© Hans Schönherr 2018
3. März 2018: Kiel – Greven (357 km) (Ch) Eigentlich sollte unsere Wohnmobilsaison bereits gestern beginnen. Hans musste infolge von Zahnschmerzen, die ihn am Montag regelrecht überfallen hatten, am Mittwoch noch eine Wurzelresektion über sich ergehen lassen. Alles in allem war es ein turbulenter Tag, und so haben wir uns entschieden, einen Tag später als geplant loszufahren. Heute Morgen liegt noch Schnee, und es ist mit minus 10 Grad knackig kalt. Zurück vom Spaziergang mit Timmi holen wir unseren Poldi aus der Garage. Bis alles gepackt ist, dauert es dann doch noch bis Mittag, denn wir gehen ja nicht nur ein Wochenende auf Tour. Timmi geistert ständig zwischen unseren Beinen herum, er hat wohl Angst, dass wir ihn versehentlich zurücklassen. Fast genau um 12.00 Uhr schließen wir die Haustür, und es geht endgültig los. Auf unserer Fahrt über Hamburg und Bremen Richtung Münster fahren wir durch fünf Bundesländer: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachen, Bremen und Nordrhein-Westfalen, und das, obwohl wir am ersten Tag nur 357 km hinter uns bringen. Die Nacht verbringen wir auf dem Camp Marina am Dortmund-Ems-Kanal in Fuestrup bei Greven. Es ist zwar immer noch kalt, aber die Minusgrade bewegen sich langsam in die „Plusregion“. 4. März 2018: Greven – Köln – Luxembourg – Pont a Mousson (461 km) (Ch) Zuhause bin ich regelmäßig um 5.30 Uhr wach, aber kaum sind wir mit dem Wohnmobil unterwegs, schlafe ich bis gegen 8.00 Uhr. Auch Timmi hat es überhaupt nicht eilig, und so marschieren wir rund eine Stunde später als wie wir es gewohnt sind, los. Auf dem Rückweg holen wir noch die bestellten Brötchen im Büro des Hafenmeisters ab und werden im Wohnmobil mit herrlichem Kaffeeduft begrüßt. Nach dem Frühstück führt uns die Fahrt schnell wieder auf die Autobahn, die wir den ganzen Tag kaum verlassen. Nachdem wir die Eifel passiert haben, verabschieden wir uns endgültig vom Schnee. - so glauben wir zumindest. Allerdings ist die Natur noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht, und in Anbetracht der kalten Temperaturen, die in den letzten Wochen über Deutschland hereingebrochen sind, sieht man überall vereiste Gewässer. Luxemburg passieren wir zügig, nicht ohne jedoch unseren Poldi vor dem Verlassen preisgünstig aufgetankt zu haben. 40 Kilometer südlich von Metz schlagen wir unser Quartier für die Nacht in einer Marina direkt an der Moselle auf. Bereits vor vier Jahren haben wir hier übernachtet. Und uns fällt wieder ein, dass es damals fürchterlich geregnet hat. Nun stehen wir ungefähr eine Stunde hier und was passiert? Es fängt an zu regnen! So beschließen wir den Tag mit Regentropfen, die auf die Scheibe klopfen. 5. März 2018: Pont a Mousson – Dijon – St-Pourcain-s-Sioule (445 km) (Ch) Der Tag beginnt nebelig. Als ich mit Timmi unterwegs bin, kann ich sechs Kormorane bestaunen, die alle auf einem Baum am Wasser sitzen und auf ihr Frühstück lauern. Auf unserem Frühstückstisch liegt ein frisches Baguette, das ich in der nahen Bäckerei erstanden habe. Dazu ein frisch gebrühter Kaffee, und so sind wir gut gerüstet für den Tag. Unser Plan sieht vor, möglichst schnell ans Mittelmeer zu kommen. So geht unsere Fahrt erst nach Süden, wobei wir Dijon passieren. Nach der Mittagspause, in der wir unser Wohnmobil mangels geeigneter Rastplätze in einem Feldweg abstellen, führt uns unser Navi über wenig befahrene Straßen nach Südwesten. In der kleinen Ortschaft St-Pourcain-s-Sioule finden wir einen gepflegten kostenlosen Übernachtungsplatz direkt am kleinen Flüsschen Sioule. 