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Fahrradreise 2012
15. Tag: Torgau - Lutherstadt Wittenberg gefahrene Kilometer 69 km Gesamtstrecke 727 km Wetter: morgens sehr starke dunkle Bewölkung, starker Wind seitlich oder von vorne, mittags ca. 15 Grd. C, ab mittags etwas Sonne zwischen vielen Wolken   Heute gibt es nicht viel zu berichten. In der Schreber- garten-Pension bekomme ich ein kleines, aber ausreichendes Frühstück. Um 8:00 Uhr fahre ich los und bin bald wieder am Elberadweg. Heute pfeift mir der Wind entgegen oder kommt, wenn er gnädig gestimmt ist, von der Seite. Meine Fahne mit dem Schleswig-Holstein-Wimpel (habe ich letztes Jahr für meinen Jakobsweg von der "Geburtstagsmafia" geschenkt bekommen) bewegt sich kräftig im Wind. Die Wege gehen natürlich auch immer dort entlang, wo der Wind ordentlich Zugriff hat - kaum einmal ist es geschützt. Dann ist der Elberadweg mit einem Mal gesperrt, und ich muss eine Umleitung fahren. Aber ich will ja nicht klagen. Trotz allem macht es Spaß, durch die Gegend zu fahren. Unterwegs treffe ich immer mal wieder zwei Frauen, die in der gleichen Richtung wie ich unterwegs sind. Wir unterhalten uns ab und zu ein bisschen, dann trennen sich unsere Wege mal wieder, bis wir uns dann irgendwo wiedersehen. Es kommen mir ziemlich viel Radler entgegen. Manchmal sind es Gruppen mit bis zu 20 Mitgliedern. Ich habe so meine Zweifel, ob solch große Gruppen ihre Radtour in Frieden beenden können oder ob es da nicht zu Streit kommt. Alles unter einen Hut zu bekommen, dürfte schwierig sein. Bevor ich losgefahren bin, haben mir Mathilde und Heinz-Günther - Freunde von uns - gesagt, dass der Elberadweg ein bisschen langweilig sei, weil landschaftlich wenig abwechslungsreich. Ich finde sie haben Recht. Allerdings gibt es auch immer wieder etwas zu sehen. Jedes Dorf hat mindestens ein Storchennest - manchmal ist auch ein Storch darin. Über mir kreisen insgesamt neun Graureiher, die sich dann irgendwann in den Wiesen niederlassen. Ein Storch sucht im Gras nach Nahrung. Der Radweg geht teilweise entlang stillgelegter Eisenbahnstrecken. Bei Pretsch kürze ich ein wenig ab, indem ich nicht dem ausgeschilderten Weg folge - ist auch sehr schön. Dann geht es gleich wieder mit einer Gierfähre über die Elbe. Der Elbschiffer gibt Tipps, wie man am besten (windgeschützt) weiterfährt. Ich folge diesem Vorschlag und kann deshalb lange durch einen wunderschönen Wald fahren. Dann geht es viele Kilometer auf Landstraßen entlang - macht aber nichts, da es kaum Autoverkehr gibt. Ich fahre an einer Elster vorbei, die nicht aussieht wie eine Elster: sie ist schwarz! Im Klartext: ich überquere den Fluss Schwarze Elster. Dann sind es nur noch knapp 20 Kilometer bis zu meinem Ziel: Lutherstadt Wittenberg. Schon kurz vor zwei Uhr bin ich dort und finde auch schnell mein gestern vorbestelltes Hotel "Zur Elbe". Nachdem ich geduscht und mich umgezogen habe, mache ich eine Stadtbesichtigung. Die Stadtkirche "St. Marien" von Wittenberg, in der Luther hauptsächlich gewirkt hat und in der damals alle neuen evangelischen Pastoren ordiniert worden sind, ist leider total eingerüstet, so dass man kaum etwas von ihr sieht. Das Haus, in dem Melanchthon gewohnt hat, ist ebenfalls wegen Renovierungs- arbeiten total versteckt.   Ich gehe zur Schlosskirche "Allerheiligen", an deren Tür Luther damals seine Thesen angeschlagen hat. Auf dem Marktplatz vor dem schönen Rathaus stehen Luther und Melanchthon in Form von Denkmälern. Zum Abendessen besuche ich in das Hotel- restaurant. Hier schreibe ich den Tagesblog, während ich mein Schnitzel verdrücke. Morgen ist hier wahrscheinlich der Teufel los. Himmelfahrt heißt hier "Herrentag". Die Hotels sind alle ausgebucht, ich habe aber in Barby für morgen in einer Pension noch ein Zimmer ergattert. Morgen liegen insgesamt rund 80 Kilometer vor mir. Ich habe die Absicht, auf der Tour noch die Wörlitzer Anlagen zu besichtigen.
15. Tag - 16.5.2012
nächste Seite nächste Seite Quelle der Karte: Garmin Trip and Waypoint Manager v5