hs Reisen und mehr
© Hans Schönherr

Reise mit dem

Wohnmobil nach

Südengland

18. Juli - 9. August 2018

24.07.2018, Dienstag: Bodiam Castle – Scotney Castle – Alfriston (86 km) Der Tag verspricht wieder heiß zu werden. Nach dem allmorgendlichen Ritual „Spaziergang und Frühstück“ setzen wir uns auf die Schattenseite unseres Wohnmobils, um unsere Reiseroute für den Tag festzulegen. Als erstes Ziel besuchen wir „Scotney Castle“, das nicht weit von unserem Übernachtungsplatz etwas nordwestlich gelegen ist und sich ebenfalls im „National Trust“ befindet. Auf dem Parkplatz werden wir freundlich eingewiesen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Hunde willkommen sind. Allerdings muss am Eingang die lange Flex- Leine von Timmi gegen eine kurze rote (Leih-)Leine getauscht werden, was uns dann doch sehr amüsiert, was wir gleichzeitig aber auch als tollen Service betrachten. Umgeben von bezaubernden Gartenanlagen mit zum Teil uralten riesigen Bäumen laufen wir zunächst hinunter zu den Ruinen der alten romantischen Burg, die von einem Wassergraben, herrlichen Baumgruppen und üppigen blühenden Sträuchern umgeben ist. Das neogotische Castle, das sich ebenfalls in dem riesigen Park befindet und 1837 für Edward Hussey errichtet wurde, besichtigen wir (wegen Timmi) abwechselnd. Das Castle ist fast vollständig eingerichtet und irgendwie wartet man darauf, dass die Herrschaften gleich durch die Tür kommen, um uns zu begrüßen. Nachdem wir unseren Poldi für die weitere Fahrt mit Nahrung versorgt haben und unser Kühlschrank - Lidl sei Dank - auch wieder prall gefüllt ist, sind wir uns einig, die Aktivitäten für diesen Tag zu beenden. Wir fahren nach Süden und finden in Alfriston den Campingplatz „Pleasant Rise Farm“. Wie schon am Tag vorher handelt es sich auch hier um eine große Campingwiese mit allen Einrichtungen. So sind wir schnell für den Abend eingerichtet. Nach dem Abendessen, für das wir heute Brot, Käse und Wurst vorgesehen haben, wollen wir noch einen Spaziergang in den Ort unternehmen, denn bereits bei der Herfahrt konnten wir ein Blick auf den herrlichen Ortskern erhaschen. Wir schlendern durch die kleinen Gassen und sind auch bald bei der Kirche, in der noch an diesem Abend ein Konzert stattfindet. Ein spontaner Konzertbesuch kommt jedoch für uns nicht in Betracht, müssen wir doch auf unseren Vierbeiner Rücksicht nehmen. Dafür landen wir in einem alten Gasthaus und finden einen Platz auf der Terrasse mit Blick auf dieselbe Kirche, plaudern ein wenig mit der Inhaberin und trinken je ein Bier. So genießen wir zwar keinen Ohrenschmaus, dafür aber einen Gaumenschmaus! Übernachtungsplatz: Farm Camping „Plesant Rise Farm“ 25.07.2018, Mittwoch: Alfriston – Beachy Head – Sheffield Park and Gardens – Ardingly (94 km) Bereits beim Frühstück kommen wir leicht ins Schwitzen: Es verspricht wieder heiß zu werden. Unsere Fahrt geht auf der Küstenstraße die Klippen hinauf mit dem Ziel „Beachy Head“. Ein Parkplatz ist schnell gefunden, und wir machen einen Spaziergang entlang der Klippen mit atemberaubenden Ausblicken hinunter aufs Meer. Ein schönes Fotomotiv ist der Leuchtturm, der 115 Meter tiefer zu sehen ist. Die Sonne knallt auf uns herunter, und mit Rücksicht auf unseren Timmi fällt der Spaziergang daher relativ kurz aus. Unsere Fahrt geht am „Birling Gap“ vorbei. Die Klippen verlieren nach den Erklärungen in unserem Reiseführer jedes Jahr ein paar Zentimeter. So stehen dort nur