kanal verläuft. Immer wieder treffen wir auf Bunker und Panzersperren, wohl Relikte aus dem 2. Weltkrieg. Als wir zurück sind, sind Kaffee und Frühstücksbrötchen fertig. Danach mache ich noch einen Kartoffel-Matjes- Salat für das Abendessen und Hans sucht die Strecke für unsere heutige Etappe aus. Für das geplante Ziel Ystad fahren wir zunächst lange Strecken ganz nah an der Ostsee entlang. Auf jedem Felsstein, der aus dem Wasser ragt, und davon gibt es eine Menge, sitzt mindestens ein Kormoran. Bei uns in Schleswig-Holstein ist das eher eine Seltenheit. In Ystad angekommen, suchen wir erst einmal einen Parkplatz. Einfach ist es nicht, denn die ausgewiesenen Parkplätze sind nicht für Wohnmobile vorgesehen. In einer Seitenstraße werden wir dann schließlich fündig. Wir genießen den Bummel durch die kleine Stadt, in der nach dem Reiseführer mindestens 300 alte Fachwerkhäuser erhalten geblieben sind. Wir sehen davon zwar nur einen kleinen Teil, aber der gefällt uns ausgesprochen gut. Wir besichtigen eine kleine Kirche, die im Inneren zwar sehr schlicht aber sehr liebevoll gestaltet ist. Sogar mit einem Kloster kann der Ort aufwarten. Berühmtheit hat das Städtchen in den letzten Jahren durch die Kriminalromane von Henning Mankell erlangt. Dessen Kommissar Kurt Wallander bekämpft das Verbrechen in und um Ystad und hat es damit zur Berühmtheit gebracht. Unsere Fahrt geht weiter am Meer entlang. Wir fahren an vielen und vollen Campingplätzen vorbei, wen wundert´s: In Schweden sind Ferien! Unser Domizil für die Nacht finden wir dann aber bald auf dem Campingplatz in Borrby, der direkt an einem der schönsten Sandstrände Schwedens liegt und leider für unseren Vierbeiner um diese Jahreszeit tabu ist. Allerdings müssen wir mit einem der letzten freien Plätze vorlieb nehmen, was uns aber nicht stört, wollen wir doch morgen schon weiterfahren. Insgesamt haben wir heute nur rund 100 Kilometer mit dem Wohnmobil zurückgelegt. Mal sehen, wie es weitergeht! 4. Tag - 15. Juli 2017: Borrby Strand – Glimmingehus – Stenshuvud Nationalpark – Kivik – SP bei Brösarp ( C ) Zum Frühstück gibt es frische Brötchen von der CP-Rezeption (5.- Kronen das Stück). Schon bald ist es auf den „Notstellplatz“ neben dem Spiel- und dem Müllplatz nicht mehr auszuhalten: Kindergekreische und ein stetiges Kommen und Gehen, sodass wir nach Entsorgung und Tanken von Frischwasser schnell die Flucht ergreifen. Unser erstes Ziel ist das „Glimmingehus“, die besterhaltene mittelalterliche Burg Skandinaviens (Baubeginn 1499). Wir verzichten aber auf eine eingehendere Besichtigung, da wir wegen Timmi nur die Außenanlagen besichtigen könnten, und der Eintrittspreis dafür, nur die Außenanlagen anzuschauen zu dürfen, uns zu hoch ist.  Weiter geht es in den Stenshuvud Nationalpark, der sich über 6 km Länge erstreckt und viele Naturraritäten bietet. Wir machen einen Ausflug zum Strand, den Timmi allerdings nicht betreten darf, sodass wir bald wieder umkehren, um noch einen Kaffee zu trinken (leider hat der Kiosk keine Kaffeesahne, sodass es nur „Kaffee- schwarz“ gibt. Als nächstes steuern wir das steinzeitliche „Kungagraven“ (Königsgrab) in Kivik an. Der Eintritt erfolgt über ein kleines Cafe und ist mit 30.- Kronen erschwinglich – allerdings gibt es außer einem großen Haufen Steine und ein kleine Grabkammer mit Felsritzereien nicht viel zu sehen. Wir verspeisen zum Schluss jeder noch ein Stück Kuchen.  