© Hans Schönherr 2018
11. bis 14. März 2018: Faulenzertage (Ch) Als ich mit Timmi vom Morgenausflug zurückkomme, hat Hans bereits den Frühstückstisch fertig. Wir sitzen draußen, es ist Sonntag und zur Feier des Tages gibt es ein Frühstücksei. Der Vormittag, den ich mit Lesen der Kieler Nachrichten (online) und Hans mit Spanisch- und Englischpauken (Duolingo) verbringen, ist im Flug vorbei. Damit wir uns keinen Sonnenbrand einhandeln, fährt Hans die Markise aus. Nachmittags wird es dann so windig, dass wir die Markise mit einem Sturmband sichern, denn schon etliche Male haben wir mit angesehen, wie der Wind Markisen hochgerissen und gegen die Wohnmobile geknallt hat. Abends übernimmt Hans das Kochen, während ich mit Timmi durch die Berge spaziere und dabei den herrlichen Blick auf´s Meer genieße. Wir sind uns einig, dass wir noch eine Nacht länger bleiben und am nächsten Tag überlegen, wie unsere Reise weitergehen soll. Letztendlich werden aus einer geplanten Nacht schließlich fünf Nächte: Wir frönen dem fröhlichen Nichtstun! 15. März 2018 Puerto de Mazarron – Aguilas – Mojacar – Caboneras – Cabo de Gata (194 km) (Ch) Da sich unsere Vorräte aber doch langsam dem Ende neigen und wir auch noch einiges erleben wollen, soll unsere Reise heute weitergehen. Zunächst einmal ist ein umfangreicher Einkauf im nahegelegenen Lidlmarkt erforderlich, hat sich unser Kühlschrank in den letzten Tagen doch gewaltig geleert. Nachdem alle Einkäufe verstaut sind, führt uns der Weg in Richtung Aguilas. Davor aber biegen wir noch einmal ab und fahren eine geschlungene Serpentinstraße bis zum Cabo Cope: Die Aussicht ist gewaltig, denn bis zum Meer geht es steil abwärts. In Aguilas angekommen zeigt mir Hans, wo er vor rund 40 Jahren am Strand gelegen hat. Auch den Campingplatz, auf dem er seinerzeit in seinem „Hundehüttenzelt“ gewohnt hat, gibt es noch. Wir fahren weiter auf der Küstenstraße und bestaunen immer wieder weitläufige Appartementanlagen, die im Sommer alle mit Sonnenanbetern gefüllt werden wollen. Aber noch viel mehr beeindrucken uns kilometerweit hässliche Kunststoffplanen-Gewächshäuser, die keine große Augenweide sind und die die ursprünglich wunderschöne Landschaft leider ziemlich verschandeln. Mojacar und Caboneras lassen wir schnell hinter uns, obwohl das gar nicht so einfach ist, denn unsere Fahrt wird immer wieder von „Stolperfallen“ (elevados) gebremst, die fast an jedem Zebrastreifen angebracht sind, und das sind nicht wenige. Gegen 16.30 Uhr erreichen wir den Campingplatz „Cabo de Gata“, der im Gegensatz zu den bisher angefahrenen Campingplätzen fast leer erscheint. Trotzdem müssen wir den Platz belegen, der uns an der Rezeption vorgegeben wird. Im Verlauf des späten Nachmittags kommt heftiger Wind auf, die Sonne verschwindet, und so genießen wir das Abendessen lieber im Wohnmobil. Vorher darf Timmi noch einen ausgiebigen Spaziergang zum Strand machen. Allerdings besteht unsererseits Badeverbot für Timmi, weil die Wellen mit großer Gewalt ans Ufer brettern und es nicht sicher ist, ob er dagegen anschwimmen kann. Timmi hat dafür offensichtlich kein Verständnis. Neben dem Campingplatz befinden sich hohe Gewächshäuser, die innen beleuchtet sind. Als es dunkel wird, sieht es ein wenig gespenstisch aus, weil die Lampen infolge des Windes auf und ab tanzen. 