Provence 2015 - Teil 5 hs Reisen und mehr Provence 2015 Home Impressum
© Hans Schönherr 2016
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19. Tag – 27. Juni 2015 Mirabel-et-Blacons – Valence – St-Etienne – Roanne – Digoin – Autun – Saulieu (374  km) (Karte siehe hier) Heute beginnt unsere Rückreise in den Hohen Norden. Als wir beim Frühstück sitzen, kommt ein Holländer vorbei und verkündet uns ganz stolz, dass er das Rätsel gelöst hat. Erst wissen wir gar nicht so recht, was er damit meint, aber es klärt sich schnell auf: Wir haben auf der Rückseite vom WoMo einen großen „Kielfisch-Aufkleber“ angebracht. Der Aufkleber sieht aus wie ein Fischskelett, in dem das Wort Kiel verborgen ist. Der Holländer meinte, er hätte lange darüber nachgedacht, was der Aufkleber zu bedeuten hätte. Beim Vorbeigehen hat er aber am Kennzeichen gesehen, dass wir aus Kiel sind, und nun wüsste er Bescheid. Er war hocherfreut darüber. Nachdem wir alles zusammengepackt haben, geht es endgültig los. In Crest machen wir noch einmal einen Zwischenstopp, bei dem Hans in einem Supermarkt noch ein paar Lebensmittel für unsere Heimfahrt holt. Eine ganz bestimmte Batterie, die wir für unsere kleine Waage brauchen, um das Futter für Timmi abzuwiegen, kann er aber nicht auftreiben. Dann müssen wir das Futter eben nach Gefühl portionieren. Unsere Fahrt geht nordwärts. Unterwegs suchen wir auch noch nach einer Tankstelle. Das gestaltet sich nicht ganz so einfach, weil an vielen Tankstellen nur mit Karte gezahlt werden kann und wir damit so gar keine Erfahrung haben. Es dauert alles ein wenig lange, weil auch ganz viele Franzosen unterwegs sind, um ihre Wochenendeinkäufe zu erledigen. Auf unserem Weg nach Valence begleitet uns die Rhone auf der Fahrerseite. In Sarras passieren wir eine große Brücke und haben die Rhone danach auf meiner Seite. Die Gegend ist sehr fruchtbar. Überall kann man Aprikosen- und Pfirsichbäume erkennen und Felder, auf denen Knoblauch wächst, sind auch zu sehen. Immer wieder gibt es Hinweise auf kleine Verkaufsstände mit frischem Obst. An einem ist sogar ein Schild angebracht, dass man mit Visakarte bezahlen kann. Was es doch alles so gibt! Unser Weg führt uns weg von der Strecke nach Lyon Richtung Westen und in Annonay geht es dann hoch bis auf 1161 m zum Col de la Republique und danach aber gleich wieder relativ schnell abwärts bis St-Etienne. Für den Fall des Falles gibt es sogar eine Nothalt-Spur neben der normalen Fahrbahn. In einem Tal gelegen, erblicken wir dann St-Etienne, eine große Stadt mit gewaltig vielen und wenig attraktiven Hochhäusern, die uns ein wenig aus der Fassung bringt, haben wir doch in den letzten zwei Wochen fast nur kleine Orte passiert. Unsere Fahrt geht an St-Etienne vorbei nach Norden in Richtung Roanne. Nun ändert sich auch die Landschaft. Links und rechts der Fahrbahn sind Wiesen, auf denen sich große Rinderherden tummeln, die fast alle weiß sind. Hier ist eindeutig Landwirtschaft angesiedelt. Die Getreidefelder stehen kurz vor der Ernte oder werden bereits abgeerntet. Immer wieder passieren wir Trecker mit voll beladenen Hängern, die das frisch gemähte Heu einfahren. In Feurs machen wir eine kurze Rast und fahren dann weiter immer längs der Loire bis Roanne. Immer wieder können wir Schlösser entdecken, die fast immer hinter hohen Mauern versteckt sind. Hans meint, es heißt ja nicht umsonst: Schlösser der Loire. Nachdem wir Roanne passiert haben, stoßen wir außerdem auf den Canal de Roanne, der unmittelbar neben der Loire auszumachen ist. Als nächste Station steht Digoin auf unserer Fahrstrecke. Kurz davor meint Hans, dass er eigentlich keine Lust mehr hat, um weiter zu fahren und er eigentlich