Dann suchen wir uns einen Stellplatz. Leider sind die vorgeschlagenen an der Küste alle voll besetzt, sodass wir uns für einen sehr schön angelegten, großen Parkplatz bei Brösarp entscheiden. Bei gutem Wetter verbringen wir dort unseren Rest-Nachmittag. 5. Tag - 16. Juli 2017: SP bei Brösarp – Kristianstad – Ronneby ( C ) Der Morgen ist zwar bewölkt aber noch angenehm warm und trocken. Nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück brechen wir auf und fahren nach Kristianstad. Es ist Sonntag und so finden wir mitten im Ort ohne Probleme einen Parkplatz am großen Marktplatz. Dort gibt es zunächst das imposante Rathaus zu bestaunen. Bei einem Spaziergang durch die angrenzende Fußgängerzone sind wir fast alleine unterwegs. Der im Reiseführer angepriesenen Dreifaltigkeitskirche statten wir keinen Besuch ab, denn wir wollen den Gottesdienst nicht stören. Bevor wir weiterfahren, halten wir noch kurz bei einem Eisenbahnmuseum. Es sieht alles ein wenig marode aus. Hans fotografiert eine alte schwarze und desolate Lok, und dann lassen wir Kristianstad auch schon hinter uns liegen. Auf unserer Fahrt nach Ronneby beginnt es zu regnen. Wir fahren nicht auf direktem Weg zu diesem kleinen Ort am Hafen, vielmehr führt uns das Navi auf einer grüngelben Strecke erst Richtung Norden. Links und rechts der Straße wechseln sich Kartoffel- und Weizenfelder ab und dazwischen gibt es immer wieder eine Menge Wald zu bestaunen. In Ronneby stehen wir direkt an der Ostsee. Am späten Nachmittag wird es außergewöhnlich stürmisch und immer wieder prasselt der Regen auf das Wohnmobildach. Gegen Abend lässt der Regen dann nach und wir beschließen den Abend mit einem guten Essen und einem Gläschen Wein. 6. Tag - 17. Juli 2017: Rönneby Hamn – Karlskrona – Sturkö – Tjurkö – Tingsryd ( H ) Heute Morgen begrüßt uns Sonnenschein und blauer Himmel. Allerdings ist es etwas windig, sodass wir wiederum im WoMo frühstücken. Wir brechen bald auf und gelangen auf der gut ausgebauten Straße nach Karlskrona. Ein kostenfreier Parkplatz für unseren Poldi ist bald gefunden, und wir machen uns auf in die City von Karlskrona. Vorbei am Hafen, der durch eine riesige Mauer eingerahmt ist, finden wir schließlich das Stadtzentrum mit dem riesigen Zentralplatz und den beiden dort herum gelegenen Kirchen. Die „Deutsche Kirche“ von 1699 schaue ich mir an, sehr schön und ziemlich einzigartig. In der Touristinformation stattet mich eine nette Schwedin mit den wichtigsten Unterlagen über Karlskrona und die Region Brekinge aus. Ziemlich bald zieht es uns wieder zum WoMo (Museumsbesichtigungen wollen wir unserem Timmi nicht zumuten, auch wenn mit Sicherheit etwas Sehenswertes dabei gewesen wäre. Wir wollen zunächst einmal auf die südlich von Karlskrona gelegenen Schären fahren. Über eine eindrucksvolle Brücke geht es auf die Insel Stürkö, die wir durchqueren, um dann über einen Steinwall nach Tjurkö zu gelangen – schließlich landet unsere Straße im Nichts, und wir kehren wieder um. An der Brücke machen wir bei einem Rastplatz mit Restaurant Halt und genießen jeder einen Kaffee mit Kuchen. Nach einer ausgiebigen Pause geht es weiter ins Binnenland. Wir wollen heute eigentlich bis Växjö, der Glasstadt, gelangen. Unterwegs fällt uns aber ein, dass wir eigentlich keine Lust haben, noch so weit zu fahren und suchen uns einen kleinen Naturcampingplatz bei Tingsryd – sehr idyllisch gelegen, absolut ruhig und direkt an einem See (nur Timmi darf mal wieder nicht ins Wasser). Den Rest des Nachmittags verbringen wir bei ziemlich starkem Wind vor dem WoMo – ab und zu schaut auch die Sonne zwischen den dichten Wolken hervor. 