hs Reisen und mehr
© Hans Schönherr

Reise mit dem

Wohnmobil nach

Südengland

18. Juli - 9. August 2018

30.07.2018, Montag: Ilfracombe – Arlington Court – Boscastle (127 km) Nach unseren nassen Campingmöbeln zu urteilen, muss es nachts geregnet haben. Morgens scheint die Sonne, so dass wir im Freien frühstücken können. So schnell wie die Sonne da ist, ist sie auch wieder hinter den Wolken verschwunden, und es fallen die ersten Regentropfen. Da haben wir unser Frühstück aber auch schon beendet und fahren zu unserem ersten Zwischenziel für diesen Tag: „Arlington Court“, das nur knapp 20 Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt ist. Mit Regenjacken ausgestattet spazieren wir durch einen herrlichen Landschaftspark mit kleinen Teichen und einem großen Gehege, auf dem eine Herde Schafe in aller Ruhe grast. Zu dem Court gehört ein Kutschenmuseum, das auch unser Timmi besichtigen darf. Sogar ein Aufzug ist vorhanden, der aber nur ab- und aufwärts fährt, wenn man dauerhaft auf den Knopf drückt. Es macht uns großen Spaß, an den Kutschen vorbei zu flanieren und uns vorzustellen, wie die Herrschaften von damals damit unterwegs waren. Und mir drängt sich der Gedanke auf, dass Robin Hood dabei aus dem Gebüsch prescht, um den Reichen ihr „Bestes“ zu nehmen, damit er es den Armen geben kann. In einer separaten Kammer ist dann auch noch eine Kutsche zu bewundern, die über und über mit Gold verziert ist: Was für eine Verschwendung! Während Hans eine Kaffeepause einlegt, mache ich mich auf den Weg zum „Country House“, welches zum Landbesitz der Chichester-Familie gehörte, die in der Gegend seit 500 Jahren ansässig war. Am Eingang werde ich von einem älteren Herrn aus dem Mitarbeiterstab abgefangen, der von mir wissen will, wo ich herkomme. Er ist ganz begeistert, dass ich aus Deutschland bin und erzählt mir, dass er 15 Jahre in Hindelang nahe der österreichischen Grenze gelebt hat. Davor hat er lange Jahre mit seiner Frau in Hongkong gelebt. Als ich ihm dann noch gesagt habe, dass ich in Bayern geboren bin, ist seine Freude noch größer und er macht sich die Mühe, mir aus einem Wust von Material eine deutsche Beschreibung der Räumlichkeiten herauszusuchen. So wird der Rundgang für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wieder angekommen beim Ausgang, hält der nette Herr bereits Ausschau nach mir, denn er möchte seine Beschreibung natürlich wieder zurückbekommen. Auf unserem Weg nach Tintagel, ein weiteres Ziel für diesen Tag, fahren wir von der Hauptstraße weg, um zu einem Leuchtturm am Hartland Port zu gelangen. Die Straße wird von Kurve zu Kurve enger, und als wir den Punkt dann endlich erreicht haben, steht ein kleiner Holzverschlag, wo wir unsere Parkgebühr entrichten sollen. Für 5 Pfund extra könnten wir auch die Nacht über bleiben. Da wir aber nicht wissen, was uns am Ende erwartet, fahren wir lieber wieder zurück und haken diese Fahrt als „Abenteuer“ ab: Uns kommen doch tatsächlich vier Fahrzeuge entgegen und die Ausweichstelle wird von einem Baumstamm blockiert. Hans und zwei Männer aus den anderen Fahrzeug gelingt es, das Ungetüm auf die Seite zu heben, damit wir unbeschadet aneinander vorbeikommen. Nun ist es schon relativ spät am Nachmittag. Wir sind zurück auf der A39, die immer wieder als „Atlantic Highway“ bezeichnet wird. Eigentlich möchte man meinen, dass es sich dabei um eine ausgebaute mehrspurige Fahrbahn handelt, doch weit gefehlt: Hier geht es immer wieder sehr kurvig und sehr eng zu. Da wir keine große Lust haben, noch bis Tintagel zu fahren, halten wir an zwei Campingplätzen, die