© Hans Schönherr
Vorbemerkung: Nachdem mein Sohn, der in München wohnt, am 25. Mai Geburtstag hat, habe ich vor, dieses Jahr mit ihm zusammern zu feiern. Da ich die Fahrtkosten möglichst gering halten möchte, überlege ich mir, die Fahrt dorthin mit dem Liegerad zu machen. Hinweis: Durch Anklicken der unterstrichenen Routenüberschriften gelangt man zu den Kartendarstellungen 1. Tag: Kiel – Itzehoe – Glückstadt – Wischhafen (90 km) blauer Himmel, kaum Wind, ordentlich heiß Morgens gegen 9 Uhr starte ich, nachdem mich Christl und einige befreundete Nachbarn verabschiedet haben. Über Blumental und Nortorf geht es Richtung Süden. In Aukrug- Innien mache ich bei einer Bäckerei eine halbe Stunde Pause und nasche Kaffee und Kuchen. Weiter geht es ungefähr 5 km ohne Radweg. Kurz vor Itzehoe lege ich noch eine etwa einstündige Pause auf einem Rastplatz ein und esse die beiden leckeren Brötchen, die mir Christl eingepackt hat – dazu habe ich viel Wasser getrunken, das ich offensichtlich vorher durch Schwitzen verloren habe. Bis Itzehoe setzte ich die E-Unterstützung nur sehr sparsam ein, da ich die Kapazität des Akkus nicht so recht einzuschätzen weiß. Ab da bin ich dann etwas großzügiger, da vor mir nur noch 20 km liegen. Gegen 15:30 Uhr erreiche ich die Elbfähre. Mit einem nettem Hamburger Radfahrer, der noch Richtung Cuxhaven weiter will, quatsche ich während der Überfahrt nach Niedersachsen eine Weile. Vor der Fähre sind in beiden Richtungen sehr lange Autoschlangen – die Wartezeit beträgt wohl mehrere Stunden. Gut, dass ich mit dem Toxy unterwegs bin: keine Warten, man kann wunderbar an der langen Schlange vorbei radeln. Gegen 16:30 Uhr komme ich im vorgebuchten Hotel, dem „Gasthof Kurbjuweit“ in Wischhafen an. Ein Weißbier ist dringend notwendig, es schmeckt gut und kostet nur 3 Euro. Dann endlich habe ich auch Zeit für die Dusche – köstlich und erfrischend. Zum Abendessen gönne ich mir eine Aufschnittplatte. Abends ist Stammtisch angesagt – es sind wirklich nette Leute, sie begrüßen mich fast alle mit Handschlag, obwohl sie mich nicht kennen und ich am Nebentisch sitze. Morgen möchte ich schon gegen 8 Uhr losfahren, da ab Mittag Gewitter angesagt ist, vielleicht schaffe ich es bis dahin nach Zeven. 2. Tag (Himmelfahrt): Wischhafen – Bremervörde – Zeven (69 km) wolkig und sonnig, Wind von vorne, nicht ganz so warm wie gestern Ich bin schon gegen 6 Uhr wach und habe so genügend Zeit, mein Gepäck in Ruhe zu packen, da ich das Frühstück für 7:30 Uhr bestellt habe. Ich verstaue das Gepäck noch auf dem Toxy und genieße dann das reichhaltige Frühstück. Um 8 Uhr starte ich schließlich. Irgendwie scheint der Akku für den Hilfsmotor nicht ganz richtig geladen zu sein, so dass ich ihn nur ab und zu benutzte (oder ist er gar schon kaputt?). Die Gegend ist ein bisschen öde – ziemlich flach und dann noch Gegenwind. Viele WoMos sind unterwegs. Gegen Mittag belebt sich der Radweg langsam (viele „Vatertagsfeierer“, Ausflügler etc.). Ich mache nach zwei Stunden eine kurze Pause, nach vier Stunden nochmal eine von einer halben Stunde, mit kleinem Nickerchen. Gegen 14 Uhr ist dann Zeven erreicht. Der Akku vom Antrieb zeigt den untersten Strich, der sogar schon blinkt. Und mein Handy ist ebenfalls leer, und die Adresse der Pension ist auf dem Handy. Also gibt es nur den Weg, das Handy an der Powerbank aufzuladen. Kaum funktioniert es wieder, stelle ich fest, dass ich knapp 200 Meter von der Pension „Gästehaus Zeven“ entfernt bin – die mir gut gefällt. Sie hat moderne, geräumige und saubere Zimmer. Geregnet hat es übrigens nicht – ich hätte mir also durchaus mehr Zeit lassen können. Das Gästehaus ist ziemlich neu und bietet für 35 Euro einen ziemlich guten Komfort – leider gibt es aber kein Frühstück. Abends gehe ich ein paar hundert Meter weiter in eine Pizzeria und verspeise eine köstliche und reichhaltige Pizza „Frutti di Mare“. Wirklich lecker! 3. Tag: Zeven – Verden a.d. Aller – Nienburg a.d. Weser (85 km) wolkig, sonnig und bedeckt, ziemlich windstill, Heute möchte ich die Weser erreichen. Deshalb durchquere ich Zeven, das aus meiner Sicht städtebaulich nicht viel hergibt, ziemlich schnell und nehme in der Nähe des Bahnhofs in einer Bäckereifiliale einen gutes und preiswertes Frühstück zu mir. Dann geht es auf gut ausgebauten Radwegen entlang der Bundesstraße Richtung Rotenburg a.d. Wümme, das ich allerdings nicht anfahre. Google Maps lässt mich eine Abkürzung durch verwunschene Wälder und entlang vieler Nebenstraßen durch kleine Dörfchen nehmen. Das Handy kann ich als Navi mit Google Maps nutzen, da ich es nunmehr während der Fahrt an die neue Powerbank angeschlossen habe (diese Kombination macht die Weste, die ich anhabe, allerdings ziemlich schwer, aber ich habe nun ausreichend Strom). Nach einer einstündigen Rast an einem Buswartehäuschen erreiche ich schließlich gegen 15 