gerne den Campingplatz in Digoin anfahren möchte, den wir bereits von unserer Hinfahrt kennen. Nach kurzem Überlegen entschließt er sich dann aber doch zur Weiterfahrt, da wir eigentlich noch nicht sehr weit gekommen sind. Gut zwei Stunden Fahrt liegen noch vor uns, ehe wir über Autun nach Saulieu gelangen, unserem Etappenziel für den heutigen Tag. Der Campingplatz, den wir gegen 17.30  Uhr ansteuern, sieht eher aus wie ein großer Park mit außerordentlich großen Stellplätzen. Schnell haben wir uns ausgebreitet und genießen erst mal einen Cappuccino, um uns dann zu überlegen, wie wir den Tag ausklingen lassen. 20. Tag – 28. Juni 2015 Saulieu – Montbard – Chatillon s. Seine – Chaumont – Neufchateau – Toul – Metz – Schengen – Saarburg (408 km) (Karte siehe hier) Wir sind uns einig, dass der parkähnliche Campingplatz in Saulieu einer der schöneren ist, die wir kennen gelernt haben. Nach unserem Frühstück fahren wir gen Norden und erreichen bald Montbard. Als wir das Städtchen durchfahren, erinnere ich mich daran, dass wir vor vielen Jahren, als wir noch mit Miet-WoMos unterwegs waren, hier schon einmal auf einem sehr schönen Campingplatz übernachtet haben. Nachdem heute Sonntag ist und es demnach so gut wie keine mit Menschen besetzte Tankstellen gibt, habe ich Sorge, ob wir mit der verbleibenden Tankfüllung die rund 375 km bis Luxembourg schaffen. Ich beobachte also ständig die noch zurückzulegende Strecke mit den noch voraussichtlich möglichen Kilometern, die der Bordcomputer anzeigt. Und ich bemühe mich, möglichst spritsparend zu fahren. Nach einigen Kilometern bin ich relativ beruhigt: Es müsste zu schaffen sein, ohne aus dem Reservekanister nach zu füllen, Luxemburg oder Deutschland zu erreichen. Wir fahren durch das malerische Burgund, sehen Flächen für Weidewirtschaft und wundern uns, dass keine Rindviecher zu beobachten sind. Erst als wir genauer hinsehen, bemerken wir, dass sich diese wegen der Hitze meist unter Büschen und Bäumen verborgen halten. Weiter geht es dann an endlosen Flächen mit Getreide, das zum Teil schon abgeerntet ist, vorbei. Entsprechend oft haben wir auch Mähdrescher vor uns, die dann fast die ganze Straße versperren und den Verkehr aufhalten. Glücklicherweise ist heute Sonntag, sodass so gut wie keine Brummis unterwegs sind. Das ist für uns „Landstraßenfahrer“ natürlich ganz angenehm. Wir passieren viele kleine und größere Ortschaften. In einigen werden Feste gefeiert – der Grund erschließt sich uns nicht. Schließlich erreichen wir bei Toul die Autobahn, die ab hier bis Luxemburg ohne Maut zu befahren ist. Entsprechend hoch ist die Verkehrsdichte. Nachdem wir Nancy und Metz passiert haben, verlassen wir die Autobahn und schlagen die Richtung nach Trier ein. Mit Apach verlassen wir die letzte französische Ortschaft und sind gleich darauf wieder in Deutschland, das wir nach einer Moselüberquerung aber gleich wieder verlassen haben. Wir befinden uns nun in Schengen, wo wir für 1,08€ je Liter etwa 80 Liter Diesel tanken. Die Sorge am Morgen war also ganz umsonst, wir hätten durchaus noch knapp hundert Kilometer fahren können. Wir fahren noch ein Stück an der Mosel entlang, bis wir uns dafür entscheiden, in Saarburg einen Campingplatz anzufahren. Nachdem wir das Städtchen über bergige, enge und schlechte Sträßchen erreicht haben, fahren wir mehrere Serpentinen steil bergauf, um den CP zu erreichen. Hier „brummt“ es richtig: hunderte Urlauber sind unterwegs, das Restaurant und die Bar sind knallvoll. Leider ist die Rezeption um 16:30 Uhr nicht mehr besetzt. Nach vieler Sucherei erfahre ich vom hauptsächlich holländisch sprechenden Personal, dass man im Restaurant „Notstellplätze“ bekommen kann. Als ich dann auch noch 50 € Pfand für einen Schlüssel hinterlegen soll, reicht es mir: Wir verlassen diesen Ort der Freude und suchen uns im Tal einen anderen, billigeren und ruhigeren Stellplatz. 