Provence 2015 - Teil 2 hs Reisen und mehr Provence 2015 Home Impressum
© Hans Schönherr 2016
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7. Tag – 15. Juni 2015

Mirabel-et-Blacons – Saillans – Valreas – Vaison-la-Romaine – Carpentras

(164 km) (Karte siehe hier)

Nachts regnet es wieder, zeitweise prasselt es nur so runter. Mir tun die Urlauber leid, die mit dem Zelt unterwegs sind, denn sie haben es nicht so trocken wie wir. Unser Plan, draußen zu frühstücken, fällt den nassen Stühlen zum Opfer. Die Etappe, die wir uns für heute ausgedacht haben, ist relativ kurz zu den Tagesstrecken, die wir bereits hinter uns haben. Zunächst einmal fahren wir im Tal der Drome nach Saillans und biegen Richtung Süden ab. Auf einer im Atlas grün eingezeichneten Strecke, die wiederum sehr kurvig ist, fahren wir bis auf 1.047 m hoch zum Col de la Chaudiere und genießen die phantastische Aussicht. Auf unserem weiteren Weg durchqueren wir die Ortschaften Bourdeaux und Dieulefit. Wir erfreuen uns an den üppigen gelb blühenden Ginsterhainen links und rechts der Fahrbahn. Und plötzlich – wir sind noch nicht in der Provence angekommen – bestaunen wir die ersten Lavendelfelder, die mit ihrem satten Blau in der Sonne leuchten. Als wir dann in Valreas ankommen, haben wir die Provence erreicht. Weiter geht unsere Fahrt nach Vaison- la-Romaine. Gleich zu Beginn der Ortschaft fällt uns rechts der Straße eine große Wiese ins Auge, auf der eine Vielzahl von verschieden großen Findlingen aufgestellt ist. Hans hält auf dem Parkplatz davor an, und ich steige aus, um dieses interessante Feld zu fotografieren. Bei näherem Betrachten kann ich erkennen, dass die Steine zum Teil beschriftet oder auch mit verschiedenen Tiersymbolen bemalt sind. Bevor wir den von uns ausgesuchten Campingplatz anfahren, wollen wir einen Abstecher zum Gebirgszug der Dentelles de Montmirail machen. Unser Navi leitet uns aber erst nach Malaucene und von dort aus nach Suzette, ein kleiner Ort inmitten des Gebirgszuges. Dort machen wir halt, gehen ein klein wenig spazieren und genießen einen Kaffee auf der Sonnenterrasse eines dort ansässigen Restaurants. Während Hans die Rechnung begleicht, mache ich mit Timmi noch einen längeren Ausflug in den nahegelegenen Wald: Auch ein Vierbeiner hat so seine Bedürfnisse. Unsere Fahrt geht dann zu dem Campingplatz in der Nähe von Mazan, der in unserem Stellplatzführer sehr nett beschrieben und auch hochgelobt ist. Außerdem wird dort auch ein phantastischer Blick auf den Mont Ventoux in Aussicht gestellt. Als wir dort ankommen, sticht uns auch gleich das Schild „Complete“ ins Auge. Unser Navi führt uns zum nächsten Campingplatz. Auch da bleibt uns der Ausblick auf den Mont Ventoux wegen der vollen Belegung verwehrt. Auf unserer Fahrt zu einem weiteren Campingplatz können wir den Berg vom WoMo aus immer wieder bestaunen. Beim Campingplatz in Carpentras haben wir dann endlich Glück und ergattern einen schönen Platz. Davor holen wir bei Aldi noch schnell Baguette für das Abendessen. Da wir schon gegen 15:30 Uhr unseren Platz erreicht haben, genießen wir den restlichen Nachmittag bei Sonne und Wärme unter der Markise. Am Abend – wer hätte das gedacht – ziehen plötzlich wieder dunkle Wolken auf, und der Regen prasselt nur so herunter. Trotzdem sitzen wir draußen und verspeisen Baguette, Wurst und Käse unter der Markise. So schnell wie der Regen kam, ist er auch wieder weg und nun sitzen wir – immer noch unter der Markise – und trinken (für heute Abend) ein letztes Gläschen Wein, und ich schreibe den Tagesbericht.