zwar sehr großzügig aussehen, dafür aber auch sehr großzügig teuer sind. Bei Boscastle stoßen wir dann auf einen Campingplatz, der von einem Farmer betrieben wird. Wir zahlen 17 Pfund und stehen auf einer großen Wiese mit einem spektakulären Ausblick auf´s Meer. Hier haben wir uns schnell eingerichtet und verleben einen gemütlichen Abend mit zwei Folgen „Barnaby“. Übernachtungsplatz: Farm Camping „Lower Pennycrocker“ 31.07.2018, Dienstag: Boscastle – Tintagel – Padstow (57 km) Heute wollen wir Tintagel einen Besuch abstatten. Allerdings kommen wir erst nach 11.00 Uhr los, denn erst steht ein ausgiebiger Spaziergang bei herrlichstem Sonnenschein mit Timmi auf dem Programm, danach frühstücken wir, und mein Tagebuch für gestern will auch noch geschrieben werden: Uns treibt ja nichts! In Tintagel angekommen, finden wir schnell einen Parkplatz, auf dem unser langes Gefährt gut untergebracht ist und machen uns auf den Weg zur Touristinformation. Tintagel ist in erster Linie wegen seines Castles ein Begriff in ganz England. In sagenhafter Zeit soll hier König Artus gelebt haben Und wenn man unserem Reiseführer Glauben schenken darf, ist der Ort einer der berühmtesten und meistbesuchten Orte in Südengland. Dementsprechend sind auch unzählige Touristen auf den Beinen. Unser Augenmerk ist in erster Linie auf das uralte „Tintagel Old Post Office“ gerichtet, ein bezauberndes unter der Last seines gewellten Schieferdaches gebeugtes Steinhaus aus dem 14. Jahrhundert. In seinen buckeligen und knarrenden Räumen war einmal das lokale Postamt untergebracht, welches in dieser abgelegenen Gegend die einzige Verbindung zur großen weiten Welt wie z.B. London war. Wir besichtigen abwechselnd die liebevoll ausgestatteten Räume mit ihren niedrigen Decken und auch den reizenden Garten hinter dem Haus mit seiner herrlichen Blumenpracht. Beim Rundgang durch die Räumlichkeiten fällt mein Blick auf eine ansehnliche Wanduhr in einem lackierten Gehäuse, die Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt wurde. Diese Uhren waren bekannt als „Parlamentsschauspiel-Uhren“, denn im Jahre 1797 wurden auf private Uhren von der Regierung Steuern erhoben: Was es nicht alles gibt! Im Anschluss an die Besichtigung des alten Postamtes lassen wir uns vom Menschenstrom treiben, der die Richtung zum Castle eingeschlagen hat. Es geht eine ganze Weile steil bergab. Als unser Blick nach oben geht, stellen wir fest, wie viele Menschen sich auf der weit oben liegenden Burgruine herumtreiben, und wir sind uns sofort einig, dass wir dazu keine Lust haben. Wir kehren um, und da unsere Parkzeit noch nicht abgelaufen ist, machen wir es uns auf der Terrasse bei „Charlie´s“ gemütlich. Hans bestellt sich ein Sandwich mit Krabbenfleisch und ein leichtes Bier, und ich freue mich über ein Stück Mandelkuchen und einen Kaffee mit einem wunderbaren Milchschaum. Auf unserer Weiterfahrt gelangen wir wieder auf die A39, den „Atlantic Highway“, mit Ziel Padstow, ein Urlaubsort an der Mündung des River Carmel. So richtig Lust, noch weit zu fahren, haben wir beide nicht. Also landen wir wieder auf einem Farm-Camping. Auf dem Campingplatz „Tregavorne“ geht es ein wenig anders zu als sonst. Die Plätze sind zwar sehr großzügig aber relativ geordnet. Und der junge Farmer telefoniert erst mit seiner Frau, um mit ihr abzustimmen, ob noch ein Platz für uns zu haben ist: Wer hier wohl das Sagen hat? Schnell sind wir eingerichtet und da das Wetter warm und sonnig ist, schmeißen wir für das Abendessen den Grill an. Dazu gibt es eine große Schüssel Bauernsalat. Übernachtungsplatz: Farm