16. März 2018: Camping Cabo de Gata – Faro de Cabo de Gata – Camping Cabo de Gata (30 km) (Ch) Morgens scheint wieder die Sonne, und es weht auch kaum Wind. Mit dem Frühstück lassen wir uns Zeit, uns treibt ja nichts. Anschließend nehmen wir Fahrt auf und wollen zunächst zum Cabo de Gata. Der Name bedeutet wörtlich „Kap der Katze“, ursprünglich war aber eher „agata“, also Achat damit gemeint. Am Kap steht ein Leuchtturm, der Faro de Cabo de Gata und der Blick hinunter zum Meer ist atemberaubend schön. Die Fahrt dorthin erweist sich, obwohl wir uns auf einer Serpentinenstraße befinden, entgegen dem Hinweis im Wohnmobilreiseführer als leicht zu bewältigen. Oben angekommen, machen wir einen Spaziergang bis fast an die Klippe, und wir sind schwer beeindruckt von dem Naturschauspiel, das sich uns zeigt. Unser Weg führt uns zurück: Links das Meer, rechts erstrecken sich 300 Hektar Salinen (gemäß den Ausführungen im Reiseführer ein Reservat für 70 verschiedene Arten von Zugvögeln). Wir halten und machen einen Spaziergang hinein in das Reservat. Leider stehen wir aber bald vor einer unumgänglichen Schranke. Trotzdem können wir eine größere Ansammlung von Flamingos erkennen. Spontan entschließen wir uns, noch auf die gegenüberliegende Seite der Straße zum Meer zu laufen. Timmi ist mir nichts dir nichts sofort im Wasser, und wir freuen uns, dass ihm das sichtlich Spaß bereitet. Einstimmig beschließen wir, dass wir für heute genug erlebt haben und fahren zurück zum Campingplatz, auf dem wir die Nacht davor verbracht haben. Erst gönnen wir uns einen Cappuccino, danach nimmt Hans sein Klapprad und fährt mit Timmi an den Strand: Er kommt patschnass zurück, weil er mit zwei kleinen Hunden im Wasser getobt hat. Wieder wird es sehr windig, die Sonne verschwindet und es fängt an zu regnen. Allerdings ist dieses Schauspiel nur von kurzer Dauer, aber dadurch kühlt es stark ab, und wir ziehen uns ins Wohnmobil zurück. 17. März 2018: Camping Cabo de Gata – Almeria – Balerma (80 km) (Ch) Heute Morgen scheint wieder die Sonne. Timmi und ich joggen zum Meer. Auf dem Weg dorthin freue ich mich über das herrlich gelbe Blütenmeer, das sich links und rechts breit macht und Timmi über die vielen Häschen, die über den Weg hoppeln. In einem Ausläufer vom Meer tummeln sich viele verschiedene Wasservögel wie Flamingos, Kormorane, Kraniche und dergleichen mehr. Nach dem Frühstück steht Almeria auf dem Plan, das nicht allzu weit weg ist. Wir finden dem Navi sei Dank schnell den großen Parkplatz am Hafen. Schon beim Aussteigen weht uns trotz des blauen Himmels ein ziemlich starker Wind um die Ohren. Unser Weg führt uns auf direktem Weg zur Alcazabar, der größten, die die Mauren in Spanien je gebaut haben und die die Stadt überthront. Wie so oft müssen wir feststellen, dass Timmi kein Einlass gewährt wird. So bleibe ich mit ihm im Straßencafé am Eingang der Alcazabar, genehmige mir einen „cafe con leche“ und Hans macht sich auf den Weg, das Wahrzeichen dieser Stadt zu erkunden. Nachdem Hans zurück ist, machen wir es umgekehrt. Im Anschluss daran führt uns unser Weg zur neuen Kathedrale, die nach einem Erdbeben erbaut wurde und dem Erzengel Gabriel geweiht ist. Die Kathedrale ist als Wehrkirche konzipiert und sieht aus wie eine Festung. Leider sind die Türen geschlossen. Das große Sonnenmotiv „El Sol“, das am Turm des Gotteshauses prangt, steht jedoch als Fotomotiv zur Verfügung. Langsam flanieren wir zurück zum Hafen. Bis wir dort ankommen, sind wir ordentlich durchgepustet, denn der Wind nimmt stetig an Stärke zu. Auf einem Rastplatz oberhalb von Almeria gönnen wir uns eine Kaffeepause, in der unser Wohnmobil ganz schön durchgerüttelt wird. Weit fahren wir nicht mehr. Viel von der Gegen können wir leider nicht sehen, da die Straßen durch Schluchten von Plastikgewächshäusern begrenzt werden. Nach rund 50 Kilometern steuern wir einen Campingplatz am Meer an, auf dem wir den Abend und die Nacht verbringen wollen. Inzwischen hat auch noch starker Regen eingesetzt. Mal sehen, wie sich das mit dem Wetter weiter entwickelt! 