6. März 2018: St-Pourcain-s-Sioule – Clermont-Ferrand – Aurillac – Conques – Entraygues (314 km) (Ch) Heute Morgen kann ich die ersten Gänseblümchen entdecken. Auch die Temperaturen sind sehr angenehm, was sicher auch auf die Sonne zurückzuführen ist, die am blauen Himmel zu sehen ist. Wir möchten noch gerne einen Abstecher nach Conques, einen historischen Ort am Jakobsweg machen und verwerfen so unseren ursprünglichen Plan, schnell ans Mittelmeer zu kommen: Macht ja nix, uns jagt ja keiner. Südlich von Clermont-Ferrand führt uns unser Weg auf einer (im Straßenatlas) grün unterlegten Straße nach Aurillac. Lange Strecken werden wir von schneebedeckten Hügeln begleitet. Das wundert uns nicht im Geringsten, denn wir sind fast 1000 Meter hoch. Von Aurillac geht es über verschlungene enge Straßen nach Süden. Wir fahren am Lot-Tal entlang und stellen fest, dass plötzlich die Warnlampe für „Spritmangel aufleuchtet. Keine Tankstelle weit und breit – also füllen wir die 5 Liter Notreserve ein. Relativ bald können wir Conques von oben bestaunen. Wie schon so oft ist es nicht so einfach, für unser Wohnmobil einen Parkplatz zu finden. Da wir aber den weiten Umweg extra auf uns genommen haben, muss ein Platz herhalten, der für Campingcars eigentlich nicht erlaubt ist. Der Ortskern, der um eine Kirche mit gigantischen Ausmaßen angelegt ist, ist zu dieser Jahreszeit wenig belebt, aber dafür umso hübscher: richtig romantisch mittelalterlich. Nur vereinzelt sieht man Spaziergänger. Dennoch kann man erahnen, wie es wohl zugehen mag, wenn die vielen Pilger und Touristen in den kleinen Ort einfallen. Als Tagesziel haben wir uns Rodez ausgesucht, das noch etwas weiter südlich liegt. Nachdem wir unser Navi mit den Koordinaten gefüttert haben, wundern wir uns bald über eine Fahrtrichtung, die über eine sehr kurvige Straße führt und uns eher von unserem Ziel wegbringt. Wir geben die Koordinaten noch einmal neu ein. Nun sind es bis Rodez plötzlich noch über 60 Kilometer. Dazu haben wir keine Lust mehr und übernachten in Entraygues, den Ort, den unser Navi für uns ausgesucht hat. Im Übrigen: Nur wenige Kilometer nach Conques haben wir eine Selbstbedienungs- Tankstelle gefunden, wo wir den Tank nachgefüllt haben. Merkwürdigerweise konnten wir mit der Visa-Card tanken, ohne die Geheimzahl eingeben zu müssen. Der direkt am Lot gelegene kostenlose Stellplatz ist leer, die Entsorgungsstation ist wg. des Winters gesperrt. Wir finden aber ein Plätzchen für eine Nacht. Abends gibt es noch eine Runde mit Timmi, die über eine kleine Fußgängerbrücke in das mittelalterliche Entraygues führt. 7. März 2018: Entraygues – Espaillon – Brücke von Millau – Beziers – Spanien – L´Estarlit (409 km)(H) Die Nacht über hat es immer mal wieder geregnet, und morgens werden wir auch nicht gerade freundlich geweckt. Schnell noch ein paar Fotos, ehe wir wieder unsere Fahrt Richtung Spanien starten. Der Weg führt weiter im Tal des Lots entlang. Wir bewundern einige hübsche mittelalterliche Städtchen. Auf einer kleinen, kurvenreichen Straße fahren wir hinter Espaillon zur (fast) mautfreien A 75. Bei Millau müssen wir aber letztendlich doch 12,40€ zahlen, um das technische Wunderwerk der Brücke über das Tarn-Tal zu benutzen. Vorher machen wir am Brückenkopf Rast und schießen bei einem kleinen Spaziergang bei Nieselregen ein paar Fotos der imposanten Brücke. Dann geht es weiter von 900m Höhe in langen Gefällestrecken Richtung Mittelmeer. Das Wetter wird immer besser. Blauer Himmel! Sonne! 15 Grd. C!. Wir beschließen heute noch bis Spanien zu fahren, benutzen dafür aber die Autobahn, die bis zu den Pyrenäen 20 Euro kostet. Wir finden einen Campingplatz, der schon geöffnet hat: „Las Medes Cat1.“ in L´Estartit. Die Senora an der Rezeption gibt sich mit mir viel Mühe und versucht mit mir Deutsch zu sprechen, während ich versuche, meine wenigen Spanischkenntnisse an den Mann bzw. die Frau zu bringen. 8. März 2018: L´Estartit – Vic – Manresa – Vilafranca – Tarragona – Oropesa del mar (438 km) (H) Nach einer ruhigen Nacht und den üblichen Morgens-Tätigkeiten geht es gegen 9:30 Uhr wieder auf die Piste. Kurz noch ein Halt bei Lidl und bei einer Selbstbedienungs-Tankstelle (1,039 Euro pro liter). Wir haben dem Navi vorgegeben, uns mautfrei gen Süden zu führen. Eigentlich will ich es nicht glauben, aber wir sollen in großem Bogen um Barcelona ins Gebirge geführt werden. Kilometermäßig ist es allerdings kaum mehr, als auf der mautpflichtigen Autobahn. Und wir staunen, als wir feststellen, dass auch der Weg durchs Gebirge auf einer Autostrada verläuft. Grandiose Ausblicke auf eine wunderschöne gebirgige Landschaft machen das Fahren hier zu einer großen Freude, und wir haben kaum Verkehr. Hinter