© Hans Schönherr 2018
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Rückreise 31. Tag: Sant´ Alessio Siculo – Messina – San Giovanni – Corigliano (318 km) ( C ) Nachdem wir uns zwei faule Tage gegönnt haben, soll es heute zurück aufs Festland gehen. Damit wir  für die nächsten Mahlzeiten gerüstet sind, laufe ich ein paar Minuten in den Ort, um beim Bäcker frisches Brot und für den Nachmittagskaffee eine Kleinigkeit zu kaufen. Hans hat inzwischen den Kaffee aufgebrüht, sodass wir zunächst einmal ausgiebig frühstücken. Bevor wir abreisen, halte ich noch einen kleinen Plausch mit dem Mitarbeiter des  Campingplatzes, der etliche Jahre in Deutschland gelebt hat und aus familiären Gründen zurückgekehrt ist. Er ist wohl glücklich, einen interessierten Zuhörer gefunden zu haben, denn er hat mich dann auch gleich über die Missstände seiner „Insel“ informiert und ist mit mir einer Meinung, was den vielen umher liegenden Müll angeht. Nachdem alle Arbeiten erledigt sind, fahren wir Richtung Messina, um auf die Fähre nach San Giovanni zu gelangen. Immer wieder führt uns das Navi auf die Küstenstraße, so dass wir noch einige malerische Momente von Meer und Strand genießen können. In Messina erreichen wir dann auch trotz chaotischer Straßenverhältnisse unbeschadet den Fähranleger: Vor uns eine lange Warteschlange. Erstaunt darüber, wie viel Platz auf so einer Autofähre ist, kommen wir ohne Probleme mit. In San Giovanni angekommen, führt uns das Navi auch schnell auf die Autobahn, der wir rund 150 Kilometer folgen. Dazwischen legen wir eine Kaffeepause ein, was auch nicht so ganz einfach ist, denn es gibt nur wenige Rastplätze und die sind dann auch verhältnismäßig voll. Unser Tagesziel Corigliano ist dann auch nicht so einfach zu finden, denn der Straßenbau in Italien stellt ein Navi immer wieder vor neue Herausforderungen. Ich lotse Hans gleichzeitig nach den Ortsschildern, was dazu führt, dass wir einen großen Bogen um unser Tagesziel fahren. Hätten wir nur auf Clara gehört. Am Ziel angekommen, werden wir schnell für die lange Sucherei entschädigt: Wir finden einen riesigen Campingplatz unter schattigen Bäumen vor, der an einem weitläufigen und gepflegten Strand angrenzt. Hier beenden wir den Tag und gleichzeitig den Monat März. 32. Tag: Corigliano – Taranto –Bari – Barletta – Manfredonia (324 km) ( H ) Mit einem Blick aufs Meer verlassen wir den Campingplatz (nachdem wir nur 13 Euro zahlen müssen). Auf gut ausgebauten Straßen – schließlich sogar auf einer „Fast-Autobahn“ cruisen wir nach Nordosten, dem Stiefelabsatz entgegen. Kurz vor Taranto machen wir in einem Einkaufszentrum Pause – ich gehe mit Timmi ein paar Runden, Christl geht einkaufen. Die Landschaft ist teilweise einmalig mit tollem Blick aufs Meer, die Straße schlängelt sich an Bergen entlang oder durchquert sie gleich. Danach wird es etwas eintönig – alles sehr flach und eben, ein Gebirge ist nicht mehr zu sehen. Hinter Bari haben wir dann die Adria-Küste erreicht, und wir fahren nun nordwestwärts – immer noch auf der kostenfreien Autobahn, die allerdings teilweise recht ausgefahren ist. Bei Barletta verlassen wir die Schnellstraße, und es geht auf der Küstenstraße weiter, entlang an ausgedehnten Salinen, die sich über viele Kilometer erstrecken. Rund 8 Kilometer vor unserem Ziel gibt es eine Straßensperre mit entsprechender Umleitung – plötzlich haben wir noch 30 km vor uns. Aber letztendlich erreichen wir gegen 16:00 Uhr unseren Campingplatz bei Manfredonia. Hier hat sogar das Restaurant geöffnet, sodass wir beschließen, heute Abend einmal italienisch zu essen. Wir genehmigen uns eine Vorspeisenplatte für zwei und jeder eine Pizza sowie einen halber Liter Hauswein (kostet 39 Euro). Timmi begleitet uns und ist ein absoluter Vorzeigehund. 