8. Tag – 16. Juni 2015

Carpentras – Malaucene – Mont Ventoux – Sault – Aurel – Sault – St.-

Saturnin-lés-Apt (109 km)(Karte siehe hier)

Nachdem es nachts nicht geregnet hat, machen wir es uns bei blauem Himmel und Sonnenschein morgens vor dem WoMo gemütlich und genießen unser Frühstück mit einem wirklich erstklassigen Baguette. Heute wollen wir endlich einmal den Mont Ventoux (1900 m) bezwingen. Das habe ich mir schon lange einmal in den Kopf gesetzt. Also nehmen wir den Weg durch Carpentras nach Malaucene, wo die Passstraße auf den Mont Ventoux abzweigt. Viele Radler haben gleichfalls das Ziel, die Höhe zu bezwingen, sodass wir ständig aufpassen müssen, wenn wir sie überholen – zumal auch welche in rasender Fahrt bergab entgegenkommen. Die Straße schlängelt sich durch wunderschöne Natur nach oben. Viele blühende Pflanzen sehen wir am Wegesrand, auch wenn die Pracht – je weiter wir nach oben kommen – immer weniger wird. Auf den letzten hundert Höhenmetern fehlt die Vegetation gänzlich. Hier ist der Berg eine Geröllwüste. Am Gipfel drängen sich zig Radler und sonstige Touristen – wie wir. Am Wegesrand vor dem Gipfel stehen einige Fotografen, die die abgekämpften Radler auf die Platte bannen, wohl in der Hoffnung, die Fotos später verkaufen zu können. Wir haben in einige Richtungen eine tolle Aussicht, in die andere Richtung türmen sich die Wolken, sodass man außer „Grau“ nichts sieht. Nachdem wir am Gipfel einen kleinen Spaziergang gemacht haben, setzen wir unsere Fahrt fort. Kurz vor Sault haben wir einen unangenehmen Zwischenfall: In einer Bergauf-Kurve überhole ich zwei Radler – eigentlich mit ausreichend Sicherheitsabstand, allerdings fährt die hintere Radfahrerin in der Kurve nicht weiter am rechten Fahrbahnrand, sondern driftet immer weiter nach links – fast in das WoMo hinein und stürzt. Ich halte sofort, um mich um die Frau zu kümmern, sie hat sich jedoch schon aufgerappelt. Auf meine Nachfragen bedeutet sie mir, dass alles in Ordnung ist und sie sich nicht verletzt hat. Sehr erleichtert setzen wir unsere Fahrt fort und machen in Sault zu einer Besichtigung Rast. Nach einer kurzen Sightseeingtour fängt es mal wieder an zu blitzen und zu donnern, und der Himmel öffnet seine Schleusen. In einer Patisserie, die laut Reiseführer einen gewissen Ruhm hat, erstehe ich zwei ganz lecker aussehende Merengen. Eigentlich haben wir vor, auf dem Campingplatz von Sault zu übernachten, aber er sieht ziemlich verwahrlost aus und gefällt uns überhaupt nicht. Also fahren wir weiter nach St. Saturnin-lés-Apt. Wir kommen durch das idyllisch aussehende Dörfchen „Aurel“ und wundern uns, dass wir plötzlich wieder in Sault sind – irgendwie hat uns unser Navi einen Streich gespielt. Also geben wir den Campingplatz „Chenes Blancs“ erneut ein und fahren weiter bergab unserem heutigen Ziel entgegen. Unterwegs halte ich noch einmal, um ein paar Fotos zu schießen – leider will der Fotoapparat nicht mehr mitmachen; offensichtlich ist er der Meinung, dass er zwei Jahre lang genug gearbeitet hat und nun – nach Ablauf der Gewährleistungszeit – in den Ruhestand eintreten darf. Als wir auf dem Campingplatz ankommen, beginnt es wieder zu regnen. Wir lassen uns davon allerdings nicht verdrießen: Ab morgen soll die Sonne wieder dauerhaft und „störungsfrei“ scheinen! Christl nutzt die Gelegenheit und räumt die Küchenutesilien um.