Camping „Tregavone Touring Park“ 01.08.2018, Mittwoch: Padstow – Sennen – Moushole (140 km) Eigentlich ist ein wolkiger Tag vorhergesagt, aber wir werden von der Sonne geweckt, die uns den ganzen Tag hindurch begleitet. Vom Campingplatz ist es nicht weit in den Ort Padstow. Wir parken oberhalb des Ortskerns und müssen steil bergab gehen, um zum Hafen zu gelangen. Die Gassen sind eng und trotzdem zwängen sich die Autos hindurch. Die vielen Besucher – uns eingeschlossen – tragen außerdem dazu bei, dass an ein schnelles Vorankommen nicht zu denken ist. Überall sind kleine Läden, die allerlei – meist unnütze – Dinge anbieten. Es geht zu wie auf dem Jahrmarkt. Da das so gar nicht unser Ding ist, machen wir eine kleine Runde um das Hafenbecken, kaufen ein frisches Brot in einer prämierten Bäckerei und machen uns schnell wieder auf den Rückweg. Wir haben unser Navi mit den nötigen Daten gefüttert, damit wir auf der Küstenstraße landen. Die Fahrt geht immer wieder äußerst steil bergauf und dann auch wieder bergab. Immer wieder passieren wir sehr enge Stellen und müssen mehrmals bremsen, um uns mit dem Halter des entgegenkommenden Fahrzeugs zu arrangieren. Nach erfolgreichem Manöver grüßen wir uns und die Fahrt geht entspannt weiter. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Die Küste ist zum größten Teil steil abfallend und gibt stets Ausblicke auf den atlantischen Ozean mit seinen wuchtigen Wellen frei. Das Landesinnere ist geprägt von saftigen Wiesen und Feldern, die von Hecken und Wällen durchzogen sind. Und die kleinen Orte, die wir passieren, warten mit riesigen Hortensienbüschen und Sommerflieder auf. Wer schon einmal einen „Rosamunde Pilcher Film“ gesehen hat, kann sich gut vorstellen, was ich hier zu beschreiben versuche. Da wir heute das äußerste Ende von Cornwall erreichen wollen, haben wir noch ein paar Kilometer vor uns. Auf einem kleinen Rastplatz, der sich plötzlich auftut, halten wir aber trotzdem für eine Kaffeepause an. Während ich mich um unser leibliches Wohl kümmere, geht Hans mit Timmi einen Fußweg die Klippe hinauf und bringt ein paar herrliche Bilder mit. Wie fahren weiter. In der Hoffnung, nicht so viel Trubel zu erleben, lassen wir „Land´s End“ links liegen, erreichen „Code Sennen“ und blicken auf den Leuchtturm, der auf den vorgelagerten Klippen im Meer zu sehen ist. Doch auch hier ist ordentlich was los, die Straße durch den Ort äußerst eng, und da wir keinen Parkplatz finden, ergreifen wir ganz schnell wieder die Flucht. Wir können aber zu Recht behaupten, dass wir – wenn auch nur kurz – fast am Ende der Welt waren. Nun wird es Zeit, uns einen geeigneten Übernachtungsplatz zu suchen. Der Platz, der im WoMo-Führer beschrieben ist, gefällt uns aber überhaupt nicht. Und so landen wir wieder auf einem Farm-Campingplatz auf einer großen Wiese, der nur von wenigen Urlaubern „belagert“ ist. Schnell richten wir uns ein und lassen den restlichen Tag bei stolzen 30 Grad und Sonne ausklingen. Übernachtungsplatz: Farm-Camping Boleigh Farm 02.08.2018, Donnerstag: Moushole – Penzance – Lizard – Gwennap (104 km) Der Morgen beginnt mit Nebel, der als ganz leichter Sprühfilm herunterkommt. Deshalb frühstücken wir nicht im Freien. Auch der morgendliche Spaziergang mit Timmi gestaltet sich etwas schwierig, weil die Autos ziemlich forsch um die Kurven brettern. Das liegt wohl auch daran, dass die Anwohner davon ausgehen, dass kaum Menschen diese Straße benutzen. Heute wollen wir „Trengwainton Garden“ einen Besuch abstatten. Doch vorher muss noch einmal wieder der Kühlschrank aufgefüllt werden. Auch