33. Tag: Manfredonia – Vieste – Termoli – Petacciato Marina (217 km) ( C ) Gestern hatten wir uns mit einigen Campern unterhalten, die alle meinten, es würde heute regnen. Somit ist unser Plan für heute, die Halbinsel „Gargano“, den Stiefelsporn Italiens zu umrunden, nicht sicher, denn bei Regen erscheint uns das Unternehmen nicht lohnenswert. Als wir wach werden, scheint die Sonne, zwar nicht so üppig wie sonst, aber sie scheint. Das Frühstück genießen wir dann auch im Freien, und nachdem alles zusammengepackt ist, machen wir uns auf den Weg. Davor unterhalte ich mich noch mit einem Urlauber, der mit Frau, zwei Kindern und zwei Tandem-Liegerädern unterwegs ist. Er erzählt mir, dass sie vierzehn Monate Zeit haben und bis nach Skandinavien fahren wollen. Dem langen Bart des Mannes nach zu urteilen, sind sie bereits schon länger unterwegs. Unser Reiseführer von Italien schwärmt von der Halbinsel „Gargano“ und auch wir sind schnell begeistert. In Serpentinen geht es mal rauf, mal runter, und immer wieder lassen uns spektakuläre Ausblicke auf die blaue Adria anhalten. An einem alten Turm, an dem ein Italiener seine selbst gemachten Produkte feil hält, haben wir einen Blick auf ein Felsentor im Meer, das von Hans auch gleich mehrmals fotografiert wird. Ich kann nicht widerstehen und kaufe Marmelade aus Weintrauben und Birnen. Der Händler hat mir beide Früchte aufgemalt: Auch so kann man sich verständigen! Angekommen in Vieste ist am Strand das Wahrzeichen des Gargano, der Pizzomunno (Spitze der Welt) weithin zu sehen. Es handelt sich hierbei um einen schneeweißen 25 m hohen Monolithen. Weiter geht die Fahrt wieder über lang gezogene Serpentinen durch eine Landschaft, die fast ausschließlich von Olivenbäumen gesäumt ist. In der Hoffnung, dass wir am Lago die Varano, einem großen See, der durch einen Damm vom Meer getrennt ist, einen schönen Platz für eine Kaffeepause zu finden, schwindet sehr schnell, denn wir landen am Ufer mit dem Hinweis: Durchfahrt verboten. Also fahren wir wohl oder übel wieder zurück in Richtung Hauptstraße. In einer Kurve finden wir dann aber doch noch genügend Platz zum Halten, und die Kaffeepause ist gerettet. Nun liegen keine 100 Kilometer mehr vor uns, um das Tagesziel zu erreichen. Inzwischen fallen auch ein paar Regentropfen. Die Gegend wird immer flacher, um nicht zu sagen „brettleben“ und so erreichen wir auch bald die Zielfahne auf unserem Navi. Es handelt sich um einen ausgewiesenen Stellplatz für die Nacht. Etliche Wohnmobile stehen schon in den Parkbuchten. Und zum Strand geht es über eine üppig blühende Wiese lilafarbener Blüten. Hier lassen wir den Abend ausklingen. 34. Tag: Petacciato Marina – Ancona – Mailand – Saronno (685 km) ( C ) Es regnet fast die ganze Nacht und auch morgens ist es trüb und nass. Unser Plan von gestern Abend, heute die gebührenpflichtige Autobahn zu benutzen, um möglichst schnell in die Schweiz zu kommen, soll deshalb auch möglichst schnell umgesetzt werden. Wir sind nämlich zu dem Ergebnis gekommen, dass wir in den letzten Wochen so viel Schönes erlebt haben, dass „mehr“ einfach nicht in unsere „Speicher“ aufgenommen werden kann. So fahren wir also nach dem Frühstück auf dem kürzesten Weg zur Autobahn. Wir sind überrascht von der Vielfalt der Landschaft. Mal sind wir fast an der Küste und mal wieder etwas mehr im Landesinneren. Und irgendwie wirkt die Ostküste wesentlich freundlicher und auch sauberer auf uns als die Westküste. Liegt es vielleicht daran, dass wir jetzt die offizielle Autobahn benutzen? Ein besonderes Highlight ist dann auch noch vor Rimini greifbar nahe: Die kleinste und älteste Republik der Welt, die „Republica di San Marino“, die sich hoch oben auf dem Monte Titano erhebt. Es ist ein