Manresa hat das Vergnügen dann leider ein Ende: Die Straße wird zweispurig. Wir gelangen von 800m Höhe nach einiger Zeit wieder ans Meer und folgen der gut ausgebauten Nationalstraße. Hinter Tarragona machen wir eine kurze Mittagspause, bevor wir die letzten 150 km für heute in Angriff nehmen. In Oropesa del mar fahren wir auf den Campingplatz Didota (15 Euro mit ACSI). Wir haben Glück und können uns einen von noch !zwei! freien Parzellen aussuchen. Wegen der vielen Bäume funktioniert das Satelliten-TV heute nicht. Ich mache einen Strandspaziergang mit Timmi, der mir nichts, Dir nichts ins Wasser des Mittelmeers springt – er ist eben ein Labrador. In Oropesa del mar waren wir zuletzt vor ungefähr 25 Jahren – es hat sich erheblich gewandelt: dort wo früher Mandelbäume blühten, stehen jetzt Bettenburgen mit hunderten von Appartements. Und auch eine Menge Bauruinen lassen grüßen. 9. März 2018: Oropesa del Mar – Valencia – Murcia (333 km) (H) Beim Verlassen des Campingplatzes Didota müssen wir noch fast eine halbe Stunde warten, da zunächst noch der Zählerstand durch das Personal abgelesen werden muss. Es könnte ja sein dass die im ACSI- Preis (hier 15 Euro) enthaltenen 4 kWh überschritten worden sind. Wir fahren – ohne dem Platz eine Träne nach zu weinen – weiter gen Süden, passieren Castellon und gelangen schließlich nach Valencia, das wir auch möglichst schnell hinter uns lassen möchten. Allerdings macht das Navi einen Strich durch die Rechnung und leitet uns weg von der Autostrada ins Gewühl der Großstadt. Die Kreisverkehre sind teilweise ampelgeregelt, acht- und mehrspurig, und die Fahrer der anderen Autos halten sich offensichtlich an keine verbindlichen Regeln – es geht kreuz und quer. Letztendlich finden wir den Ausgang aus Valencia und fahren auf der mautfreien Parallel- Autobahn weiter gen Murcia. Kurz vorher kommt zum ersten Mal richtiges „Spanien-Feeling“ auf: Wir sehen heute erstmals wieder den berühmten Stier (Veterano). Bei Murcia hat leider der von uns angepeilte und uns von allen möglichen Leuten angepriesene Stellplatz wegen Überfüllung geschlossen. Also nehmen wir den Platz „Camper Park Casablanca“, der für eine Nacht ausreichend ist, auch wenn er von stark befahrenen Straßen eingeschlossen ist. Für Timmi ist der Auslauf beim abendlichen Spaziergang arg begrenzt – wir landen auf einer wilden Müllkippe, aber für die „Geschäfte“ reicht es. 10. März 2018: Murcia – Puerto de Mazarron (89 km) (Ch) Die Nacht ist trotz der angrenzenden Straße angenehm ruhig, so dass wir morgens ausgeruht in den Tag starten. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, die Vorräte für die nächsten Tage aufzufüllen: Dank Lidl überhaupt kein Problem. Während ich einkaufe, fährt Hans zur Tankstelle gegenüber, um unseren Poldi vollzutanken. Danach suchen wir in unserem ACSI und im Internet nach einem nicht allzu weit entfernt gelegenen Campingplätzen, auf dem wir das Wochenende verbringen wollen. Bereits in Puerto de Mazarron, das wir schon mittags erreichen, haben wir Glück: Es sind Plätze – wenn auch nur wenige – frei. Der Platz, den wir für uns in Anspruch nehmendürfen, ist großzügig angelegt, und so haben wir uns auch schnell häuslich eingerichtet. Wir genießen den Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein. Gegen Abend unternimmt Hans einen ausgiebigen Spaziergang mit Timmi, während ich unser Abendessen vorbereite. Wurst und Käse, Tomaten und Gurke, dazu ein frisches Brot, ein oder zwei Gläschen Rotwein und das alles im Freien: So lässt es sich wunderbar aushalten!
hs
Reisen und mehr

Reise mit dem

Wohnmobil nach

Andalusien

3. März bis 7. April 2018
erste Übernachtug Camp Marina in Früstrup Dortmund-Ems-Kanal am Camp Marina letzter Schnee in der Eifel - so glauben wir! WoMo-Stellplatz und Marina in Pont a Mousson Unterwegs, wo? Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Pilgerort "Conques" Estaing - am Lot Weltwunder? Brücke über die Tarn bei Millau Am Strand von Oropesa del Mar Am Strand von Oropesa del Mar Am Strand von Oropesa del Mar Abendstimmung am Campingplatz bei Puerto de Mazarron Blumen unterwegs Blumen unterwegs Pilgerort "Conques"