Uhr Nienburg. Ich suche das Naturfreundehaus, wo ich ein Zimmer vorgebucht habe. Die Unterkunft selbst kostet nur 17 Euro, hinzu kommt aber noch die Gebühr für die Bettwäsche und das Frühstück, so dass der Übernachtungspreis dann doch 28,50 Euro beträgt. Abends spaziere ich an der Weser entlang ins Stadtzentrum, genehmige mir ein Eis und gehe in ein mexikanisches Restaurant, wo ich es mir gut gehen lasse. Vor dem Schlafengehen stell ich übrigens fest, dass der Akku für das Pedelec wegen eines Wackelkontaktes am Stecker zum Ladegerät manchmal nicht richtig geladen wird, so dass es etwas Fingerspitzengefühls bedarf, um die Funktion herzustellen. Für morgen habe ich ein Hotel in Porta Westfalica (kostet incl. Frühstück leider 56 Euro) vorgebucht. Bis dorthin sind es nur knapp 60km. Allerdings muss ich noch einmal entlang etlicher Bundesstraßen fahren! 4.Tag: Nienburg – Minden – Porta Westfalica (55 km) zunächst bewölkt, dann sonnig, leichter Gegenwind Manchmal spart man am falschen Fleck: Ich habe zwar eine billige Unterkunft in dieser Nacht gehabt, dafür aber schlecht geschlafen. Der 50er-Jahre-Bau ist hellhörig, die übrigen Gäste haben bis Mitternacht Krach gemacht und Türen geschlagen. Dafür allerdings ist das Frühstück in Ordnung und sehr reichhaltig. Als ich gegen 8:30 Uhr starte, sieht das Wetter nicht besonders verheißungsvoll aus: stark bewölkt, als wenn es gleich regnen wolle, der Wind kommt von vorne. Dennoch mache ich mich wohlgemut auf den Weg. Der Akku ist vollgeladen, und ich habe bis Porta Westfalica nur rund 55 Kilometer vor mir. Zunächst fahre ich entlang einiger Bundesstraßen auf gut ausgebauten Radwegen. Dann passiere ich zwei Kernkraftwerke, die sich ihre Kühlung aus der Weser holen. In der Ortschaft Wasserstraße ist der Radweg zu Ende, und Google Maps schlägt mir ein paar nette Nebenstraßen vor, die ich auch gerne benutze. In Lahde überquere ich zunächst problemlos den Schleusenkanal, dann gilt es die Weser an einem Wehr zu bezwingen. Dort geht es mühsam etliche Stufen hinauf und wieder hinab - ich hätte auch sechs Kilometer weiter fahren können, um mir die Stufen zu ersparen. Jetzt wird es richtig erholsam. Die Sonne hat die Wolken mit aller Macht niedergekämpft, und ich radle mit Blick auf die Weser und die vorbeiziehenden Schiffe auf dem Weserradweg. Wie auch gestern schon begegnen mir auch heute wieder Liegeradfahrer, die allerdings Trikes benutzen. Schließlich kommt das Wasserstraßenkreuz Minden in Sicht. Hier kreuzen sich Weser und Mittellandkanal, und die Schiffe können zwischen den beiden Wasserstraßen wechseln. Ich folge noch einige hundert Meter dem Weserradweg, wechsele die Flussseite und fahre rechtsseitig bis nach Porta Westfalica zum Hotel „Bach Hotel“. Ein schönes Hotel in einem kleinen Gewerbegebiet mit Blick auf das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der gegenüberliegenden Seite der Weser. Das Restaurant des Hotels hat heute geschlossen, der Chef empfiehlt mir ein Restaurant ca. 2km entfernt, wozu ich abends dann allerdings keine Lust habe, so dass ich mir bei Lidl (200m entfernt) eine Brotzeit hole. Heute Abend gibt es drei Folgen Inspektor Lewis, die ich mir hereinziehen werde. Morgen werde ich versuchen, auf dem Weserradweg bis Bodenwerder zu kommen (ca. 80 km). 5. Tag: Porta Westfalica – Rinteln – Hameln – Bodenwerder (87 km) warm, anfangs bewölkt, später heiter, zum Schluss leichtes Gewitter Heute ist ein Genusstag: Um 8:00 Uhr gibt es ein hervorragendes Frühstück, durch den Chef des Hauses persönlich serviert. Das Buffet ist heute wegen zu geringer Gästezahl geschlossen, dafür gibt es einen Wurst- und Käseteller, der mehr als reichlich ist. Da kann man wirklich nicht meckern, es ist aber auch die bisher teuerste Übernachtung meiner Radtour (56 Euro). Bevor ich mich auf den Weg mache, unterhalte ich mich noch mit drei anderen Radlern, die eine verlängerte Vatertagstour machen. Ich fahre durch die Porta Westfalica (das ist der Durchbruch der Weser aus dem Mittelgebirge in die norddeutsche Tiefebene). Mein Weg zieht sich meist auf separaten Fahrspuren für Radler dahin. Es gibt nur wenige Abschnitte, auf denen auch Autos verkehren dürfen. Mir kommen heute massenhaft Radlerinnen und Radler entgegen. Einmal wieder ein Liegeradfahrer (2 Räder) und einmal zwei Trike-Fahrer (3 Räder). Das gibt jedes Mal ein „Hallo“, das heute bei den anderen Weser-Radweg-Fahrern sehr viel gedämpfter ausfällt: Vom Grüßen halten die meisten wohl kaum etwas. Es gibt zwar viele spezielle Radwege, radlergerecht sind sie zum Teil überhaupt nicht: ganz enge Kurven, Engstellen, schlechte Pflasterung, kaputter Asphalt, tlw. matschig oder sandig. Nicht unbedingt das, was man sich unter einem Fernradweg vorstellt. Ich bin dieselbe Strecke vor einigen Jahren bereits mit meinem Freund Helmut, allerdings in die andere Richtung, gefahren. Viel