noch vier Reihenhäuser der einst doppelt so langen Wohnanlage. Wir verzichten auf einen Halt und werfen im Vorbeifahren einen Blick auf sieben Felsklippen, die als „Seven Sisters“ bekannt sind. Wir fahren weiter Richtung Norden und erreichen nach rund 40 Kilometern die „Sheffield Park and Gardens“. Die Anlage ist über Jahrhunderte entstanden und jeder Besitzer des Sheffield-Anwesens hat im Lauf der Zeit seine Spuren hinterlassen. Da hier ziemlich viel los ist, ist es nicht ganz einfach, einen geeigneten Parkplatz für unser langes Mobil zu ergattern. Danach marschieren wir zum Eingang. Auch hier: Hunde willkommen aber merkwürdigerweise erst ab 13.30 Uhr, warum auch immer! So schlendern wir erst einmal zum Teahouse, das zur Anlage gehört und genießen „Teatime“ mit ?Kaffee? und Kuchen. Um uns die restliche Zeit bis zum Einlass zu vertreiben, machen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf dem angeschlossenen Freigelände, wobei wir ordentlich ins Schwitzen geraten, denn die Sonne knallt erbarmungslos auf uns herab. Als uns dann Einlass gewährt wird, sind wir erstaunt über die Vielzahl der Rhododendren, die über die Jahre gigantische Höhen erreicht haben. Was mag das hier im Frühling für eine Blütenpracht sein! Auf unserem Rundgang kommen wir an vier Seen vorbei, bestaunen die üppigen Seerosen und lassen Timmi kurz in einen der Seen springen, damit er sich ein wenig abkühlt. Überall stehen Bänke zum Verweilen bereit. Auch die Wiesen werden vielfach für ein erholsames Picknick genutzt. So langsam geht uns die Puste aus. Wir besuchen noch einen „Cashpoint“ an einer Tankstelle, denn unser Bargeld schwindet nur so dahin. Danach fahren wir weiter nach Norden, denn unser WoMo-Reiseführer schlägt uns für die Nacht einen WoMo-Pub in Ardingly vor. Ein WoMo-Pub bietet einem die Möglichkeit, umsonst zu übernachten, wenn man dort einkehrt. So landen wir im Pub „The Gardeners Arms“ und finden ein ruhiges Fleckchen auf dessen Parkplatz. Nach einer erfrischenden Dusche im Wohnmobil lassen wir den Abend im Garten vor der Gaststätte bei „Fish and Chips“ und einem kühlen Bier ausklingen. Für uns „Touris“ ist es aber nicht ganz einfach mit der Bestellung. Sämtliche Kellner ziehen immer wieder freundlich an uns vorbei, ohne uns eine Speisekarte zu bringen. Nach einer geraumen Weile wagt sich Hans ins Innere und kommt auch bald schlauer wieder zurück: Man sucht sich auf der Speisekarte die Gerichte und die Getränke aus, geht an die Theke, bestellt, bezahlt und bekommt ein Täfelchen mit einer Nummer. Die Getränke werden dem Gast gleich ausgehändigt und die Speisen werden auch bald zügig vorbeigebracht. So sind wir wieder um eine Erfahrung reicher. Übernachtungsplatz: WoMo-Pub „The Gardeners Arms“ 26.07.2018, Donnerstag: Ardingly – Small Dole bei Henfield (33 km) Wieder verspricht es ein außerordentlich heißer Tag zu werden. Nachdem uns die gestrige Besichtigungstour in Anbetracht der Hitze doch gewaltig „geschlaucht“ hat, sind wir uns beim Frühstück schnell einig, eine weitere „Faulenzereinheit“ einzulegen. Dem Internet sei Dank ist auch schnell ein Platz in der Nähe gefunden. Wir landen in Small Dole bei Henfield auf einem „Farmcamping“ und bezahlen 12 Pfund für die Nacht cash auf die Hand: Was will man mehr! Die Wiese hinter dem Farmhaus ist groß und wir dürfen – mit Ausnahme der Plätze mit Stromsäulen – stehen, wo wir wollen. Das macht nichts, schließlich haben wir Solar auf dem Dach. Die