gewaltiger Anblick. Aus dem Reiseführer erfahren wir, dass in der Stadtrepublik niemand arbeitslos ist und dass die Menschen viele Privilegien wie niedrige Steuern und ein kostenloses Bildungs- und Gesundheitswesen genießen. Nachdem wir ungefähr die Hälfte der zu schaffenden Kilometer hinter uns haben, genießen wir auf einer Raststätte Cappuccino und Gebäck, um dann die zweite Hälfte der Strecke in Angriff zu nehmen. Irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug. Hans ist fit, und ich muss ihn nicht ablösen. Bisher bin ich noch nicht einen Kilometer selbst gefahren. Aber auf dem Beifahrersitz ist es auch zu bequem, kann man sich doch in aller Ruhe die Gegend anschauen. Das Bezahlen der Autobahngebühr macht diesmal auch keine Probleme, da das Kassenhäuschen von menschlicher Hand bedient wird. In Saronno angekommen, fahren wir den ausgesuchten Stellplatz an, der auch eine Entsorgungsstelle vorhält. Die Hälfte des Platzes, auch der Teil mit der Entsorgungsstelle ist allerdings abgesperrt. Polizisten mit Polizeifahrzeugen besetzen den Platz, wir vermuten eine Übung. So stellen wir uns auf die andere Hälfte des Platzes. Sofort kommt auch einer der Polizisten auf uns zu. Wir wissen nicht so recht, was er uns sagen will, denn er spricht kein Englisch. Er ruft dann den Kollegen, der englisch spricht, herbei mit dem Ergebnis, dass sogleich die ganze Mannschaft vorbeikommt. Fazit: Man will uns klarmachen, dass sie uns den Parkplatz gleich freigeben, damit wir die Entsorgungsstelle in Anspruch nehmen können und eine Nacht dürfen wir außerdem stehen bleiben! Und das von ganz offizieller Stelle! 35. Tag: Soronno – Como – Chiasso – Basel – Titisee – Freiburg (419 km) ( H ) Relativ bald machen wir uns auf den Weg, nachdem wir auf dem kommunalen Parkplatz eine ruhige Nacht hatten (Christl meinte, sie wäre wegen eines piepsenden rückwärts fahrenden Autos wach geworden). Wir gelangen schnell auf die gebührenpflichtige Autobahn und sind dann auch schon links und rechts von Bergen eingeschlossen. Am Comer See können wir ein paar Ausblicke auf die Idylle der Reichen und Schönen erhaschen, bevor die Autobahn Richtung Schweiz/Tessin abbiegt. Am Grenzübergang gehe ich zur „Cassa“, um mithilfe der bereits zuhause vorbereiteten Formulare die Schwerlastabgabe zu bezahlen. Der Zöllner will diese jedoch nicht akzeptieren, da es wohl nicht genug Ausfertigungen sind – also nochmals neu Schreiben (vierfach im Durchschreibeverfahren). Das ist jedoch schnell erledigt. Ich bezahle 32 Euro und darf nun innerhalb eines Jahres an 10 voneinander unabhängigen Tagen alle Straßen in der Schweiz benutzen. Heute sind es aber nur vier Stunden, die wir bis nach Deutschland brauchen. Bis zum Gotthard-Tunnel haben wir bestes Wetter, nördlich davon ist es regnerisch und bewölkt. Nachdem wir die Schweiz verlassen haben, entscheiden wir uns für einen Campingplatz am Titisee. Als wir dort ankommen, ist es trotz Sonne nur 9 Grd warm/kalt. Christl mault deshalb ein bisschen – ich mache ihr den Vorschlag, nach Freiburg zu fahren, dort sei es bestimmt 5 Grd. wärmer. Als wir dort am Hirzberg-Camping ankommen sind es 9 Grd. mehr!!!. Am späten Nachmittag machen wir entlang der Dreisam einen Bummel in die Altstadt von Freiburg und bekommen in der Martin-Brauereigaststätte ein zünftiges, gutbürgerlich deutsches Abendessen. 36. Tag: Faulenzertag ( H ) Wir bleiben noch einen Tag in Freiburg. Ich mache morgens das Klapprad klar und fahre zum Bäcker (wieder deutsche Preise für Brot und Gebäck). Kurz vor Mittag machen wir einen Spaziergang am Panoramahöhenweg nach Freiburg und genehmigen uns jeder ein Eis (natürlich bekommt Timmi auch seine Kugel Vanilleeis). 