in die Erinnerung kommt mir dabei kaum. Es ist so, als ob – bis auf wenige Ausnahmen – von den Eindrücken her alles neu ist. Aber macht nichts, umso interessanter ist die Tour. Unterwegs kann ich den Duft der verblühenden Rapsfelder genießen, das Gezwitscher der Vögel macht froh. An einem Graureiher, der im Schilf steht, fahre ich in wenigen Metern Entfernung vorbei. Es ist heute einfach eine Genusstour. Gegen 11:00 Uhr habe ich schon mehr als 40 km hinter mir, und so kann ich mir ruhigen Gewissens eine längere Pause gönnen. Ich suche mir in Bodenwerder (Internet) ein Zimmer im Café Rosengarten. Zimmer gibt es allerdings nur noch ohne Dusche, dafür auch nur 24 Euro incl. Frühstück. Weiter geht es bei ziemlicher Hitze, aber der Wind, der ab Nachmittag von vorne kommt, kühlt ein wenig. Die Weser zieht sich ziemlich behäbig dahin, man hat immer wieder herrliche Ausblicke auf Fluss und Landschaft. Nach 70 km sieht der Himmel ziemlich gefährlich aus – es droht ein Gewitter aufzuziehen. Nach 80 km muss ich unter einer Brücke Schutz suchen, weil es angefangen hat zu regnen. Ich unterhalte mich ein wenig mit einem Pärchen, das augenscheinlich östliche Ursprünge hat, aber ganz passabel deutsch spricht. Nach ca. 20 Minuten hört es auf zu regnen, und ich kann weiter fahren. Es sind noch 7 km bis zu meinem heutigen Ziel Bodenwerder. In der Fußgängerzone finde ich schnell das Café Rosengarten. Zu meiner Freude erklärt mir die alte Dame (Chefin), dass sie nun doch ein Zimmer mit Dusche für mich hat. Da kann ich doch nicht nein sagen, auch wenn es nun 31 Euro kostet. Heute ist wieder große Wäsche angesagt – ich habe zwar noch Reserven, aber was gewaschen ist, ist gewaschen. Anschließend mache ich einen kleinen Stadtbummel durch Münchhausens Stadt und gehe schließlich zu einem Griechen zum Abendessen. Es schmeckt hervorragend, so dass ich wohl gestärkt den nächsten Tag angehen kann. 6. Tag: Bodenwerder – Holzminden – Corvey –Bad Karlshafen – Gewissenruh (78 km) wolkenlos bis leicht bewölkt, ziemlich warm, Wind tlw. auch von hinten Nach einer ruhigen Nacht in einem ordentlichen Zimmer, das allerdings schon bessere Tage gesehen hat, wache ich gegen 7:00 Uhr auf, packe meine Sachen und bin kurz vor acht an der Tür vor dem Café – ist noch geschlossen, wird Punkt Acht aufgeschlossen, wie mir die Chefin gestern erklärt hat. Wenn man nun allerdings erwartet, dass man nun auch gleich Frühstücken kann, liegt man völlig falsch. Es ist nichts eingedeckt. Die wohl etwas behinderte Tochter der Senior-Chefin untersucht erst einmal, ob die Tischdecken sauber genug sind, wechselt einige aus. Dann fragt sie einzeln ab, wer Kaffee oder Tee möchte. Dann verteilt sie die Teller. Dann kommt die Chefin und bringt für jeden Gast 2 Brötchen und eine Scheibe Brot. Nach einer Ewigkeit kommt der Kaffee, aber es fehlen die Tassen. Dann kommt für jeden Gast ein Aufschnittteller mit drei verschiedenen (einfachen) Wurstscheiben und zwei Käsescheiben. Also kann man mit dem für 8 Uhr avisierten Frühstück erst eine halbe Stunde später beginnen. Das zu Beginn abgefragte gekochte Ei gibt es schließlich, als ich fast schon im Aufbrechen bin. Als die Gäste fertig sind, fragt die Chefin, ob noch etwas fehlt, sie legt gerne nach – ich denke, kaum ein Gast hat noch Lust, hier das Frühstück weiter auszudehnen. Auf alle Fälle haben meine Tischnachbarn und ich unseren Spaß – wir hatten immerhin Zeit, uns ausgiebig über unsere Radtouren auszutauschen. Nachdem ich auf die geschilderte Art insgesamt eine Stunde (netto 1/2 Stunde) für das Frühstück gebraucht habe, kann ich mich endlich auf mein Toxy setzten und meine heutige Etappe beginnen. Nachdem die Weser überquert ist und ich frohen Mutes in die Pedale trete, kommt, was kommen muss. Zwei (wirklich alte) Senioren spazieren mit ihren Gehhilfen nebeneinander auf dem Radweg, mein Klingeln wollen oder können sie nicht hören, und so endet das Ausweichmanöver für mich im Graben. Da das Toxy sehr niedrig ist, falle ich nicht tief, und mir ist dabei glücklicherweise nichts passiert (so glaube ich zumindest im Augenblick). Die beiden Alten versuchen mir zu helfen, ich bedanke mich und denke mir, dass sie lieber beim Laufen etwas achtsamer sein sollten. Heute kann ich die Strecke, die ich seinerzeit mit Helmut in die andere Richtung gefahren bin, richtig genießen, damals Regen und Nebel, heute tolles Wetter bei blauem Himmel, und der leichte Wind kommt teilweise sogar mal von hinten und schiebt ein wenig. Ich passiere Holzminden. Hier kommt mir erneut ein Liegeradfahrer entgegen – dieser Sport scheint sich auszubreiten ;-). Die Jugendherberge, in der ich als Schüler mal auf Klassenfahrt war, existiert (als Jugendherberge) nicht mehr. Der WoMo- Stellplatz, auf dem wir schon öfters gestanden sind, ist voll. Gleich hinter dem Platz führt der Weserradweg entlang. Unterwegs