© Hans Schönherr 2012-2015
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2012
9. Tag: Prag - Melnik gefahrene Kilometer 59 km Gesamtstrecke 380 km Wetter: morgens sonnig, etwas bewölkt am Nachmittag, kaum Wind, abends ca. 25 Grd. C Das Toxy bepacke ich schon vor dem Frühstück. Im Garten hinter der Pension gibt es das Frühstück wie gehabt und zwar bei strahlendem Sonnenschein - keine Wolken. Herr Teindl verabschiedet mich noch und gibt mir letzte Instruktionen, wie ich auf den Radweg komme und ein paar Prospekte, die ich entgegenkommenden Fernradlern geben darf. Er macht noch ein Foto für seine Sammlung von mir, und dann geht es mit einem etwas mulmigen Gefühl wegen des doch etwas zu breiten Vorderreifens und der zurecht gebogenen Schaltung bergab zum Radweg, den ich nach ungefähr 500 m erreiche. Bald bin aus Prag heraus und folge der Moldau flussabwärts. Der Vorderreifen nervt ein wenig, weil er bei jeder Umdrehung einmal am Schutzblech schabt. Die Schaltung funktioniert fast immer, wie sie soll. Der schöne asphaltierte Radweg endet jedoch plötzlich, und ich muss auf furchtbar gepflastertem Weg bzw. auf Geröll fahren. Nach drei Kilometern endet das jedoch auch wieder, allerdings verlasse ich jetzt den Radweg bei Klecany, da er hier nur sehr schmal und unbefestigt ist und ohne Mauer direkt am Fluss entlang führt. Wenn man hier ins Wasser fällt, findet einen keiner mehr. Also mache ich einen kleinen Umweg landeinwärts, schiebe das Toxy rund 100 Höhenmeter aufwärts, um dann nach rund 8 km wieder auf den Radweg an der Moldau zu stoßen. Unterwegs unterhalte ich mich mit zwei Radlerinnen aus Berlin, die mit Campingausrüstung unterwegs sind. Irgendwann ist an einer Baustelle die richtige Wegweisung (Radweg 2) verschwunden. Sowohl die beiden Berlinerinnen als auch ich wissen nicht mehr weiter. Die beiden versuchen ihr Glück rechts, ich links. Ich fahre dadurch 3 km Umweg, um über eine Hauptverkehrsbrücke wieder auf den rechten Weg zu kommen. Beim Schloss Veltrusy treffe ich die beiden wieder, sie haben 5 Minuten Vorsprung gehabt. Gemächlich fahre ich ich, nachdem ich es fotografiert habe, am dem Schloss vorbei. Bald komme ich an eine Personenfähre, mit der ich übersetze (24 Kronen). Der Fährmann fotografiert mich und gibt mir Tipps, wie ich weiterfahren soll, da der Radweg furchtbar schlecht sei. Wenig später sehe ich das Schloss von Melnik aus der Ferne. Auf schönen Radwegen durchfahre ich nun ausgedehnte Auenwälder und gelange bald an die Elbe, die in Tschechien Labe heißt. Die Moldau mündet hier.   Ich quäle mich bei der Hitze gegen 14:00 Uhr nach Melnik hinauf, das rund 100 m höher liegen dürfte als die Elbe. Mein vorgebuchtes Hotel Jaro finde ich auch sehr schnell - es liegt fast neben dem Schloss. Nachdem das Toxy in einer Garage weggeschlossen ist, beziehe ich mein Zimmer, das sehr groß und geräumig ist. Ich mache mich schön und wasche ein bisschen Wäsche. Dann zieht es mich zum Schloss-Terrassen-Café mit prima Aussicht auf die Elbe. Die haben wirklich leckere Torten. Große Stücke zu rd. 40 Kronen, und der doppelte Cappuccino kostet 45 Kronen. Ich mache eine Stadt- und Kirchenbesichtigung. Es ist alles sehr hübsch und ordentlich - zumindest im Zentrum, das neu gestrichene Rathaus imponiert mit vielen kleinen Türmchen. Doch dann ist auch schon wieder das Wichtigste gesehen. Zurück im Hotel suche ich im Internet in Radebeul einen Fahrradhändler, der meine Reifenmarke führt und bestelle per E-Mail einen Reifen der benötigten Größe (habe inzwischen schon die Antwort, dass ich den Reifen am Montag abholen kann). Zum Abendessen bestelle ich im Restaurant “zum Ritter”, das mir Herr Teindl empfohlen hat, ein mit Käse und Schinken gefülltes Schweineschnitzel, einen gemischten Salat und ein Bier für rd. 10 €. (eigentlich wollte ich in Tschechien auch mal eine gebratene Schweinshaxe mit Knödel - habe bis jetzt in keinem "Restaurace" eine im Angebot gefunden. Schade!). Anschließend gehe ich noch einmal auf die Schlossterrasse oberhalb der Elbe und bestelle ein Glas Weißwein aus Melnik (Morio-Muskat) für 1,30€. Der Wein schmeckt köstlich, auch wenn der Kellner ein wenig rummault, weil er gleich schließen möchte. Von der Terrasse habe ich eine tolle Aussicht auf die Elbe, den Zufluss der Moldau (braune Brühe) bzw. den Moldaukanal. Eine prima Sicht gen Westen, wo sich die Sonne anschickt unterzugehen, ist gegeben. In der Ferne sehe ich (erloschene) Vulkanformationen und die Berge, durch die die Elbe sich an der Böhmischen Pforte quälen muss - ich natürlich morgen auch. Morgen soll es bis nach Usti nad Labem (Aussig) gehen, allerdings soll die Stadt nicht sehr schön sein.   Wenn ich Zeit habe, werde ich die Gedenkstätte von Theresienstadt bei Litomerize (Leitmeritz) besichtigen, die mit etwa 10 km Umweg zu erreichen ist. Mal sehen, wie ich vorankomme. Ab morgen Abend ist schlechtes Wetter angesagt, so dass der erste Tag in Deutschland übermorgen nicht so prickelnd sein dürfte.
9. Tag - 10.5.2012
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