9. Tag – 17. Juni 2015

St.-Saturnin-lés-Apt – Rustrel – St.-Saturnin-lés-Apt – Lioux – Apt –

Bonnieux (73  km) (Karte siehe hier)

Als ich mit Timmi gegen 7:30 Uhr zum Morgenspaziergang aufbrechen will, stehen wir vor dem verschlossenen Tor des Campingplatzes. Zunächst einmal bin ich ratlos, stelle dann aber fest, dass es an der Seite eine kleine Tür gibt, die sich öffnen lässt. So kommen wir doch noch los. Der Himmel ist strahlend blau und es sieht ganz so aus, als ob das unbeständige Wetter sich nun endgültig verabschiedet. Als wir zurückkommen, ist das Frühstück bereits fertig. Ich laufe noch schnell zur Rezeption, um das bestellte Baguette abzuholen und wir genießen die erste Mahlzeit des Tages. Während des Frühstücks beschließen wir, ein wenig umherzufahren, um die Gegend mit den herrlichen Lavendelfeldern zu erkunden. Unterwegs bestaunen wir auch die vielen Kirschbäume mit den üppig roten Früchten. Die Kirschernte ist in vollem Gange. Auf unserer Fahrt kommen wir nach Rustrel und dann wieder zurück nach St.-Saturnin-lés-Apt, denn hier gibt es eine typisch provenzalische Mühle zu bewundern. Beim Aussteigen steigt mir der herrliche Geruch von Thymian in die Nase. Auch das ist ein besonderes Merkmal der Provence: Der unvergleichliche Duft, der überall in der Luft liegt! Von der Mühle aus haben wir einen herrlichen Blick auf das Dorf, das unterhalb der mittelalterlichen Stadtmauer und der Burgruine liegt. Weiter geht unsere Fahrt an Lioux vorbei, einem provenzalischen Dorf mit einer imposanten Kulisse: Direkt hinter den Häusern ragt eine Felswand über hundert Meter senkrecht in die Höhe. Wir sind schwer beeindruckt von diesen Ausmaßen. Da unser Kühlschrank schon sehr lichte Stellen aufweist und auch unser Mineralwasser zur Neige geht, steht heute auch noch ein größerer Einkauf an. Hans gibt unserem Navi den Befehl, uns nach Apt zu leiten, denn dort gibt es sicher einige größere Einkaufsmöglichkeiten. Kaum in Apt angekommen, sehen wir auch schon das unverkennbare Schild von Lidl aufleuchten. Ich nehme Geld und Einkaufsliste und versuche, möglichst schnell alles aufzutreiben, was wir benötigen. Da Lidl auch in Frankreich so angelegt ist wie in Deutschland, bin ich relativ schnell fertig und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Hans hat sich überlegt, dass wir – es ist kurz nach Mittag – schon jetzt nach Bonnieux fahren, denn im Reiseführer wird ein beschaulicher Campingplatz am Ende eines Tales empfohlen, der nur 500 Meter von Bonnieux entfernt ist und zudem viel Panorama und Flair bietet. Unsere Fahrt dorthin führt uns an der Pont Julien vorbei, einer Römerbrücke, die einst ein Teilstück der Via Domitia war. Sie besteht aus großen mörtellos gefugten Quadern und ist ein typisches Beispiel für den römischen Brückenbau. Wir legen eine kleine Rast ein und machen einen Spaziergang über diese außergewöhnlich elegante Brücke, die seit 2007 nur noch von Fußgängern und Radfahrern überquert werden darf. Im Anschluss daran fahren wir nach Bonnieux und folgen auf immer enger werdenden Straßen den Hinweisschildern zum Campingplatz. Wir werden nicht enttäuscht. Der Platz ist malerisch gelegen und wir genießen den Nachmittag mit Lesen und Faulenzen. Hans erkundet zweimal mit Timmi die Gegend und ich kümmere mich um das leibliche Wohl.
zum Anfang zum 10. Tag am Col de Chaudiere am Col de Chaudiere Timmis Platz zwischen den Sitzen während der Fahrt Steine - Kunst? Steine - Kunst? wir sind in der Provence - Lavande Ausflug in die Dentelles Ausflug in die Dentelles Ausflug in die Dentelles wir sind in der Provence - Lavande Mont Ventoux Mont Ventoux Mont Ventoux Mont Ventoux Mont Ventoux Mont Ventoux karger Untergrund und Blütenpracht karger Untergrund und Blütenpracht Radfahrer lieben den Mont Ventoux berühmte Patisserie in Sault auf der Fahrt nach Sault Markenzeichen der Provence: Lavendelfelder St.-Saturnin-lés-Apt St.-Saturnin-lés-Apt - alte Mühle St.-Saturnin-lés-Apt St.-Saturnin-lés-Apt St.-Saturnin-lés-Apt - alte Mühle Pont Julien Pont Julien Bonnieux