sehe ich einen Roten Milan, der Jagd auf Fische in der Weser macht. Nachdem ich das Kloster Corvey bei Höxter passiert habe, komme ich nach 50 km und drei Stunden Fahrt an einen Rastplatz bei Godelheim, wo ich es mir für eineinhalb Stunden gemütlich mache. Der Rastplatz liegt unterhalb des Schlosses Fürstenberg, das für seine Porzellanmanufaktur bekannt ist. Ich ratsche (telefonisch) ein wenig mit Christl, der es zuhause offensichtlich auch recht gut geht, und finde dann in einem radelnden Ehepaar, das hier ebenfalls eine kurze Rast macht, nette Gesprächspartner. So, dreißig Kilometer liegen heute noch vor mir. Ich folge dem Weserradweg weiter. Bei dem stillgelegen AKW Würgassen soll man eigentlich die Weser überqueren und auf der anderen Seite bis nach Karlshafen fahren. Ich bin dazu zu bequem und bleibe diesseits auf der Bundesstraße, die auch einen Radweg hat. In Bad Karlshafen reizt es mich nicht, zu bleiben – eine einzige Baustelle. So fahre ich weiter bis nach Oberweser- Gewissenruh, wo ich bereits mittags per Smart-Fon ein Zimmer im Gasthaus „Zum Reinhardswald“ für 35 Euro gebucht habe. Abends gibt es bei einem tollen Ausblick aufs Wesertal von der zum Gasthaus gehörenden Terrasse auch noch ein wunderbares Cordon Bleu für 11,- Euro. Also insgesamt die besten Voraussetzungen für eine gute Nacht, die ich mit zwei Folgen von Inspektor Barnaby begonnen habe. Vor dem Schlafengehen, stelle ich fest, dass ich am rechten Unterschenkel einen schmerzenden „Knubbel“ habe, der sich später zu einem ausgewachsenen dicken Bluterguss entwickelt – ich schätze, dass das ein Ergebnis des Sturzes vom Morgen ist. Morgen muss ich dann noch die letzten 35 Kilometer an der Weser bis Hann. Münden radeln. Dann geht es weiter im Werratal. Ich denke, ich werde bis Bad Sooden-Allendorf fahren – vielleicht klappt es mit der Unterkunft, in der ich schon zweimal war. 7. Tag: Gewissenruh – Hann. Münden – Witzenhausen – Bad Sooden- Allendorf (73 km) morgens sonnig aber kühl, im Laufe des Tages bewölkt und windig Es hat geklappt: Telefonisch habe ich gestern noch im Café Feldmann ein Zimmer gebucht – nicht ganz preiswert: 49 Euro – Bad Sooden ist halt ein Kurort. Heute Morgen ist das Toxy schon Punkt im 8 Uhr fertig gepackt, und Punkt 8 Uhr gibt es auch Frühstück – ohne Verzögerungen wie gestern, so dass ich um 8:30 Uhr starten kann. Es ist etwas kühl, aber sonnig. An einer Stelle in Gieselwerder verliere ich den Weserradweg, weil er auf der Landkarte anders eingezeichnet ist, als er tatsächlich verläuft. Macht aber nichts, ich finde mich trotzdem zurecht. Ich passiere die Anlage des ehemaligen Klosters Bursfelde und erreiche dann die Radfahrerkirche in Gimpte, die mir von meinem "Leibarzt DocDö" wärmstens ans Herz gelegt worden ist, weil er wohl von hier stammt. Es ist ein wirklich niedliches Kirchlein, von dem ich noch ein paar Fotos als "Beweis" mache. Dann ist schnell auch Hann. Münden erreicht, in das ich nicht weiter hineinfahre, weil ich schon mehrfach hier war. Schnell ein Schnappschuss Richtung "Weser-Stein", dann geht es weiter Werra- aufwärts. Ich unterquere die A7, die hier auf einer mächtigen Brücke das Werra-Tal überquert. Der Werra-Radweg läuft hier teilweise direkt auf kleinen Straßen ohne Radweg, teilweise ist er nur ein schmaler Trampelpfad In Witzenhausen, angeblich die größte "Kirschengemeide Deutschlands", verfahre ich mich wegen schlechter Ausschilderung – so etwas passiert mir! Aber bald bin ich wieder auf dem richtigen Weg und erreiche gegen 14:00 Uhr Bad Sooden-Allendorf. Nach ausgiebiger Körperpflege und dem Waschen von ein paar Klamotten sitze ich nun vor dem Café Feldmann unter der Markise, auf die es mittlerweile ein wenig tröpfelt. Ich habe nun genügend Zeit, mich um die nächsten Etappen zu kümmern und die Strecken vorzuplanen. Ich mache einen ganz kleinen Stadtbummel, esse einen Eisbecher Walnusseis. Abends gehe ich nochmal aus in eine kleine Weinstube, in der ich der einzige Gast bin. Weil es noch angenehm warm ist, setzte ich mich draußen unter den riesigen Schirm. Ich bekomme einen Brotzeitteller, auf dem auch Aalewurscht ist. Nachdem ich bisher nicht wusste, was das ist, musste ich diese nordhessische Spezialität natürlich auch einmal ausprobieren: Es ist luftgetrocknete Mettwurst. Mir kommt es vor, als wenn ich diese Spezialität unter anderem Namen schon oft auch anderswo schon genossen habe. Mit einem Mal fängt es nun auch wieder an zu regnen, es ist unter dem Schirm aber sehr gemütlich. Mit den Wirtsleuten (schätzungsweise mein Alter) komme ich ins Gespräch und erfahre, dass die beiden aus Hamburg stammen, und dass sie es nicht schaffen, ihre Weinstube zu verkaufen, weil kein potentieller Käufer das Lokal als Weinstube weiterbetreiben möchte – und darauf würden sie Wert legen – na ja! Abends bestelle ich noch ein Zimmer (Ferienwohnung) in Hörschel kurz vor Eisenach für 40 € incl. Frühstück. 