21. Tag – 29. Juni 2015 Saarburg – Morbach – Boppard - Koblenz – Montabaur – Dillenburg – Frankenberg – Holzminden (450 km) (Karte siehe hier) Nachdem wir gefrühstückt haben, nehmen wir die geplante vorletzte Teilstrecke auf unserem Weg nach Hause in Angriff. Hans hat dem Navi zur Aufgabe gestellt, uns ohne Autobahn bis Holzminden zu lotsen, und ich versuche, die Strecke im Autoatlas zu verfolgen. Zunächst einmal fahren wir Richtung Morbach, davon lange Zeit auf der Hunsrückhöhenstraße. Um uns herum sind viele Wälder, die sofort zum Wandern einladen. Dafür dürfte sich der Hunsrück bestens eignen. Als nächste größere Ortschaft ist Koblenz angepeilt. Wegen einer Umleitung kurz vor Koblenz, die wir überhaupt nicht nachvollziehen können, fahren wir kurzentschlossen nach Boppard am Rhein. Von Boppard aus geht es weiter am Rhein entlang nach Koblenz. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung (70 km/h) blitzt es plötzlich rechts aus dem Gebüsch – ich bin leider 82 km/h gefahren. Rechts von uns können wir eine imposante Burg hoch auf einem Felsen ausmachen. Es dürfte sich dabei um die Marksburg handeln. Ein Foto im Internet bestätigt unsere Vermutung. Die nächste Ortschaft ist Montabaur, und es geht schnurstracks durch den Westerwald Richtung Siegen. Kurz vor Siegen müssen wir eine großräumige Umleitung nach Dillenburg, Biedenkopf weiter Richtung Marburg fahren. Rund zehn Kilometer vor Marburg biegen wir Richtung Norden nach Frankenberg ab. In Frankenberg legen wir einen Zwischenstopp ein, um unsere Gelüste nach einem Eisbecher nachzugehen. Timmi spendieren wir eine Kugel Vanille-Eis in einem Pappbecher, die er genüsslich weg schlabbert. Nach dieser Stärkung fahren wir an der Eder-Talsperre vorbei, die kaum Wasser führt, und erreichen gegen 18:00 Uhr den Stellplatz beim Schwimmbad in Holzminden. Unser Vorhaben, ein letztes Mal vor Ende unseres Urlaubes essen zu gehen, geben wir in Anbetracht des herrlichen sonnigen Wetters auf und genießen Wurst, Käse und Brot auf der grünen Wiese. Der Rotwein aus Frankreich ist auch schon aufgebraucht, sodass wir auf eine letzte Flasche Rotwein aus unseren Beständen im Wohnmobil zurückgreifen. Hans fährt mit Timmi noch eine große Runde mit dem Fahrrad, und ich mache mich daran, das Tagebuch zu vollenden. 22. Tag – 30. Juni 2015 Holzminden – Hannover – Hamburg – Kiel (340 km) (Karte siehe hier) Als wir morgens wach werden, hängt schon eine Tüte mit Brötchen an der WoMo-Tür. Da kann man nur sagen: „Ein toller Service des Stellplatz- Betreibers!“ Nachdem Christl vom Hundespaziergang zurück ist und ich währenddessen den Kaffee und die Frühstückseier gekocht habe, lassen wir uns unser letztes Urlaubs-Frühstück gut schmecken. Gegen 9:00 Uhr kommen wir los und fahren über das Ith-Gebirge bis zur Anschlussstelle Hannover-Laatzen auf Bundesstraßen. Dort geht es dann auf die A 7, der wir bei mäßigem Verkehr bis zum Horster Dreieck folgen. Wegen der vielen Baustellen auf der A 7 nördlich von Hamburg entschließen wir uns, auf der A 1 bis Bargteheide und dann auf der A 21 weiter nach Kiel zu fahren. Das sind zwar rund 20 km mehr, aber dafür staufrei. Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder zu Hause und freuen uns, als wir unsere vertraute Umgebung wieder sehen. Gleich nach der Ankunft mache ich mit Timmi noch einen kurzen Mittagsspaziergang, während Christl bereits das WoMo ausräumt und beginnt „klar Schiff“ zu machen.
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