© Hans Schönherr 2012-2015
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2012
7. Tag: Horovice - Prag gefahrene Kilometer 68 km Gesamtstrecke 321 km Wetter: morgens nebelig, heiter am Vormittag, etwas bewölkt am Nachmittag, kaum Wind, abends ca. 21 Grd. C Nachts werde ich mehrfach wach und merke, dass ich Muskelkater in beiden Oberschenkeln habe. Offensichtlich war der gestrige Tag doch etwas anspruchsvoller, was die Kräfte anging. Gegen 7:00 Uhr werde ich endgültig wach. Schnell ist alles zusammengepackt. Das Frühstück ist in dem riesigen Hotel für lediglich zwei Personen vorbereitet - an einem kleinen Tischchen ist alles aufgebaut, und Selbstbedienung ist angesagt. Ich frühstücke ganz gemütlich, denn draußen ist trotz des positiven Wetterberichts von gestern dicker Nebel. Ich zögere die Abfahrt ein wenig heraus, aber um 8:15 Uhr hält mich nichts mehr.   Die ersten zehn Kilometer lege ich in dichtem Nebel zurück, dann klart es auf, und die Sonne bricht durch. Eine wunderschöne Fahrt, häufig lange Strecken mit leichtem Gefälle, längs durch Täler, die Nachtigallen jubilieren, Rapsfelder, Sonne, blauer Himmel, kaum Wind: es macht einfach Spaß!!! Leider lässt die Ausschilderung des Radweges manchmal zu wünschen übrig: Nicht immer ist klar ersichtlich, wohin es weitergehen soll, und auch der GPS-Track zeigt in Richtungen, die nicht immer richtig zu sein scheinen. Hunderte von Fahrradfahrern kommen mir heute entgegen. Ich wundere mich ein wenig darüber. Schließlich gelange ich an die Moldau. Mein Tempo ist heute wirklich grandios. Bis hierhin fast 20 Kilometer pro Stunde. Leider fühlt sich das Fahrrad nun wieder ein wenig "schlabberig" an. Eine Kontrolle bestätigt die Vermutung - Luft fehlt im hinteren Rad. Ich habe jetzt die Faxen dick und montiere einen neuen Schlauch und den (Not)-Faltreifen, der allerdings ziemlich mickrig aussieht. Nun reicht auch der Kettenspanner in den kleinen Gängen fast bis zum Boden - das Ergebnis wird sich noch zeigen.   Fröhlich radele ich weiter nach Prag hinein, verfahre mich trotz der Fahrradkarte, die mir der Pensionsbesitzer, bei dem ich ich heute übernachten werde, bereits nach Hause zugeschickt hatte. Als ich durch eine Bodenwelle fahre, passiert das Malheur: der Kettenspanner verhakt sich irgendwie am Boden, und die Kettenschaltung wird total verbogen, so dass ich nicht mehr schalten kann. Mitten in Prag, direkt am Ufer der Moldau versuche ich das Radl zu reparieren, was mir auch halbwegs gelingt: Nach langwierigen Versuchen schaffe ich es, die Schaltung wieder so hinzubiegen, dass sie im Wesentlichen funktioniert. Ich passiere die Goldene Brücke und komme nach weiteren 8 Kilometern in meiner Pension (Pension Karnet) an. Der Chef der Pension, Hans Teindl, begrüßt mich am Tor. Er spricht hervorragend deutsch. Das Radl kann in einer Garage angeschlossen werden. Das Zimmer ist groß, geräumig und sehr ordentlich. Der Pensionschef telefoniert mit einem Fahrradgeschäft, das trotz des heutigen Feiertages (Tag der Befreiung) geöffnet hat, wegen eines neuen Reifens. Ich mache mich zu Fuß auf zum Fahrradladen (1 Kilometer mit 250 Stufen steil aufwärts). Leider haben sie nur Reifen für Mountain-Bikes, die etwas breiter sind als bei mir. Ich nehme ihn dennoch. Zurück in der Pension baue ich den neuen Reifen am Vorderrad ein und nehme den bisherigen Vorderreifen für hinten. Ich hoffe, dass es nun in Ruhe weitergehen kann. Hans Teindl lädt mich, nachdem ich ausgiebig geduscht habe und wieder sauber und ordentlich bin, auf ein Bier in seinen Garten ein und erklärt mir anhand eines Stadtplanes, was ich morgen alles in Prag machen kann. Wirklich sehr zuvorkommend - das nenne ich "Service". Abends gehe ich in ein nahe gelegenes Restaurant und gönne mir ein gutes Abendessen auf der Terrasse unter einer großen blühenden Kastanie. Morgen werde ich Prag besichtigen - ich freue mich darauf (und das Toxy bleibt in der Garage!)!
7. Tag - 8.5.2012
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