8. Tag: Bad Sooden-Allendorf – Eschwege – Treffurt – Creuzburg – Hörschel (74 km) bewölkt, frisch, Regenschauer Morgens gibt es ein wirklich leckeres Frühstück. Da das Buffet direkt neben dem Verkaufstresen mit tollen Pralinen aufgebaut ist, frage ich nach, ob die Pralinen auch zum Buffet gehören, was leider verneint wird. Gleichwohl: Es ist ein hervorragendes Frühstück, an dem nichts fehlt (Übernachtungskosten 49 €). In der daneben liegenden Apotheke kaufe ich noch schnell ein paar Magnesium-Kapseln, da ich mir gegen Krämpfe zu wenig eingepackt habe. Es ist stark bewölkt, und ich befürchte, dass ich heute wohl nass werde. Gleichwohl schwinge ich mich wohlgemut auf mein Toxy und nehme die ersten Kilometer in Angriff. Ich kürze ein wenig ab, indem ich nicht über Allendorf fahre, sondern direkt nach Kleinfach. Auch die vielen Schleifen, die der Werra-Radweg bei Eschwege macht, spare ich mir, so dass ich auch Eschwege wiederum schnell hinter mir lasse. Landschaftlich reizvoll ist die Stecke zwischen Wanfried und Treffurt. Man hat den Ausblick auf niedliche Dörfchen im Tal und kleine Burgen, die stolz auf den Gipfeln tronen. Mittlerweile führt der Radweg über Kilometer auf einer aufgelassenen Eisenbahnstrecke (bis Creuzburg). Da führte er zwar die beiden letzten Male, als ich hier gefahren bin, auch schon entlang, aber ich hatte das seinerzeit nicht bemerkt. (Eisenbahntrassen haben den Vorteil, dass nur sehr geringe Steigungen vorhanden sind). Bei Falken gibt es dann den prophezeiten Regenguss, den ich unter dichten Bäumen abwarten kann. Als es anfängt, durch das Blätterdach durchzutröpfeln, hört der Regen auf, und ich kann trocken weiterfahren. Das Werratal verengt sich mehr und mehr. Am rechten Ufer schauen Felsen hervor und gewaltige Steinbrüche lassen erahnen, wie hier früher Steinblöcke gewonnen wurden. Kurz vor Creuzburg fällt mir ein, dass ich für abends noch eine Brotzeit brauche, da ich annehme, dass es in Hörschel keine Gaststätte gibt. Ich finde schließlich einen REWE, als es gerade wieder zu tröpfeln beginnt. Also setze ich mich nach dem Einkauf beim Bäcker ins Café und genehmige mir einen großen Kaffee sowie ein schönes Stück Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Hmmm - lecker!! Dann sind es nur noch 9 Kilometer bis Hörschel. Ich bewundere noch die alte Steinbrücke über die Werra (älteste Sandsteinbrücke nördlich des Mains) sowie die gotische Kapelle am Brückenkopf, bevor ich die letzten Kilometer in Angriff nehme. Hörschel nennt sich das "Tor zum Rennsteig", von hier aus ist man auch nach nur ein paar Kilometern in Eisenach und an der Wartburg. Wenn man hier vom Werra-Radweg abbiegt und über den Kamm des Thüringer Waldes wieder zur Werra hinabfährt, kann man mehr als hundert Kilometer abkürzen – ist mir aber zu steil – ich fahre lieber länger!). Meine Ferienwohnung ist schon ein wenig betagt, aber ordentlich und sauber. Das einzige Moderne ist ein nagelneues Bad, das ich auch gleich nach Ankunft für einen ordentlichen Duschgang in Anspruch nehme. Für Morgen werde ich keine Unterkunft vorbuchen, ich hätte gestern und heute durchaus weiter fahren können, musste aber die Fahrt abbrechen, weil ich die Zimmer schon bestellt hatte. Morgen werde ich sehen, wie weit ich komme und dann versuchen, vor Ort ein Zimmer zu finden. So, jetzt ist es 18:30 Uhr und damit Zeit für die Brotzeit! 9. Tag: Hörschel – Gerstungen – Heringen – Vacha – Bad Salzungen – Breitungen (Hotel Waldhaus Wittgenthal) (77,5 km) morgens kühl und stark bewölkt, ab mittags aufgelockert und angenehm warm Pünktlich um 8 Uhr steht der Chef des Hauses mit dem Frühstück vor der Tür und deckt mir den Tisch – ein bisschen Wurst und Käse, zwei Brötchen, ein Ei (stellt sich bei Gebrauch und näherem Hinschauen als große Aprikose heraus), ich bin aber satt geworden und kann nicht meckern, zumal ich auch seeeehr gut geschlafen habe. Nach einem kleinen Ratsch mit den Wirtsleuten geht es dann werraaufwärts. Kurz nach dem Start nehme ich eine Abkürzung an der Ruine Brandenburg vorbei und umgehe damit Herleshausen. Im Laufe des Vormittags passiere ich x-mal die Landesgrenzen zwischen Thüringen und Hessen – vor 30 Jahren wäre das noch unmöglich gewesen. Irgendwann übersehe ich bei Sallmannshausen das Schild des Werraradweges und lande in Neustädt – geht gar nicht, ich fahre deshalb wieder ein Stückchen retour. Ich genieße die Ruhe der Landschaft, das Gezwitscher der Vögel, das Plätschern der Werra. In Gerstungen-Untersuhl schaue ich mir noch einmal die berühmte Rundkirche – diesmal ohne Gerüst – von außen an. Bei Dankmarshausen ist der Weg eng und glitschig, so dass ich umfalle. Mir passiert nichts, aber das Toxy ist teilweise etwas lehmig, so dass ich ziemlich viel Zeit damit zubringe, es wieder sauber zu bekommen. In Heringen ist eine