18. März 2018: Balerma – Guadix – Motril (283 km) (Ch) Unser Schlaf wird immer wieder durch heftige Sturmböen und Regenschauer unterbrochen, die gegen unser Wohnmobil knallen. Morgens ist es immer noch sehr stürmisch und wolkenverhangen. Wir beschließen, ins Landesinnere und die am Abend vorher geplante Route zu fahren. Unser Weg sollte uns nach Guadix führen. Der Weg, den wir ursprünglich fahren wollten, geht bis auf 2.000 Meter hoch und die Gefahr, auf Schnee zu stoßen, ist in Anbetracht des Wetters ziemlich groß. So nehmen wir einen längeren Weg in Kauf und fahren auf der Autovia zurück nach Almeria und dann Richtung Nordwesten entlang der Sierra Nevada. Auf der Fahrt bis Almeria kann man von der eigentlichen Landschaft nichts erkennen, da überall dicke Plastikplanen gespannt sind, unter der all die Früchte reifen, die eigentlich nur im Sommer Saison haben. Es ist ein wahrlich gruseliger Anblick. Wenig später werden wir aber in jeder Beziehung entschädigt, denn die Berge der Sierra Nevada sind einfach überwältigend. In Guadix angekommen, fahren wir einen großen Wohnmobilstellplatz an. Auch hier ist alles nass und alles andere als einladend. Da es noch früh am Tag ist, holen wir erst einmal ein Stündchen Schlaf nach. Danach machen wir uns auf den Weg in die Ortschaft. Bekannt ist der Ort durch Höhlenwohnungen, deren Schornsteine aus dem Boden wachsen. Einen besonders schönen Blick auf das Höhlenviertel hat man nach den Ausführungen unseres Reiseführers von der Alcazaba aus, einer Burg, die die Stadt überragt. Schon von weitem sieht die Alcazaba enorm baufällig aus, und so bleibt uns auch der Weg hinauf versperrt. Der schöne Blick von oben bleibt uns somit verwehrt. Die Kathedrale, die mächtige Ausmaße einnimmt, können wir auch nur von außen bewundern, denn sie ist wegen „Siesta“ erst am Spätnachmittag wieder dem Publikum zugänglich. So schlendern wir langsam wieder zum Wohnmobil, um uns mit belegten Schnittchen und Kaffee zu stärken. Da ich keine große Lust habe, auf diesem Stellplatz zu übernachten, suchen wir uns einen Campingplatz in der Nähe von Granada aus. Wir fahren stetig bergan und bald sind wir bei fast 1.700 Höhenmetern angelangt. Der Winter kommt immer näher, sogar ein Schneepflug ist unterwegs und die Außentemperatur beträgt nur noch 3 Grad. Das ist uns eindeutig zu ungemütlich und wir schlagen den Weg zur Küste ein, um nach rund 100 Kilometern einen Campingplatz in Motril anzufahren. Auch hier sind überall große Pfützen auszumachen, aber der Himmel ist mehr blau als grau, und es sind 18 Grad.
hs
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3. März bis 7. April 2018
Schöne Landschaft - und viele Kunststoffplanen-Gewächshäuser Schöne Landschaft - und viele Kunststoffplanen-Gewächshäuser Flamingo nichts für Timmi - zu gefährlich nichts für Timmi - zu gefährlich Cabo di Gata Cabo di Gata Cabo di Gata Lebensfreude pur - Timmi genießt Andalusien Lebensfreude pur - Timmi genießt Andalusien Lebensfreude pur - Timmi genießt Andalusien Lebensfreude pur - Timmi genießt Andalusien Lebensfreude pur - Timmi genießt Andalusien Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria Almeria - Alcazaba Almeria Almeria Almeria - Kathedrale mit "El Sol" Gewächshaus-Schluchten Guadix Guadix mit Erdwohnungen Guadix mit Erdwohnungen Guadix Guadix Guadix Guadix mit Erdwohnungen Guadix mit Erdwohnungen