unser kleiner „Weinkeller“ hat mittlerweile etwas gelitten, und so fahren wir zunächst einmal nach Penzance, denn dort gibt es einen gut sortierten Super-Markt. Hier unterhalten wir uns mit einer Frau, die in England lebt aber aus Deutschland stammt. Sie freut sich, dass es uns hier so gut gefällt, macht jedoch Einschränkungen bezüglich der vielen Touristen, die jedes Jahr mehr werden. Wie heißt es doch so schön: Was dem einen sein Freud … Nachdem unsere Einkaufstour abgeschlossen ist und wir alles verstaut haben, erreichen wir schnell Trengwainton. Bereits nach dem Einparken sind wir begeistert von den vielen Hortensienbüschen in verschiedenen Farben von tiefblau über hellrosa bis weiß. Beim Einlass werden wir von allen Seiten herzlich begrüßt. Unser Timmi ist wieder einmal mehr der große Star, denn er begrüßt alle Damen dort, als wären sie uralte Freunde, die sich nach langer Zeit endlich einmal wieder sehen. Auch ein Hundekeks springt dabei für ihn heraus. Auf unserem Rundgang durch den herrlichen Garten bleiben wir immer wieder stehen und bewundern die liebevoll gestaltete und gepflegte Anlage. Die Haine sind so angelegt, dass sowohl im Frühjahr, als auch im Sommer und bestimmt auch im Herbst eine überaus üppige Blütenpracht vorhanden ist. Am Ende des Gartens gelangen wir zur Terrasse und erblicken in weiter Ferne (12 km) die Inselburg „St. Michael´s Mount“ - ein englisches Gegenstück zum Mont Saint Michel auf französischer Seite. Beim Teahouse angekommen, ist uns das Gedränge zu groß und wir verlegen unsere Kaffeepause ins Wohnmobil. Im Anschluss daran geht unsere Fahrt weiter nach Süden und bei Marazion ist rechterhand St. Michael´s Mount zu erkennen. Massen von Menschen sind auf dem Weg dorthin, denn bei Ebbe ist der Mount über eine Steinbrücke zu Fuß erreichbar. Ich versuche im Vorbeifahren das ein oder andere Foto zu schießen, was aber nicht so einfach ist, denn immer wieder schieben sich Büsche ins Bild. Das nächste Ziel ist Lizard, das südlichste Ende von England. Die Zufahrt zum Leuchtturm ist aber so eng, dass wir davon Abstand nehmen. Auch der Parkplatz ist gerammelt voll. Also biegen wir ab und fahren in Richtung Gwennap. Vorher hat unser Navi aber noch eine ganz besondere Überraschung auf Lager, denn es führt uns auf eine enge Straße, die links und rechts so zugewachsen ist, dass wir nur schwer durchkommen. Nichtsdestotrotz kommen uns dann auch noch Fahrzeuge entgegen. Ein großer Ast, der von oben herabhängt, ratscht an unserer Antenne entlang, die sich dann auch prompt verstellt. Ansonsten kommen wir dann doch unbeschadet auf der nächsten Hauptstraße an. Unser Nachtquartier dürfen wir auf dem WoMo-Pub „Fox & Hounds“ aufschlagen und gönnen uns im Biergarten erst einmal ein kühles Getränk. Danach steigt Hans durchs vordere Dachfenster und richtet die Antenne wieder ein. Nachdem ihm das gelingt, können wir unser Abendessen im Pub dann auch entspannt genießen. Übernachtungsplatz: WoMo-Pub The Fox and Hounds, Comford, Redruth, Cornwall 03.08.2018, Freitag: Gwennap – Lanhydrock – Salisbury (310 km) Timmi soll sich heute wieder einmal mehr bewegen. Auf der Straße vor dem Pub ist gegen 8.00 Uhr aber schon ganz schön was los, und es fehlt ein Fußweg. Hans meint, er hätte am Abend zuvor einen schmalen Weg gesehen, der zur Kirche führt. Timmi und ich marschieren los; der Weg geht an einem Bach entlang und bald kommen wir an der Kirche vorbei. Der Friedhof, der um die Kirche angelegt ist, ist aber kaum noch wahrzunehmen, denn überall zwischen den alten Gräbern wuchert Farn. Wir erreichen einen kleinen Fußweg, der