37. Tag: Freiburg – Furtwangen – Wolfach – Baden-Baden – Sinsheim (295 km) ( C ) Nachdem wir gefrühstückt und unseren Poldi reisefertig gemacht haben, beginnt die Fahrt durch den Schwarzwald Richtung Norden. So wie wir mal rauf und mal wieder runter fahren, gehen die Temperaturen mal runter und mal wieder rauf. Darüber hinaus ist die Strecke sehr kurvig. Nach jeder Kurve tut sich ein neuer Blick auf, teilweise atemberaubend steil abwärts. Nach Furtwangen passieren wir Triberg, den Ort mit dem höchsten Wasserfall Deutschlands. Weiter geht es der Deutschen Uhrenstraße entlang Richtung Norden. An ganz vielen Häusern werden Uhren angepriesen, die als Kuckucksuhren auf der ganzen Welt Berühmtheit erlangt haben. Wir befinden uns mittlerweile auf der Schwarzwald-Hochstraße und genehmigen uns unsere Mittagspause in luftiger Höhe auf fast 1000 m. Hier ist alles auf Tourismus ausgerichtet. Ein großer Parkplatz reiht sich an den nächsten. Da wir aber außerhalb der Saison unterwegs sind, haben wir freie Auswahl. In Baden-Baden angekommen, wollen wir die restliche Strecke bis Sinsheim auf der Autobahn hinter uns bringen. Das gestaltet sich allerdings nicht ganz einfach, denn wir geraten immer wieder in kleine Staus. Selbst ein Umfahren ist mit stockendem Verkehr verbunden. Fazit: Wir wappnen uns mit Geduld und gelangen schließlich nach Sinsheim, um den im Stellplatzführer beschriebenen Platz anzufahren. Auch das ist nicht so leicht - es gibt ihn nicht mehr. Aber dafür werden wir mit einem großzügigen und gepflegten neuen Platz, der wirklich beispielhft großzügig angelegt ist, belohnt. Die Blumenbeete wirken wie frisch angelegt und sind eine Augenweide. Wir kommen einhellig zu dem Ergebnis, dass sich Kiel daran ein Beispiel nehmen könnte. Den Abend verbringen wir gemütlich mit einem Krimi, wie so oft in den letzten Tagen. 38. Tag: Museumsbesuch ( C ) Der Grund, warum wir in Sinsheim Halt gemacht haben, ist einfach zu erraten: Hans will dem Auto & Technik Museum einen Besuch abstatten. Das Museum ist rund zwei Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt; eine Strecke, die sich gut zu Fuß bewältigen lässt. Ich bleibe vormittags im Wohnmobil, mache ein wenig Ordnung, wobei die Betonung auf „wenig“ zu legen ist. Danach lese ich online die „Kieler Nachrichten“ und eine am Vortag erworbene Zeitschrift. Gegen Mittag überlege ich mir, dass Timmi und ich Hans ja auch abholen könnten, und so machen wir beide uns auf den Weg. Am Museum angekommen, rufe ich Hans mit dem Handy an, um herauszukriegen, wo er gerade ist. Der Anruf erreicht ihn am S-Bahnhof, fünf Minuten vom Museum entfernt. Wir treffen uns dort und fahren gemeinsam mit der Bahn zurück. Da wir noch eine Nacht hier verbringen wollen, bummeln wir nach einer ausgiebigen Kaffeepause noch gemeinsam durch die Fußgängerzone, um im Anschluss daran den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. 39. Tag: Sinsheim – Eberbach – Michelstadt – Hanau – Lauterbach – Alsfeld – Neukirchen (260 km) ( C ) Waren wir am Ziel unserer Reise „Sizilien“ im Autoatlas bis zu Seite 117 gekommen, arbeiten wir uns bis zu Hause wieder seitenweise zurück. Am heutigen Etappenziel haben wir Seite 51 erreicht und sind unserem Zuhause somit nicht mehr allzu fern. Hans gibt das Tagesziel „Neukirchen“ ein und lässt unserem Navi „Clara“ freie Hand. Das Wetter sieht zunächst nicht so sehr freundlich aus. Auf unserer Fahrt nach Norden haben wir von links dicke Bewölkung und sehr warm ist es zudem auch nicht. Wir trösten uns aber damit, dass es ja auch regnen oder schneien könnte. Unser Navi führt uns zunächst ins Neckartal. Überall blühen die Bäume und es ist unverkennbar Frühling. Unser Poldi fährt uns munter von Ort zu Ort und wir befinden uns erst auf der Burgenstraße, dann auf der Deutschen Ferienroute „Alpen-Ostseestraße“ und