© Hans Schönherr 2012-2015
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2012
5. Tag: Domazlice - Pilsen gefahrene Kilometer 68 km Gesamtstrecke 196 km Wetter: heiter bis wolkig am Vormittag, bewölkt und regnerisch am Nachmittag, kaum Wind, ca. 16 Grd. C   Der Tag beginnt leider schon um ca. 6:00 Uhr, obwohl es erst gegen 8:00 Uhr Frühstück geben soll. Aber der nahe liegende "Hauptbahnhof" von Domazlice erzeugt durch Ansagen und viele ein- und ausfahrende Züge eine Menge Lärm, so dass an festen Schlaf nicht mehr zu denken ist. Also dusele ich noch eine halbe Stunde. Dann stehe ich auf, packe meine Sachen und bringe alles zum Fahrrad. Das Frühstück ist ein bisschen merkwürdig. Es gibt eine Menükarte, von der man sich ein Getränk und eine Hauptspeise wählen kann. Ich nehme die Wurstplatte und bekomme zwei heiße Würstchen mit Senf und zwei Brötchen. Nachdem ich die 23 € für die Übernachtung gezahlt habe, mache ich mich auf den Weg.   Der MRP ist schnell gefunden und erweist sich hier als ganz furchtbare Piste, die mit spitzem und scharfkantigem Eisenbahnschotter “gekiest” ist. Ich denke gerade "wie gut dass ich unplattbare Schwalbe-Marathon-Plus-Reifen habe", da gibt es einen Knall. Nach einem Rundgang um das Fahrrad stelle ich fest: Der Hinterreifen ist platt! Warum kann es denn nicht einmal der vordere Reifen sein - da ginge alles viel einfacher? Also Werkzeug herauskramen, Rad und Reifen demontieren usw. usw. Nach zwanzig Minuten bin ich fertig und folge dem Wegweiser Radweg 3. Das Zeichen wiederholt sich leider nicht. Nur ein Wegweiser für einen anderen Radweg taucht immer wieder auf. Der GPS-Track zeigt mittlerweile auch eine ganz andere Richtung an. Nach 2½ Kilometern entschließe ich mich, umzukehren um dem GPS-Track zu folgen. Und richtig: Radweg 3 wird wieder angezeigt.   Die Gegend ist erstaunlich hügelig mit vielen Auf’s und Ab’s. Entschädigt werde ich durch blühende Obstbäume, frisches Grün und viele gelbe Rapsfelder mit ihrem betörenden Duft, von dem sogar ich mit meinem schlechten Geruchssinn fast erschlagen werde. Mittags habe ich rund 35 Kilometer hinter mir und mache Pause (Wasser, zwei Äpfel, ein trockenes flach gedrücktes Brötchen von morgens). Leider beginnt es nun zu regnen, so dass ich die Pause abbreche und weiter fahre. Der Weg ist nun viel einfacher zu bewältigen: Es geht auf Landstraßen, die kaum von Autos befahren werden, lange Passagen bergab - Steigungen gibt es kaum noch. Der Regen hat nach einem kurzen Intermezzo aufgehört und die Klamotten trocknen schnell wieder. Rund 10 km vor dem Zentrum von Pilsen beginnt die Vorstadt. Die Routenführung wird unübersichtlich. Ich verfahre mich einige Male, finde aber schnell wieder zurück. Auf den letzten 5 km schüttet es wieder von oben - ich finde das nicht gerade schön, bin aber auch zu faul, jetzt noch die Regenkleidung “in Betrieb zu nehmen”. Mein ausgedruckter Lageplan des Hotels wird aufgrund des Regens langsam unlesbar. Ein netter Tscheche weist mir aber den richtigen Weg, so dass ich gegen 15:00 Uhr im Hotel Pilsen ankomme. Das Zimmer ist winzig und liegt im 4. Stock. Auf dem Bett liegt zur Begrüßung ein Schächtelchen mit Oropax - hoffentlich ist das nur eine nette Geste und es wird nachts nicht gebraucht. Nachdem ich das Fahrrad im Hof unter einer Überdachung weggeschlossen und mir trockene Klamotten angezogen habe, mache ich einen Stadtrundgang. Beeindruckend sind die schönen Gebäude in Pilsen. Der riesige Marktplatz mit dem darauf befindlichen Dom, den ihn umgebenden historischen Häusern und den modernen Wasserspielen beeindruckt mich sehr. Heute wird an vielen Plätzen die Befreiung der Stadt Pilsen durch die Amerikaner gefeiert. Es fahren historische Ami- Militärfahrzeuge durch die Stadt, und die Mannschaften dieser Fahrzeuge tragen amerikanische Uniformen. Sie sprechen aber merkwürdigerweise alle tschechisch! Ich trinke in einer Kneipe ein Bier; es kostet 25 Kronen - das ist etwa 1 €! Gegen 18:30 Uhr bekomme ich Hunger und gehe zum Hotel zurück. Im Restaurant bestelle ich mir einen gegrillten Fleischspieß mit gegrilltem Gemüse und Schupfnudeln. Dazu ordere ich ein Bier und leichsinnigerweise noch einen Salatteller. Insgesamt kostet der Spaß etwa 10 €, und ich bin mehr als satt (ich habe nicht alles geschafft!).
5. Tag - 6.5.2012
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