© Hans Schönherr 2012-2015
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2012
6. Tag: Pilsen - Horovice gefahrene Kilometer 57 km Gesamtstrecke 253 km Wetter: heiter bis wolkig am Vormittag, bewölkt und regnerisch am Nachmittag, kaum Wind, ca. 16 Grd. C   Das Oropax ist wohl wirklich nur eine nette Geste gewesen - ich habe es nicht gebraucht!   Nach dem Frühstück von gestern hege ich kaum die Hoffnung, dass es heute anders sein wird. Im Frühstücksraum ist alles gedeckt. Ich warte 5 Minuten, aber keine Bedienung erscheint, um mich nach meinen Wünschen zu fragen. Ich gehe also in den Nachbarraum, um die Bedienung zu suchen. Die brauche ich allerdings nicht mehr, weil dort ein umfangreiches Büfett aufgebaut ist. Es ist zwar alles mit Selbstbedienung, aber sehr reichhaltig und in Teilen auch phantasievoll (Obst, Körner, Marmeladen in allen Varianten). Auch für mich als "Herzhaft-Esser" ist ausreichend vorhanden.   Nachdem ich bezahlt habe (knapp 40 €) packe ich mein Radl und auf geht's. Nach kurzer Zeit habe ich den Radweg Nr. 3 erreicht. Es geht am Stadttor der Brauerei Pilsener-Urquell vorbei. Auf verschlungenen Pfaden führt der Weg aus Pilsen heraus - gut dass ich das Garmin E-Trex dabei habe - auf die Wegweisung ist nicht immer Verlass! Die Wege sind teilweise recht abenteuerlich (ungepflegt). Heute gibt es viele Auf's und Ab's, die mich zu vielen Ab's und Auf's beim Liegerad zwingen. Viel Schieben ist wieder angesagt. Es sind zwar nur kurze Stücke, dafür treten sie aber sehr gehäuft auf. Nach rund 15 Kilometern merke ich, dass das Fahrrad sehr "schwammig" fährt. Eine böse Ahnung beschleicht mich: Mal wieder der Hinterreifen? Eine kurze Inspektion lässt die Besorgnis wahr werden: Fast keine Luft mehr im hinteren Rad. Also dasselbe Spiel wie gestern: Fahrrad umdrehen, Rad demontieren usw. Die Ursache stelle ich schnell fest. Genau an derselben Stelle, wo gestern der "unplattbare" Reifen durchlöchert wurde, steckt erneut ein Steinchen. Auch wenn ich einen Ersatzreifen dabei habe, versuche ich eine Notlösung: Ich klebe einen Flicken auf die kaputte Stelle im Reifen und flicke den Schlauch. Irgendwie kann ich das jetzt. Die Prozedur hat nur rund 20 Minuten gedauert.   An einer Stelle zeigt das GPS einen anderen Weg als der Wegweiser für den Radweg Nr. 3. Ich entschließe mich dem ausgeschilderten Weg zu folgen. Nach rund 5 km kommt der GPS- Track wieder zurück auf meine Route - mitten durch den Wald, ohne Weg. Irgendwie habe ich jetzt das Glück des Tüchtigen gehabt. Der Weg Nr. 3 macht manchmal abenteuerliche Umwege, wahrscheinlich damit jedes Dorf mitgenommen wird. Die Dörfer sehen übrigens so aus, wie die in der DDR vor 25 Jahren. Viel Nachholbedarf. Aber ich denke, dass das nicht so einfach ist, die Lebenshaltungskosten sind relativ gering, offensichtlich die Einkommen aber auch, so dass Investitionen schwierig sein dürften. Viele Fabriken stehen leer und verkommen.   Ich fahre heute wieder durch viel Landschaft. Es ist sehr schön, und ich genieße die Natur. Ein paar Mal scheuche ich Rehe auf. Das Vogelgezwitscher ist vielfältig. Es weht kaum Wind. Trotzdem geht es manchmal mühselig weiter, da es lang gezogene schwache Steigungen gibt, die das Treten zur Plage machen. Ab und zu regnet es ein wenig, aber immer nur so wenig, dass es nicht stört. Gegen 15:00 Uhr komme ich in Horovice an und finde nach einigen Nachfragen auch mein Hotel Zelenystrom. Nach ausgiebiger Körperpflege und waschen der Wäsche, mache ich mich auf, die Stadt zu besichtigen. In einen "italienischen Café" genehmige ich mir einen Cappuccino und zwei Stück Kuchen (für umgerechnet insgesamt 3,60 €). Dann suche ich das Schloss mit seinen Parkanlagen, finde es auch, bin aber zu spät dran für eine Besichtigung. 16:00 Uhr ist ist Deadline. Bei der Besichtigung des Parks werde ich von einem kräftigen Regenschauer überrascht, der mir unter dem Schutz einer riesigen Kastanie allerdings nicht viel anhaben kann. Auch die Geschäfte schließen hier alle gegen 17:00 Uhr, so dass bald "Tote Hose" ist. Zurück im Hotel erledige ich E-Mail-Post (glücklicherweise ist in fast allen Hotels WiFi = W-LAN kostenlos) und gehe anschließend Essen. Für morgen sagt der Wetterbericht gutes Wetter an. Bis Prag habe ich noch rund 60 km - das sollte relativ leicht zu schaffen sein!
6. Tag - 7.5.2012
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