Baustelle, die ein bisschen Mühe mit sich bringt, weil dort alles sehr eng zugeht und ich das Toxy über einige "Klippen" bugsieren muss. In Philippsthal kann ich die Spuren und "Denkmäler" des Kaliabbaues bewundern. Die Abraumhalden sind wirklich gewaltig (eine Halde heißt "Monte Kali")! In Dorndorf fahre ich an der Fahrradherberge vorbei, in der ich vor drei Jahren auf der Tour München – Kiel übernachtet habe. Hinter Merkers beginnt das große Grauen: Der Radweg ist in einem erbärmlichen Zustand, glitschig, eng, ausgefahren, so dass ich etliche Male zu Notbremsungen gezwungen bin, damit ich nicht "kentere". Nach Bad Salzungen fahre ich gar nicht erst hinein, ich war dort bereits zweimal, und es zieht mich nicht ein drittes Mal dahin. Eigentlich hatte ich die Absicht, heute um die 90 km zu schaffen, aber kurz vor Breitungen sehe ich das Hotel Waldhaus Wittgenthal, das mich einlädt nachzufragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Da eines frei ist, bleibe ich für eine Nacht hier (44€ mit Frühstück). Bis zur Werra-Quelle sind es von hier noch 100 km, aber dort will ich gar nicht hin, sondern nur bis Hildburghausen, das sind rund 70 km). Mit meiner Schwägerin Gitti telefoniere ich kurz, um in Erfahrung zu bringen, ob ich sie am Sonntagabend in Feucht heimsuchen kann – leider wird nichts daraus, weil sie und ihr Mann schon anders verplant sind. Schade! 10. Tag: Breitungen – Wasungen – Meiningen – Themar – Hildburghausen (82 km) morgens bewölkt und sehr kalt, ab Mittag aufgelockert und angenehm warm Komischer Tag heute: Frühstück gibt es erst um 8:30 Uhr, nachdem ich der Küchenchefin (Tochter des Hauses) zugestanden habe, eine halbe Stunde länger zu schlafen. Das Frühstück ist dann aber gut und ausreichend. Nachdem ich meine "sieben Sachen" gepackt habe, geht es dann auf die Piste. Ziemlich schnell verfahre ich mich, weil die Radwegweiser plötzlich fehlen. Aber mit Orientierungssinn findet man auch in den ausweglosesten Situationen den rechten Weg wieder. Der Strecke führt heute in großen Teilen auf der Landstraße, was nicht immer angenehm ist, da viele Autofahrer keine Geduld haben und mich anhupen (vielleicht hupen sie aber auch, weil sie mich als Liegeradfahrer bewundern :-) ?). Dafür entschädigen wiederum andere Strecken, die direkt entlang der Werra auf lauschigen Waldpfaden entlang führen. Die Kirchenburg von Walldorf ist diesmal ohne Gerüst, und anscheinend werden nur noch ein paar restliche Pflasterarbeiten durchgeführt – ist wirklich ein tolles Gebäude geworden. An Meiningen fahre ich vorbei, ohne in die Stadt hineinzufahren – ich war schon ein paar Mal dort. Hinter Untermaßfeld verliere ich dann den „Faden“. Die Wegweiser für den Werra-Radweg finde ich plötzlich nicht mehr, dafür den "MR-Weg" (Weser-Main-Radweg). Ich denke mir: Die haben den Radweg umbenannt und folge ihm. Nach rund 5 km kommen mir dann doch erhebliche Zweifel. Nach gründlichem Landkarten- und Google-Maps-Studium komme ich zum Schluss, dass ich total daneben liege. Aus Frust trinke ich ordentlich viel Wasser, verzehre einen Vollkornriegel und kehre um. Das ist die richtige Entscheidung. Jetzt kommt auch die Sonne hervor, und das Radeln macht gleich wieder viel mehr Spaß. In Obermaßfeld gehe ich zu einem Netto- Supermarkt, um Batterien fürs Navi und für abends eine Brotzeit einzukaufen. (Die Batterien habe ich dann tatsächlich vergessen). Brotzeit deshalb, weil ich einfach keine Lust habe, jeden Abend Restaurant- Essen zu essen. Die Strecke wird anspruchsvoll. Es geht ziemlich heftig bergauf und bergab, und ich bin froh, dass ich mir den Akku fürs Toxy für diese letzten 30 km aufgespart habe. An einer Stelle kurz vor Hildburghausen geht sogar im 1. Gang und voller Akku-Unterstützung nichts mehr: Ich muss absteigen und den Berg hinauf schieben. Im Hotel Garni Eschenbach habe ich gestern Abend ein Zimmer reserviert, und ich bin froh, als ich mich heute nach mehr als 80 km auf mein Bett plumpsen lassen kann. Das Zimmer ist sehr schön - es kostet mit Frühstück aber auch 58€). Morgen verlasse ich den Werra-Radweg und Thüringen und breche nach Bayern auf. 11. Tag: Hildburghausen – Bad Rodach – Ummerstadt – Sesslach – Kemmern (68 km) morgens Hochnebel, frisch, ab Mittag sonnig, angenehme Temperaturen Ich schlafe wahrhaft traumhaft auf einem Boxspringbett und bin morgens 5 Minuten vor dem Weckerklingeln wach. Das Frühstück ist lecker angerichtet – wobei ich normalerweise immer meine zwei Semmeln mit Wurst und Käse und ein Ei esse (heute zwei Eier, aber bei den Preisen muss das drin sein! ;-)). Gegen 8:30 Uhr mache ich mich auf den Weg, fahre noch ein paar Meter durch Hildburghausen. Dann geht es die lange Auffahrt aus dem Werratal hinauf – das habe ich jedenfalls so in Erinnerung von der Tour vor drei Jahren. Diese Erinnerung ist aber wohl nicht ganz richtig: Es sind nur einige hundert