folgen schließlich der Deutschen Alleenstraße, die dann aber wieder zur Deutschen Ferienroute „Alpen-Ostsee“ wird. Bei Lauterbach gelangen wir dann auf die Deutsche Märchenstraße, die hinter Alsfeld zur Deutschen Fachwerkstraße und dann wieder zur Deutschen Märchenstraße wird: Man muss dem Kind nur einen richtigen Namen geben und die Fahrt durch den Autoatlas gestaltet sich sehr kurzweilig. Am frühen Nachmittag wird das Wetter immer sonniger, und wir erreichen in Neukirchen ohne Probleme den großzügig angelegten, modernen Wohnmobilstellplatz. Nach einem ersten Cappuccino richten wir uns auf einen gemütlichen Nachmittag ein. Abends besuchen wir das kleine Restaurant des WoMo-Platzes. Es gibt zwar nur ein kleines Angebot, dafür sind die Speisen ausgesprochen lecker und preiswert. Nach ein paar Leseminuten fallen uns die Augen zu. 40. Tag: Neukirchen – Fritzlar – Höxter – Holzminden – Ottenstein (164 km) ( H ) Heute beginnt unsere vorletzte Etappe, bevor es morgen nach Hause gehen soll. Wir wollen heute nur rund 150 km bis nach Holzminden an der Weser fahren. Der dortige Stellplatz hat uns immer sehr gut gefallen, sodass es schon fast Gewohnheit ist, dort die erste oder letzte Nacht unserer WoMo-Reisen zu verbringen. Bei bestem Wetter fahren wir durch das Knüllgebirge. Überall blüht es weiß, rosa und gelb: wunderschön! Ab und zu zieht etwas Nebeldunst auf, aber die Sonne siegt. Es geht vorbei an Fritzlar, wir durchqueren Höxter und kommen schließlich in Holzminden an. Der große WoMo-Stellplatz ist knallvoll, kaum ein freies Eckchen ist zu erspähen. Christl und ich sehen uns an und verständigen uns fast lautlos: Hier wollen wir nicht bleiben. Also suchen wir eine Alternative, die auch schnell gefunden ist. In Ottenstein, oberhalb von Bodenwerder gibt es einen kleinen Stellplatz. Als wir dort ankommen sind wir überrascht, was dieser Platz zu bieten hat: Ver- und Entsorgung, Stromsäulen, große Grasschotterplätze, Grillplatz, Schutzhütte, Boulebahn – und das alles für 5 Euro. Auf dem Platz steht lediglich ein anderes WoMo, sodass wir uns die schönste Parzelle aussuchen können. Bei strahlendem Sonnenschein und (fast) Sommerwetter verbringen wir einen schönen Nachmittag. 41. Tag: Ottenstein – Hameln – Winsen/Aller –  Soltau – Kiel (344 km) ( H ) Der letzte Tag unserer Sizilienreise beginnt. Das Wetter ist leider nicht mehr so schön wie gestern, aber es regnet immerhin nicht. Wir fahren hinab zur Weser, geraten bis Hameln in eine Umleitung und fahren dann Richtung Autobahn A2 und A7, denen wir bis Mellendorf folgen. Dort tanken wir am Autohof und fahren wegen eines Staus weiter auf der Landstraße über Winsen und Bergen nach Soltau zur A7. Gegen 14:00 Uhr sind wir schließlich nach 8218 km wieder wohlbehalten zurück in Kiel. Fazit unserer ersten Reise mit Poldi: Das neue Fahrzeug hat sich hervorragend bewährt. Die Automatik ist eine tolle Erfindung und hat bestens funktioniert - allerdings muss bei Bergabfahrten manchmal doch noch geschaltet werden, um die Bremsen zu entlasten und die Bremsbeläge zu schonen, aber das war mir schon vorher klar. Der Dieselverbrauch liegt mit rd. 11 l/100km um etwa 1 l/100 km niedriger als beim  Vorgänger. Der Fahrkomfort ist wesentlich besser, insgesamt sind die Fahrgeräusche subjektiv wesentlich geringer als beim B-519-SL. Der Grundriss hat uns überzeugt, die Betten sind angenehm bequem. Der Kühlschrank ist nunmehr ausreichend von der Kapazität und Leistung. Die Heizung ist wesentlich besser zu regulieren und bei weitem nicht so laut wie beim Vorgänger. Wir sind restlos zufrieden!
Reise nach Sizilien1. März 2017 bis 10. April 2017   Jungfernfahrt mit unserem neuen Wohnmobil Poldi Lila Flowerpower Vieste Pizzomunno Stellplatz in Petacciato Marina im Schwarzwald