© Hans Schönherr 2012-2015
hs Reisen und mehr Fahrradreise 2012
4. Tag: Roding - Furth im Wald - Domazlice gefahrene Kilometer 58 km Gesamtstrecke 128 km Wetter: heiter bis wolkig, kaum Wind, mittags ein Regenschauer ca. 20 Grd.C Keine besonders optimistische Wettervorhersage für heute: vormittags heiter bis wolkig, ab mittags Regenschauer und Gewitter. Das ist für mich ein Grund, den Wecker schon auf 6:30 Uhr zu stellen, damit ich möglichst zeitig loskomme, um noch vor dem schlechten Wetter Domazlice (Taus), wo ich ein Hotel vorgebucht habe, zu erreichen. Nach dem Packen fahre ich erst einmal zum City-Hotel, um dort zu frühstücken und die Übernachtung zu bezahlen. Das Frühstück ist gut und reichlich, die Bedienung nett und freundlich - das entschädigt zumindest ein wenig für meine durch die gestrige “schlechte” Behandlung hervorgerufene Missstimmung am vergangenen Tag.   Anschließend fahre ich los - mal wieder habe ich Probleme, den richtigen Weg aus der Ortschaft zu finden. Die Sonne scheint, allerdings zieht es sich hinter mir langsam blaugrau zusammen. Der Regen wird manchmal zu einem ganz engen Tal mit schroffen Felswänden, dann wieder ist es eine riesige Auenlandschaft, in der der Fluss vor sich hin mäandert. Auf einem Kirchturm finde ich ein Storchennest - wie in Spanien! Die Radwege sind wie gehabt sehr unterschiedlich, meist aber abseits von Hauptstraßen. In Cham verlasse ich das Regental und folge nun der Chamb flussaufwärts - parallel zur Eisenbahnstrecke mit regem Verkehr - auf relativ ebenen Wegen. Der Himmel hat sich inzwischen vollständig bezogen, aber es bleibt glücklicherweise vorläufig noch trocken. Schließlich erreiche ich nach 35 km Furth i.W. Bei einem Bäcker am Lidl-Markt hole ich mir einen Kaffee und ein belegtes Baguette. Auf Nebenwegen geht es nun teilweise steil bergan, so dass ab und zu mal wieder Schieben angesagt ist. Bald ist die Grenze nach Tschechien erreicht. Auch wenn es nur ein Feldweg ist: Auf tschechischer Seite steht ein kleines Grenzer-Häuschen, das allerdings unbesetzt ist.   Ab der Grenze sind die GPS-Tracks aus dem Internet zunächst nicht zu gebrauchen, da sie sehr ungenau sind. Glücklicherweise ist der Radweg, der nun Radweg Nr. 3 heißt, gut ausgebaut und (meist) gut beschildert. Gegen 12:00 Uhr mache ich im Wald, der hier aus riesigen Fichten besteht, an einer schönen Bank Brotzeitpause. Bald jedoch fahre ich weiter, weil der Himmel nun bedrohlich dunkel wird. Und dann fängt es auch leicht an zu regnen, was allerdings nur eine kurze Episode bleiben soll.   Plötzlich findet sich kein Radweg mehr, auch die Landkarte versagt, so dass ich etwa 2 km auf einer stark befahrenen Hauptstraße fahren muss Schwere Lastzüge donnern relativ dicht an mir vorbei. Etwa 4 km vor Domazlice (Taus) ist jedoch der Radweg wieder da, und ich radle gegen 13:00 Uhr in die lang gezogene Stadt ein. Mein Hotel Kalous liegt am anderen Ende der Stadt, und ich bin froh, dass ich mir zu Hause bereits die Anfahrtpläne ausgedruckt habe. Das Hotel ist einfach, aber sauber und liegt in der Nähe des Bahnhofs, so dass ich alle vorbeifahrenden Züge genießen kann. (Preis incl. Frühstück 23 €). Christl meinte, für die Übernachtung in solch billigen Hotels sollte ich lieber den Jugendherbergsschlafsack mitnehmen. Das habe ich auch getan, brauche ihn aber offensichtlich hier nicht - die Bettwäsche sieht frisch gewaschen und gebügelt aus. Ich genehmige mir noch ein kleines Mittagsschläfchen und mache anschließend Sightseeing. Nachdem ich ziemlich lange mit der Internet-Verbindung gekämpft habe, gebe ich weitere Bemühungen auf. Offensichtlich gelangen nur Fragmente auf die Homepage.   Ich rufe, wie vereinbart den Kontakt, den mir Herr Schiegl für Notfälle genannt hat, Ehrenkreisbrandinspektor Hornig, an. Wir verabreden, dass ich um 18:00 Uhr am Hauptplatz sein werde, und mich dort mit ihm treffe. Am 5. Mai ist nämlich Forianitag, und der wird in Domazlice von der dortigen Feuerwehr mit den Kameraden der Further Feuerwehr ausgiebig gefeiert. (Die beiden Feuerwehren sind schon weit vor der “Wende” eine Partnerschaft eingegangen.) Ich mache mich auf den Weg in das Zentrum des Städtchens, schaue mir den riesigen Marktplatz mit seinen hübschen Häuschen und Arkaden an. Schließlich setze ich mich in ein Kaffee, trinke dort zwei Cappuccini und esse einen Eisbecher für insgesamt etwa 6 €. Kurz vor sechs Uhr schaue ich den Umzug der Feuerwehren an, der vor der hübschen Barock-Kirche endet.   Gemeinsam mit der Further Feuerwehr- Abordnung nehme ich am Festmesse zu Ehren des heiligen St. Florian teil. Die Messe wird vom Bischof von Pilsen zelebriert, der sich bemüht, die Messe auch teilweise in Deutsch zu halten. Der Weihrauchkessel wird ordentlich geschwenkt, und ich denke mir, dass ich so ein Gerät manchmal am Ende einer Fahrradetappe brauchen könnte, um Gerüche zu überdecken. Nach dem Ende des Gottesdienstes geht es auf der anderen Straßenseite in den städtischen Festsaal (Charme der 70er Ostblockjahre), wo nun eine Blasmusik aufspielt. Der Bischof ist auch anwesend und begrüßt alle Ehrengäste. Ich werde allen möglichen Honoratioren als Landesbranddirektor von Schleswig-Holstein vorgestellt, wogegen ich mich nur mit Mühe wehren kann. Es wird ein lustiger Abend mit etlichen Bieren aus Pilsen. Gegen 22:30 Uhr verabschiede ich mich mit Dank an EKBI Hornig, der mir sagt, ich solle morgen in Pilsen unbedingt Herrn Philibek anrufen - der wird mir Pilsen zeigen.
4. Tag - 5.5.2012
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