7. Tag - 18. Juli 2017: Tingsryd – Växjö – Kosta ( C ) Nach einer ruhigen Nacht, einem ersten Spaziergang mit Timmi und einem Frühstück im WoMo wollen wir unser Vorhaben vom Vortag, nach Växjö zu fahren, in die Tat umsetzen. Unser Bemühen, irgendwo die Übernachtungsgebühr zahlen zu können, scheitert, da die „Kassendose“ unauffindbar ist und niemand zum kassieren kommt. Auch gut. Auf dem Weg nach Växjö steht ein größerer Einkauf auf dem Plan. Und unser Poldi muss auch „Flüssignahrung“ bekommen, damit wir unbesorgt weiterfahren können. Die Straße nach Växjö ist wenig befahren und unser Wunsch, dort einen Lidl-Supermarkt zu finden, wird von unserem Navi schnell erfüllt. Wir finden dort alles, was wir für die nächsten fünf Tage benötigen und das zu erschwinglichen Preisen. Auf den Kauf einer Salatgurke verzichten wir aber gerne, soll sie doch ungefähr das Zehnfache dessen kosten, was wir um diese Jahreszeit dafür zu Hause bezahlen müssten. Zentrumsnah suchen wir uns einen Parkplatz und machen einen Spaziergang in die Stadt. Schilder am Straßenrand und auch ein Vermerk in unserem Reiseführer weisen uns darauf hin, dass wir uns in „Europas grünster Stadt“ befinden. Darüber hinaus führt die „Straße der Glaskunst“ durch die Innenstadt mit Skulpturen und Kunstobjekten aus Glas, die abends illuminiert sind. Dominiert jedoch wird die Innenstadt vom Dom, weithin sichtbar durch seine beiden spitzen Türme und prachtvollen Glasfenster. Angrenzend an den Dom befindet sich der Linnepark, der nach dem berühmten Botaniker Carl von Linne´ benannt wurde. Unser Rückweg zum Parkplatz führt über einen großen Friedhof mit zum Teil sehr alten und verwitterten Grabmalen, der aber sonst einen sehr gepflegten Eindruck bei uns hinterlässt. Nachdem Hans unseren Poldi betankt hat, fahren wir mit dem Ziel „Öland“ Richtung Osten. In Kosta stoßen wir auf ein Outlet-Center in der Annahme, dass es hier ausschließlich um Glaskunst und Glasbläserei geht. Für den Abend richten wir uns auf dem nahe gelegenen Campingplatz häuslich ein. Ich mache mich dann noch auf den Weg zu diesem Outlet-Center und muss feststellen, dass es hier auch Kleidung, Schuhe und Sonstiges zu kaufen gibt. Die Glaskunst nimmt allerdings einen nicht unbeträchtlichen Teil ein, jedoch haben die Schauwerkstätten bereits geschlossen. Zum Kauf eines Glasobjektes mag ich mich aber nicht entschließen. Zurück auf dem Campingplatz – Hans ist mit Timmi auch schon zurück vom Abendspaziergang – machen wir uns über eine gemütliche Brotzeit her. Morgen wollen wir hier noch einen Faulenzertag einlegen.
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Wohnmobilreise

nach Schweden

12. Juli bis 1. August 2017 Sommerurlaub in Südschweden
Kristianstad Dreifaltigkeits-Kirche
Karlskrona - Deutsche Kirche Karlskrona - Rathaus Karlskrona - Deutsche Kirche Karlskrona Brücke zur Insel Stürkö
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