sanitären Anlagen sind in Anbetracht des günstigen Preises sehr einfach: Stört uns aber nicht, da wir ja selbst ganz gut ausgestattet sind. Beim Farmhaus selbst laufen die Gänse schnatternd umher, auch wohlgenährte Hühner sind unterwegs und sogar eine kleine Ziege belebt den Platz. Am Nachmittag sind wir froh, dass wir keine weiteren Aktivitäten auf der Liste haben, denn das Thermometer zeigt 35 Grad im Schatten an. Timmi lässt es sich gefallen, dass wir ein nasses Handtuch auf ihn legen, auch eine kalte Dusche mit der Gießkanne lässt er klaglos über sich ergehen. Der Farmer ist trotz der Hitze enorm aktiv. Er fährt mehrmals mit seinem Trecker und je einem Wohnwagen im Schlepptau über die Wiese, um diese dann an den dafür vorgesehenen Plätzen abzustellen. Am Abend kommen wir zu dem Ergebnis, dass der Tag trotz der „Faulenzerei“ schnell vorüber gegangen ist. Übernachtungsplatz für zwei Nächte: Farm Camping Griffiths R E 27.07. 2018, Freitag: Small Dole bei Henfield Bedingt durch einen belebenden Wind ist die Hitze heute gut zu ertragen. Wir nutzen den Vormittag zum „Nichts-Tun-Müssen“ aber auch zum Lesen unserer Reiseführer. Am späten Nachmittag ziehen dicke Wolken auf, in der Ferne donnert es, und es fallen die ersten Regentropfen. So verlegen wir das Abendessen kurzerhand ins Wohnmobil, um uns im Anschluss daran eine Folge der Krimiserie „Lewis“, die in Oxford spielt und uns immer wieder Vergnügen bereitet, anzuschauen. 28.07.2018, Samstag: Small Dole – Worthing – Petworth – Salisbury (155 km) Gegen 6.00 Uhr werde ich vom Regen geweckt. Im Halbschlaf bin ich froh darüber, dass ich meine Regenjacke dann doch nicht umsonst eingepackt habe. Als ich dann endgültig wach werde, ist vom Regen keine Spur mehr, aber es weht ein stürmischer Wind. Heute geht es weiter, und als sehenswürdiger Punkt auf unserer Reise steht Petworth auf dem Programm. Zunächst fahren wir nach Südwesten, denn erst einmal wollen wir unsere Vorräte für das kommende Wochenende auffüllen und dafür hat uns unser Navi einen Lidlmarkt in Worthing empfohlen. Danach geht die Fahrt weiter nach Westen an Arundel vorbei. Ein mächtiges Schloss wird schon von weitem sichtbar. Da Besichtigungen nach der Beschreibung in unserem Reiseführer am Samstag nicht möglich sind, lassen wir das Schloss „links liegen“. Allerdings versuche ich, das Schloss im Vorbeifahren zu fotografieren, was aber schier unmöglich ist, denn die Sicht wird immer wieder von hohen Baumgruppen und Häusern versperrt. Vielleicht kommen wir ja noch einmal wieder. Von Arundel aus führt uns unser Navi nach Norden. Die Strecke ist im Atlas grün eingezeichnet, was aber auch bedeutet, dass die Straße nicht allzu breit ist. Zum Teil fahren wir durch richtige Hohlwege, denn die Baumkronen links und rechts der Fahrbahn stoßen oben zusammen. Manchmal ist die Straße so eng, dass es besser ist, kurz zu halten, um die endgegenkommenden Fahrzeuge vorbeizulassen. Mit großem Verständnis auf beiden Seiten ist das allerdings überhaupt kein Problem. In Petworth angekommen, haben wir wieder einmal das Problem mit dem Parkplatz. Wir dürfen uns nach Absprache mit dem Parkwächter auf den Busparkplatz an den Rand stellen. Im Park rund um das Anwesen „Petworth House“ sind Hunde leider nicht willkommen. Der Park außerhalb des Anwesens ist aber mindestens ebenso sehenswürdig und auch so riesig, dass Timmi einfach drauf loslaufen kann. Wir treffen eine englische Hundebesitzerin mit