Meter, die es bergauf geht (rund fünfzig Höhenmeter). Dann geht es bis vor Bad Rodach mehrere Kilometer eigentlich nur bergab (120 Höhenmeter) – sehr, sehr angenehm! Manchmal muss ich ziemlich viel Energie durch Bremsen vernichten, weil ich sonst mit Sicherheit die 50 km/h überschreiten würde. Den Rodach-Itzgrund-Radweg nutze ich vorläufig nicht, da der einen Umweg über Coburg bedeutet. Ich habe weder auf Umwege noch auf Coburg Lust, nutze also Google Maps, das eine schöne Radroute mit 15 km weniger für mich heraussucht. Später stellt sich heraus, dass da einige schlechte Strecken dabei sind, dafür ist es aber einsam und lauschig: Natur pur! Mit ein paar wenigen Ausnahmen geht es meistens leicht bergab, so dass der Akku nicht sehr strapaziert wird. Der Weg führt auch noch einmal zurück nach Thüringen, bevor es endgültig in Franken weitergeht. Irgendwann komme ich dann auch auf den Itzgrund-Radweg, der auf schönen asphaltierten Radwegen verläuft. In Kemmern, kurz vor Bamberg, fällt mir ein Gasthof mit Biergarten auf, der auch Zimmer anbietet (Gasthof Leicht). Auch wenn ich heute erst 68 km auf dem Tacho habe, beschließe ich: Hier bleibe ich über Nacht! Aber als Entschuldigung muss gelten, dass ich ziemliche Knieschmerzen und Schmerzen in der Wade (Bluterguss von Bodenwerder) habe, und auch die übrigen Knochen tun mir ziemlich weh. Das Zimmer ist O.K., es kostet mit Frühstück 40 €. Ich überlege mir, ob ich wirklich den restlichen Weg komplett bis München durchfahren soll, habe im Moment, da ich schon mehr als 800 km hinter mir habe, nicht mehr viel Lust dazu und würde den Rest lieber mit dem Zug fahren (ggf. mit Zwischenstopp in Manching bei meiner Schwägerin Helga). Aber das muss ich mir bis abends noch genau überlegen. Im Moment sitze ich hier in Kemmern im gemütlichen Biergarten des Gasthofes Leicht und genieße das sommerliche Wetter bei einem oder zwei Weizenbieren (Hier sind die Preise noch in Ordnung: 2,90€). Abends gibt es eine Haxe mit Klößen für nur 8,90 Euro. 12. Tag: Kemmern – Bamberg – Nürnberg – Roth (111 km) Wetter: frisch, ab Mittag sonnig, angenehme Temperaturen Wie immer bin ich morgens um 7:15 Uhr wach, gehe dann frühstücken und kann gegen 8:30 Uhr losfahren. Über verschlungene Wege führen mich die Radwege nach Bamberg hinein. Durch die Stadt gelange ich an den Main-Donau-Kanal, dem ich links- und rechtseitig im Wechsel bis Erlangen folge. Es ist sehr entspannend, hier entlang zu radeln, ab und zu fährt auch ein Schiff, viele Radler nutzen den Pfingstsonntag als Ausflugstag. In Erlangen geht es eine Weile auch am Kanal entlang, dann wird der Radweg abgeleitet, und plötzlich gibt es keine Schilder mehr, so dass ich eigentlich auf gut Glück fahren muss. Nachdem das mit dem Glück offensichtlich nicht so gut funktioniert, nutze ich Google Maps (Handy ist an der Powerbank angeschlossen, puh, ganz schön schwer) und komme endlich auf einen zielgerichteten Weg. In Nürnberg fahre ich lange auf dem Ring B4R, der mich wieder an den Kanal führt, dem ich nun weiter folge. Langsam macht der Akku auch dicke Backen, so dass ich ihn nur noch im äußersten Notfall nutze. Bei Schwabach mache ich Pause und suche mir im Internet ein Hotel in Roth (zum Böhm-Landhotel), das mit über 79 Euro nicht gerade preisgünstig ist. Ich habe aber einfach keine Lust mehr, noch weiter zu suchen. Leider verpasse ich die richtige "Abfahrt" am Kanal nach Roth, so dass 4 zusätzliche Kilometer auf den Tacho kommen. Vom Kanal sind es noch einmal 8 km zum Teil schweißtreibend bergauf bis zum Hotel, so dass ich heute erst gegen 18 Uhr und nach 111 km in die Unterkunft komme. Ich bin rechtschaffen müde und ziemlich erschöpft. Allerdings muss wenigstens ein ordentliches Abendessen sein, das ich sehr genieße – und auch der Flüssigkeitsspiegel muss wieder aufgefüllt werden. Ich versuche, noch ein wenig Fernzusehen, merke aber, dass das heute wohl nicht funktioniert. Also lege ich mich aufs Bett, um noch ein wenig zu meditieren – die Meditation endet am 13. Tag um 8:00 Uhr, als der Wecker klingelt. 13. Tag: Roth – Gaimersheim – Ingolstadt – Manching (22 km) sonnig und warm Heute klingelt der Wecker erst um 8 Uhr und ich habe sehr viel Zeit, da ich mit dem Zug weiterfahren möchte. Die wade macht einfach nicht mehr mit! Also gehe ich gemütlich in den Frühstücksraum und genieße das hervorragende Morgenmahl. Es gibt alles, was ich möchte. Anschließend schreibe ich das Tagebuch für gestern, das ich wegen meiner Müdigkeit leider nicht mehr geschafft habe. Und nun das Fiasko: Ich will einen Zug von Roth nach Ingolstadt im Internet finden. Merkwürdigerweise werden mir Verbindungen über Donauwörth oder über Nürnberg und Regensburg angeboten - ich möchte aber über Treuchtlingen direkt nach Ingolstadt. Nach langen vergeblichen Bemühungen stelle ich schließlich fest, dass die Züge heute wegen Gleisbauarbeiten