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Andalusien 2014
16. April 9. Tag: Hornos – Villacarrillo – Jaèn – Priego de Córdoba (221 km) Wir sind in etwa die einzigen, die heute auf dem Campingplatz bei Hornos übernachtet haben. Gleichwohl ist das Wasser zum Duschen warm, und auch die CP-Bar hat morgens schon geöffnet. Wir backen das Brot von gestern mit unserem „Spezialbackofen“ auf und halten ein gemütliches Frühstück. Anschließend brechen wir zu unserer heutigen Tagesetappe auf. Wir fahren ein Stück am Embalse de Tranco zurück bis zur Staumauer und folgen dann in einem wildromantischen Tal dem Lauf des Guadalquivir. Bald verlassen wir dieses und passieren wieder unendlich weitläufige Olivenanpflanzungen, die sich die Berghänge entlang- und hinaufziehen. Wir kommen wieder zurück auf die Straße, die wir gestern schon gefahren sind, passieren Ubeda und wundern uns über die vielen Autovias, die hier – gefördert durch die Europäische Union – im Bau sind. Man sieht allerdings kaum Bauarbeiter – es scheint so, als ob überall der Weiterbau eingestellt worden ist. So werden wir mal auf kurze Neubaustrecken geleitet, dann wieder auf die alte Nationalstraße. Ständig gibt es die Geschwindigkeitsreduzierung auf 40km/h und das Warnschild „Bandas Sonoras“, das auf Querrillen auf der Straße hinweist. Wenn man diese zu schnell überquert, kracht es ordentlich. Wir erreichen Jaèn. Nachdem wir keine Lust auf viel Kultur haben, fahren wir hinauf zum „Castillo de Santa Catalina“, das auf einem markanten Gipfel oberhalb von Jaèn liegt. Wir haben von hier oben einen Überblick über das Häusermeer der Stadt, es zieht uns nicht hinunter, auch wenn die Kathedrale ziemlich berühmt ist. Wir machen hier oben unsere Mittagspause auf einem eigentlich ganz netten Rastplatz – wenn nur nicht die vielen Glassplitter und -scherben wären, die uns um Timmis Pfoten ein wenig Sorge bereiten. Die Spanier scheinen in dieser Beziehung doch noch ein wenig nachlässiger zu sein als die Menschen bei uns zu Hause. Nach einer ausgiebigen Pause peilen wir unser heutiges Ziel an: Priego de Córdoba. Auf kleinen Sträßchen, die sich die Berge hinauf- und hinabwinden durchfahren wir wiederum ausgedehnte Olivenplantagen, kleine Wäldchen, sehen beeindruckende Felsformationen. Schließlich kommen wir an unserem heutigen Ziel an. Aufgrund der Koordinatenangaben im ACSI-Stellplatzführer finden wir auch schnell den WoMo-Stellplatz in Priego, von dem das Stadtzentrum nur 800 m entfernt sein soll. Der Stellplatz liegt tatsächlich ziemlich ruhig in einem Erholungsgebiet und bietet Platz für zehn WoMos. Gegen 17:30 Uhr machen wir uns frohgemut auf den „kurzen“ Weg ins Städtchen (Fotos siehe hier). Nach rund 40 Minuten kommen wir schließlich im Zentrum an, wo ich die Touristinformation aufsuche, um einen Stadtplan zu bekommen. Ein äußerst hilfsbereiter junger Mann erklärt mir lange und seeeeehr ausführlich, wie man die maurische Altstadt findet, wo abends die berühmte Prozession stattfindet und wo die ganz wichtigen Kirchen sind. Wir laufen los, stellen aber bald fest, dass wir die Richtung verfehlt haben. Schließlich frage ich einen alten Mann, der uns entgegenkommt, wie wir zur Altstadt kommen, indem ich ihm den Stadtplan unter die Nase halte. Irgendwie kommen wir aufgrund sprachlicher Unzulänglichkeiten nicht so richtig zueinander, so dass er letztendlich resolut vorgibt, dass wir ihm folgen sollen. Nach einem Fußmarsch von einer viertel Stunde sind wir schließlich am Ziel. Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem netten Mann. In einer Bar bitten wir einen Kellner um ein wenig Wasser für Timmi. Christl und ich trinken eine Canja (gezapftes Bier). Dann machen wir noch einen kurzen Rundgang durch die engen, blumengeschmückten Gässchen der Altstadt und über die Rotunde mit einem prächtigen Ausblick auf die Umgebung. Auf dem Rückweg zum WoMo fallen uns die vielen ausgelassen feiernden Spanier auf. Wir wundern uns, was hier wohl los ist. Eine Prozession soll um 22 Uhr stattfinden – es ist ja noch nicht einmal Ostern, sondern erst Mittwoch. Zurück am WoMo gibt es endlich unser wohlverdientes Abendessen. Morgen am Gründonnerstag müssen wir einen Supermarkt finden, um für das Osterwochenende unsere Vorräte aufzufrischen – wir haben vor, einige Tage auf dem Campingplatz bei Olvera (nördlich von Ronda) zu verbringen.
Andalusien 9.Tag
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