drei Hunden, mit der wir uns über Hunde unterhalten. Am Eingang zu „Petworth House“ verabschiede ich mich von meinen „Männern“. Hans will mit Timmi langsam wieder zurücklaufen, während ich mir die wichtigste Gemäldesammlung, die sich im Besitz vom National Trust befindet, nicht entgehen lassen will. Es ist schon sehr beeindruckend, was da an den Wänden hängt. Ein Gemälde von Heinrich VIII. hat es mir ganz besonders angetan. Das Ebenbild ist so lebensnah, dass mich das Gefühl nicht loslässt, dass der Herrscher kurz davor ist, aus dem Bild zu steigen. Und bei näherer Betrachtung komme ich zu dem Ergebnis, dass es besser ist, bei Heinrich VIII. nicht in Ungnade zu fallen. Als Kontrast sehe ich mir noch die Küche an, die sich im Nebengebäude befindet und originalgetreu hergerichtet ist. Was da an riesigen Töpfen und Pfannen so herumsteht. Ich kann mir gut vorstellen, wie kaputt die Bediensteten nach getaner Arbeit wohl gewesen sein müssen. Nachdem ich mich sattgesehen habe, schlendere ich durch den kleinen Park zum Ausgang und finde sowohl Hans als auch Timmi schlafend im Wohnmobil vor. Bevor wir weiterfahren, stärken wir uns mit einem frisch zubereiteten Cappuccino. Da wir bisher nur langsam vorangekommen sind, aber gerne noch bis Cornwall kommen wollen, geben wir Gas und fahren rund 100 Kilometer, um den von Hans ausgesuchten Campingplatz bei Salisbury zu erreichen. Übernachtungsplatz: Salisbury Camping and Caravaning Club, Hudsonsfield, Castleroad (Wir erhalten mit dem CCI-Ausweis Mitglieder-Rabatt) 29.07.2018, Sonntag: Salisbury – Ilfracombe (229 km) Heute Morgen werden wir von starkem Regen geweckt. Wir genießen trotzdem ein ausgedehntes Sonntagsfrühstück und überlegen uns, wie wir weiter vorgehen wollen. Nach einer Vorhersage der „Wetterapp“ können wir im Laufe der Woche wieder mit trockenem Wetter und Sonnenschein rechnen. So kommen wir schnell zu dem Schluss, dass wir das nasse Wetter nutzen wollen, um möglichst schnell Cornwall zu erreichen, damit wir dann unsere Tour entgegen dem Uhrzeigersinn zu Ende bringen. So müssen wir heute „Strecke“ machen; rund 200 Kilometer liegen vor uns. Die Straßen sind zum Teil sehr gut ausgebaut, auch immer wieder stehen zwei Spuren in jeder Richtung zur Verfügung. Der Himmel ist wolkenverhangen und zeitweise prasselt Regen auf unsere Windschutzscheibe. Unser Navi leitet uns über die A36 auf die A303, dann auf die A358 und weiter auf die M5. Das letzte und längste Stück fahren wir auf der A361 und erreichen am frühen Nachmittag Ilfracombe in North Devon am Bristol Channel. Kurz vor unserem Ziel können wir die ersten Ausblicke auf das Meer, das weit unterhalb von uns zu sehen ist, genießen. Auch das Wetter ist wieder sehr viel freundlicher. Nach dem Ortsende von Ilfracombe haben wir die Möglichkeit, auf einem Schotterparkplatz oberhalb der Klippen unser Nachtlager aufzuschlagen. Nicht weit davon befindet sich aber auch der „Watermouth Valley Camping Park“, der über alle notwendigen Einrichtungen verfügt und für uns noch einen freien Platz zur Verfügung hat. Dieser Platz ist uns dann doch noch lieber, denn wir haben auch eine kleine Wiese davor, auf der wir Tisch und Stühle aufstellen können. Und gegen eine heiße Dusche haben wir auch nichts einzuwenden. Übernachtungsplatz: Watermouth Valley Camping Park, Ortsende Ilfracombe
Reise nach Südengland Juli/August 2018 Reise nach Südengland  Juli/August 2018 Reise nach Südengland  Juli/August 2018