nur bis Gaimersheim – kurz vor Ingolstadt – fahren. Alles kein Problem, ich habe schließlich mein Fahrrad dabei. Ich bezahle im Hotel meine Unterkunft – heute um 10 Euro billiger als gestern avisiert. Ist mir auch recht. Nach etwa 3 km bin ich am Bahnhof von Roth. Nach langem Suchen finde ich den Fahrkartenautomaten, dessen Display wegen darauf stehender Sonne kaum zu entziffern ist. Neben mir meint eine etwas ungeduldige Frau, dass solch ein Automat für alte Leute – damit meint sie wohl mich – kaum zumutbar ist. Na ja, soll sie doch denken – wenn die wüsste, dass ich gerade knapp 1.000 km mit dem Rad gefahren bin. Die Fahrkarte habe ich dann auch schnell hervorgelockt, schwieriger ist es mit dem Sonderticket für das Rad – das hat fast 10 Minuten gedauert. Gegen 12:30 Uhr kommt der Zug in Gaimersheim an. Ich genieße es, mit voller Akku- Unterstützung nach Ingolstadt hineinzurollen – ich muss nicht mehr sparen. In einem Café genehmige ich mir ein kleines Eis und zwei Cappuccini. Dann mache ich mich auf, die letzten Kilometer bis Manching zu bewältigen, wo mich meine Schwägerin Helga und ihr Mann Josef (genannt Sepp) sowie die kleine Terrierhündin Luna bereits erwarten. Nach einer netten Kaffeerunde mache ich mich wieder schön. Das Toxy bleibt hier bis in den August/September, wenn wir mit dem WoMo vorbeikommen werden, in der Garage geparkt, so dass all das, was ich nicht mitschleppen muss, ebenfalls umgepackt werden muss. Bei lauem Sommerwetter haben wir nach einem gemütlichen Abendessen noch ein paar schöne Stunden vor der Laube im Garten, die wir mit vielfältigem Ratschen verbringen. 14. Tag: Manching – München (mit dem Zug) Nach einem ausgezeichneten Frühstück, bei dem es alles gibt, was das (bzw. mein) Herz begehrt, besichtige ich noch die Flugzeugmodelle meines Schwagers: Erstaunlich was da alles so herumsteht und welch tollen Bearbeitungs-Maschinen (u.a. eine Drehbank mit Fräse und eine CNC Fräsmaschine) er für sein Hobby hat. Nichtsdestotrotz möchte ich weiter nach München, und so bringen die beiden mich zum Ingolstädter Hauptbahnhof. Ich löse ein Bayernticket für 25 Euro und steige in den Regionalexpess Richtung München. Ich überlege, was ich bis zum Abend noch anstellen kann und beschließe unsere Freundin Gerdi mit ihren beiden Hunden in Tutzing zu besuchen. Sie meldet sich auch am Handy und meint dann, ich könne nur im Krankenhaus vorbeikommen, sie läge dort wegen einer Antibiotika-Allergie. Das lassen wir dann aber doch sein, und ich beschließe mit der BOB nach Tegernsee zu fahren – nur so zum Spaß. Dort ist es kühl und bewölkt (kurz vor einem Gewitter), so dass ich wieder nach München zurück fahre und mir den Trubel dort zu Gemüte führe. Am Viktualienmarkt mache ich Rast und genehmige mir ein Weißbier (und beginne, den heutigen Tagesbericht zu schreiben). Ab 18:00 Uhr werde ich von meinem Sohn erwartet, so dass es gilt, die restliche Zeit bis dahin noch einigermaßen nutzbringend zu verbringen. Abends bin ich dann bei Sohn und Schwiegertochter, wo wir den Abend verplaudern. Leider ist meine Wade immer noch geschwollen, so dass ich beschließe, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen. 15. Tag: München Nach dem gemeinsamen Frühstück suche ich den Hausarzt meines Sohnes auf. Nach kurzer Wartezeit und Untersuchung überweist der mich mit Verdacht auf eine Trombose an einen Gefäßchirurgen. Hier ist die Wartezeit etwas länger. Nach einer langwierigen Untersuchung wird dann festgestellt, dass es keine Trombose, sondern ein ausgedehnter Bluterguss ist. Mein Bein wird mit einem Kompressionsverband vom Ballen bis zum Knie verbunden. Ich humpele auf dem Rückweg an einer Eisdiele vorbei, bei der ich mir zum Trost ein Eis gönne. Abends gehen wir zu dritt zu einem Griechen in der Nähe und genießen jeder, was er oder sie gerne hat. Der Rückweg in die Wohnung ist durch Starkregen und Gewitter geprägt. Abends schauen wir noch ein paar Fotos an. 16. Tag: München Bein hochlegen – ansonsten nichts wichtiges 17. Tag: München Florian hat Geburtstag – heute ohne Gäste 18. Tag: München Florians Geburtstagsfeier mit Gästen 19. Tag: Rückfahrt von München nach Kiel Fahrt mit ICE (1. Klasse) von München nach Kiel Ich werde von meiner Frau und unserem Labrador Timmi abgeholt. Es ist schön, auch wieder zuhause zu sein. Fazit: Es war eine schöne Fahrradtour, die mir viele neue Eindrücke gebracht hat. Ich habe zwar die Fahrtkosten eingespart, musste allerdings feststellen, dass das ganze eine Milchmädchenrechnung war, da doch etliche Kosten für Hotelübernachtungen entstanden sind (wusste ich allerdings auch schon vorher!).
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Kiel - München9. bis 27. Mai 2018   Fahrradtour mit meinem Toxy Liegerad  Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018) Mit dem Toxy-Liegerad von Kiel nach München (Mai 2018)