auf eine große Farmwiese führt. Der Bitte des Farmers, den Hund an der Leine zu führen – so steht es jedenfalls auf einem kleinen Schild – komme ich natürlich gerne nach. Wir sind fast eine Stunde unterwegs und haben bei unserer Rückkehr ordentlichen Frühstücksappetit. Nach dem Frühstück wollen wir noch einmal von unserem Touring-Pass Gebrauch machen und schlagen den Weg nach „Lanhydrock“ ein. Am zweiten Kreisverkehr fällt uns auf, dass unser Navi keinen Ton von sich gibt. Der Straßenverlauf wird zwar angezeigt, aber ohne Ton ist das auf Dauer ganz schön anstrengend. Aber erst einmal lassen wir uns die Laune dadurch nicht vermiesen. Wir erreichen schnell den großen Parkplatz von Lanhydrock. Beim Einlass zeigt uns ein freundlicher Mitarbeiter, welche Wege in dem großen Park besonders hundefreundlich sind. Wir spazieren die gepflegten Wege entlang und bestaunen riesige Bäume, die sich im Park über die Jahre hinweg ausgebreitet haben. Das „Lanhydrock House“ soll eines der schönsten historischen Country Houses in Cornwall sein, und auch wir sind von diesem außergewöhnlichen Bau, der links und rechts von mächtigen säulenmäßig geschnittenen Baumsolitären und farblich aufeinander abgestimmten Blumenrabatten flankiert ist, schwer beeindruckt. Nun trennen sich unsere Wege: Hans bleibt mit Timmi im Park und ich betrete die altehrwürdigen Gemäuer. 49 Räume gäbe es zu besichtigen. Doch dafür habe ich weder die Zeit noch die Lust. Deshalb werfe ich nur einen Blick in das riesige Speisezimmer mit dem reich eingedeckten Tisch für die vornehme Gesellschaft und gehe dann schnurstracks zum ausgeschilderten Küchentrakt. So gibt es neben der Küche mit langen Arbeitstischen, wuchtigen Geschirrgestellen, riesigen Öfen und Spülbecken, die so groß sind wie Badewannen, auch noch eine Backstube, eine Molkereistube, eine Räucherstube und etliche Räume mehr. Wie viele Bedienstete hier wohl für die vornehme Gesellschaft geschuftet haben? Nach einem kleinen Abstecher in den angrenzenden Shop und ein paar Einkäufen treffe ich im Park wieder auf Hans. Auch er will noch einmal einen Blick hinter die Fassade werfen, und ich setze mich auf die Wiese unter einen schattigen Baum, bis Hans wieder zurück ist. Als Ziel für heute haben wir Salisbury ins Auge gefasst. Es liegen also fast noch 300 Kilometer vor uns. Wir sind immer noch ratlos, warum unser Navi nicht mehr mit uns spricht. Vielmehr ist es sogar so, dass auch kein Radioempfang zu kriegen ist. Doch zunächst einmal müssen wir uns damit wohl abfinden. Zu allem Überfluss erscheint dann auch noch ein Warndreieck auf dem Armaturenbrett. Hans checkt alle möglichen Ursachen, immer ohne Befund und beschließt dann, dieses Warndreieck zu ignorieren und weiterzufahren. Wir sind froh, als wir endlich in Salisbury ankommen, denn Feierabend-, Wochenend- oder auch Urlaubsverkehr oder auch alles zusammen führen immer wieder zu Staus und stockendem Verkehr. Wir wollen einen Campingplatz anfahren, auf dem wir bereits auf der Fahrt nach Cornwall übernachtet haben. Doch vorher sehen wir noch ein Hinweisschild, das uns auf einen Campingplatz neben einer Pferderennbahn leitet. „Coombe Park“ macht seinem Namen alle Ehre. Großzügige Stellplätze inmitten einer parkähnlichen Landschaft geben uns das Gefühl, herzlich willkommen zu sein. Die Freude bleibt jedoch nicht ganz ungetrübt, denn überall fliegen Wespen um uns herum. Doch gerne trage ich uns am nächsten Morgen ins Gästebuch ein. Übernachtungsplatz: Coombe Touring Caravan Park, The Race Plain, Netherhampton, Salisbury
Reise nach Südengland Juli/August 2018